In der Energiewende orientieren sich immer mehr Schornsteinfeger beruflich um und bauen ihr Tätigkeitsfeld aus.
In der Energiewende orientieren sich immer mehr Schornsteinfeger beruflich um und bauen ihr Tätigkeitsfeld aus. Bild: getty images / gabort71
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Glücksbringer in der Energiewende: Schornsteinfeger schulen zu Energieberatern um

11.06.2022, 11:17

Mit der Energiewende verschwinden zunehmend auch Feuerstätten und Schornsteine aus den Häusern und von den Dächern. Das hat Auswirkung auf besonders eine Berufsgruppe: Schornsteinfeger. Um sich an die veränderten Umstände anzupassen, schulen deshalb immer mehr Schornsteinfeger um: Sie werden zu Gebäude-Energieberatern und somit zu Mitstreitern in der Energiewende.

Schornsteinfegen im Wandel

Die rund 21.000 Schornsteinfeger in Deutschland sehen sich nach Angaben ihres Bundesverbands als Begleiter der Energie- und Wärmewende. Die Ukraine-Krise habe die Entwicklung beschleunigt, sagte Alexis Gula aus dem Vorstand des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks gegenüber der Deutschen Presseagentur: "Uns war schon länger klar, dass das einen Transformationsprozess für unseren Berufsstand darstellt."

Mehr als 10.000 Schornsteinfeger in Deutschland seien bereits ausgebildete und geprüfte Gebäude-Energieberater. "Der Beratungsbedarf in der Bevölkerung ist wahnsinnig groß." Viele Neubauten kommen ohne Feuerstätte und Schornstein aus, weil sie entweder mit einer elektrischen Wärmepumpe oder per Fernwärme beheizt werden.

Zu den klassischen Tätigkeiten Kehren und Messen werden sich nach Gulas Überzeugung künftig viele Schornsteinfeger in den Bereichen Energie- und Lüftungstechnik spezialisieren. Schornsteinfeger hätten täglich mehr als 200.000 Kundenkontakte in Deutschland und seien ein neutraler Ansprechpartner für ihre Kunden. "Sie genießen einen wahnsinnigen Vertrauensvorschuss."

Kunden sind angetan vom "neuen" Schornsteinfeger

Die meisten Kunden begrüßen die Wandlung der Schornsteinfeger durchaus: Die Kundenzufriedenheit liege bei 98 Prozent nach Angaben des Verbands. "Die Energie- und Wärmewende wird ohne das Schornsteinfegerhandwerk nicht möglich sein", sagt Gula. Schornsteinfeger könnten auch Wärmepumpen betreuen, denn auch dabei gehe es um Effizienz und Betriebssicherheit.

In dieser Woche treffen sich die Schornsteinfeger zu ihrem Bundesverbandstag in Lübeck. Weitere Themen der Zusammenkunft sind dann zum Beispiel auch EU-Grenzwerte für Holzöfen und die Prävention von Kohlenmonoxid-Unfällen.

(dpa-afxp/sp)

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