Algen können sexy sein: Insbesondere dann, wenn sie zu nachhaltiger Verpackung verarbeitet werden und damit umweltschädliches Plastik ersetzen.
Algen können sexy sein: Insbesondere dann, wenn sie zu nachhaltiger Verpackung verarbeitet werden und damit umweltschädliches Plastik ersetzen. Bild: iStockphoto / HappyNati
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Kondome und Tampons in Algen verpackt: Start-up entwickelt kreislauffähigen Prototypen

03.12.2021, 07:5406.12.2021, 15:21

Dass Meeresalgen essbar sind und sogar äußerst schmackhaft sein können, beweist die asiatische Küche, bei welcher die Unterwasserpflanzen als fester Bestandteil des Speiseplans gelten. In Form von Sushi, getrockneten Chips und Suppeneinlage kommt das gesunde Super-Food auch in Europa gern auf den Teller. Wissenschaftler finden gerade heraus, dass Algen jedoch noch viel mehr können als nur lecker zu sein: Sie haben das Potential, Plastik als nachhaltige Variante zu ersetzen (watson berichtete). Diese Entdeckung machen sich bereits einige Unternehmen zu Nutze. So auch das Start-up mujō, das braunalgenbasierte, kreislauffähige Verpackungen herstellt und kürzlich einen Prototypen herausbrachte: eine Verpackung aus Braunalgen. In der Verpackung selbst befinden sich Periodenprodukte des Berliner Start-ups Einhorn.

Einhorn hat sich in den letzten Jahren einen nachhaltigen und fairen Namen gemach: Zum Beispiel mit Kondomen, die zum größten Teil aus Latex von Kautschukbäumen aus Agroforst-Plantagen sind und Tampons aus Bio-Baumwolle. In Sachen Verhütungsmittel scheint der Berliner Betrieb Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit zu sein. Ein Check auf der Website von Einhorn zeigt, dass das Nachhaltigkeits- und Fair-Konzept detailliert aufgestellt ist und Wert darauf gelegt wird, vom Produktionsanfang bis zum Kauf- und Abfallende zu denken.

Ein Verpackungs-Prototyp aus Braunalgen für noch mehr Klimafreundlichkeit

Nun veröffentlichte Einhorn die Idee eines Prototypen des Start-ups mujō, der eine Verpackung der Periodenprodukte aus Braunalgen zeigt. Algen sind derzeit in punkto Plastikersatz sehr angesagt. Denn um das umweltschädliche Verpackungsmaterial Kunststoff von der Produktionsliste zu streichen, eignet sich die Unterwasserpflanze laut Wissenschaftlern bestens. Algen sind ein natürlicher Rohstoff, welcher keiner Düngung oder Ackerfläche bedarf. Verarbeitet haben Algen die gleiche Konsistenz wie verschiedene Plastikarten und sind zudem noch biologisch abbaubar.

Somit könnte die Verpackung aus Algen für Periodenverpackungen bald Realität werden: Einhorn hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass ihre Unternehmensideen effizient und schnell auf den Markt kommen. Nach nachhaltig und fair produzierten Kondomen folgten die umweltschonenden und zum Teil wieder verwertbaren Periodenprodukte und recyclebare Verpackungen.

Natürlich sind auch bei der Verwendung der Algen Dinge zu beachten, damit grundlegend von einer nachhaltigen Verpackungsvariante gesprochen werden kann. Die Algen sollten aus heimischen Meeren kommen, damit die Transportwege kurz bleiben. Auch sollte die Produktion in Deutschland stattfinden und die Algen nicht unnötig verschifft werden. Werden dahingehend alle relevanten Aspekte beachtet, scheint der Alge als revolutionärem Plastikersatz kaum mehr etwas im Wege zu stehen.

(lmk)

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