Eine kunterbunte Märchen-Unterwasserlandschaft. Doch die Korallen, die hier so schön anzusehen sind,  stellen Teil eines gefährdeten Ökosystems dar und sind gleichzeitig vom Aussterben bedroht.
Eine kunterbunte Märchen-Unterwasserlandschaft. Doch die Korallen, die hier so schön anzusehen sind, stellen Teil eines gefährdeten Ökosystems dar und sind gleichzeitig vom Aussterben bedroht.
Bild: iStockphoto / Aaron Bull
Gute Nachricht

Eine Wolkenfabrik zur Rettung der Korallenriffe

21.09.2021, 15:56

Korallen, die roten Schönheiten unter anderem in Australiens Unterwasserwelt, sind vom Aussterben bedroht. Vom Menschen verursachte Einflüsse wie Müll, Abwasser oder der klimabedingte Temperaturanstieg führen bei Korallenriffen zum Farbverlust und Absterben. Eines der Gebiete, das am meisten betroffen ist, ist das Great Barrier Reef vor der Küste Australiens. Zur Rettung der relevanten Ökosysteme hat sich ein Forscherteam nun eine ungewöhnliche Methode überlegt: die Erzeugung künstlicher Wolken.

watson berichtete in der vergangenen Woche zum Schweizer Unternehmen "rrreefs", welches Tonelemente aus dem 3D-Drucker entwickelt hat, um Korallen wieder ein Fundament zum Wachsen zu bieten. In den Tests wurden diese Tonsteine von den Korallen sehr gut angenommen. In Sachen "Korallenrettung" schreitet die Forschung offenbar emsig voran. Hilfe ist hier auch mehr als nötig. Denn Korallenriffe bieten als relevante Ökosysteme zahlreichen Fischen und Wasserlebewesen Unterschlupf und Nahrung. Zudem halten die Riffe 70-80 Prozent der Wellenkraft vom Land ab.

Ein Forschungsteam der australischen Universität Southern Cross University will sich dem Aussterben der Korallen nun mit einer neuen Methode annehmen. Aus Seewasserturbinen, sogenannten "Nebelmaschinen", werden künstliche Wolken erzeugt. Diese sollen, über dem Riff schwebend, die durch den Klimawandel erhöhte Sonneneinstrahlung minimieren.

Die ersten Tests zeigen sehr gute Erfolge der "Nebelmaschinen-Methode"

In der Praxis sieht der Einsatz so aus: Die "Nebelmaschinen" sind auf umgebauten Fähren installiert, welche etwa 100 Kilometer vor der Küste Australiens ankern. Die trichterförmigen Turbinen saugen das Meerwasser auf und geben es dann mithilfe von Zerstäubungsdüsen als Wasserdampf wieder an die Umwelt ab. Die künstlichen Wolken sollen, zusammen mit den natürlichen Wolken, das Sonnenlicht in seiner Intensität mindern.

Das Verfahren wird derzeit durch eine Forschungsgruppe im australischen Coffs Harbour ausprobiert. Zur Kontrolle der Wolkeneffizienz werden Drohnen, Sensoren und ein weiteres Boot eingesetzt. Erste Ergebnisse seit dem Feldtest im März 2020 zeigen, dass warme Luftzüge vom Riff abgetrieben und in den Himmel gezogen werden konnten.

(lmk)

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