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Gute Nachricht

Kenia führt neuen Feiertag ein – damit die Menschen Bäume pflanzen

NAKURU, RIFT VALLEY, KENYA - 2021/10/23: A woman carries tree seedlings in a bag on her back which were to be planted at a deforested area inside Mau Forest.
As a measure to mitigate the impacts of cl ...
Kenia hat sich hohe Ziele bei der Aufforstung gesetzt.Bild: LightRocket / SOPA Images
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Kenia führt neuen Feiertag ein – damit die Menschen Bäume pflanzen

12.11.2023, 13:50
Mehr «Nachhaltigkeit»

Die Klimakrise trifft uns am Ende alle. Doch bevor wir in Deutschland die schweren Folgen zu spüren bekommen, wird es vor allem die ohnehin schon armen Länder treffen – zum Beispiel Kenia.

So hat das ostafrikanische Land nun beschlossen, zumindest etwas vorzubeugen und einen Feiertag ins Leben gerufen, der ganz im Zeichen des Umweltschutzes steht.

NAKURU, RIFT VALLEY, KENYA - 2021/10/23: A young boy plants a tree seedling at a deforested area inside Mau Forest.
As a measure to mitigate the impacts of climate change, the Kenyan government set a  ...
Schon jetzt arbeitet Kenia an Pflanzprogrammen.Bild: SOPA Images/LightRocket via Gett

Die kenianische Regierung kündigte den neuen "besonderen Feiertag" auf X (vormals Twitter) an. Dort schrieb Kithure Kindiki, der Kabinettssekretär für Inneres und Verwaltung, die Öffentlichkeit im ganzen Land solle am 13. November Bäume pflanzen.

Aufforstungs-Programm: 15 Milliarden Bäume bis 2032

Der Kabinettssekretär forderte die Bevölkerung dazu auf, an dem außergewöhnlichen Feiertag einen "Beitrag zu den nationalen Bemühungen zu leisten, unser Land vor den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels zu schützen". Die Aktion ist Teil eines größeren Projektes. Kenia plant bis 2032 15 Milliarden neue Bäume zu kultivieren und pflegen. So soll zerstörte Natur wiederbelebt werden.

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In Kenia stellt großflächige Abholzung ein großes Problem dar. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gibt an, dass zwischen 1990 und 2010 die Waldfläche in Kenia von 10 Prozent auf 6 Prozent geschrumpft ist.

NAKURU, KENYA - 2021/12/31: View of indigenous trees felled and split by illegal loggers in the forest.
Illegal logging of mainly endangered indigenous trees in protected forests remains rampant in Ke ...
Auch illegale Rodungen sind ein großes Problem in Kenia.Bild: SOPA Images/LightRocket via Gett

Waldfläche wird größer dank Baum-Pflanz-Programm

Die Ambitionen der Regierung zeigen jedoch schon jetzt eine positive Wirkung. Die Waldfläche hat sich im Jahr 2022 wieder vergrößert. Trotzdem ist der Wald in Kenia noch immer gefährdet. Bevölkerungswachstum und eine große Nachfrage nach Holz führen zu mehr Rodungen. Genauso führen illegale Abholzungen zu weniger Baumbestand. Auch Dürren schaden den Bäumen. Sie werden wegen des menschengemachten Klimawandels zukünftig noch mehr werden.

Großflächige Abholzungen führten zur Zerstörung wichtiger Ökosysteme. Auch die Artenvielfalt leidet darunter. Deshalb will die kenianische Regierung einen Baumbestand von 30 Prozent erreichen.

Jeder Kenianer müsste bis 2032 jährlich 30 Bäume pflanzen

Zu den hohen Zielen beitragen sollen die Kenianer:innen am Montag, dem 13. November. Auch der "Kenya Forest Service" rief die Bevölkerung dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Alle seien eingeladen, den Tag zu feiern. So solle das Land wieder grüner gemacht werden. Dazu soll es 47 Kreisveranstaltungsorte geben. Auf Instagram rechnet die Organisation vor: "Nun, wenn jede Person in Kenia in den nächsten 10 Jahren jedes Jahr 30 Bäume pflanzt, werden wir bis 2032 15 Milliarden Bäume gepflanzt haben."

Weil Bäume Kohlenstoffdioxid aus der Luft filtern und in Sauerstoff umwandeln, ist Aufforstung ein zentraler Bestandteil vieler Klimaschutzprojekte. Zudem bieten Bäume vielen Pflanzen- und Tierarten Schutz und sorgen so dafür, dass sich diese sich verbreiten und vermehren können.

Schutz vor Naturkatastrophen: Neues Portal soll rechtzeitig warnen

Die Klimakrise hat eine alarmierende Zunahme von Naturkatastrophen auf der ganzen Welt zur Folge. Extreme Wetterereignisse wie Wirbelstürme, Überschwemmungen, Dürren und Waldbrände treten häufiger und intensiver auf, was verheerende Auswirkungen auf Gemeinden, Ökosysteme und die Wirtschaft hat.

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