Der Klimawandel verursacht ein hohes Korallensterben. Um schnell neue Fundamente für die Pflanzen zur Verfügung zu stellen, hat sich ein Schweizer Unternehmen die 3D-Drucker-Technik zu Nutzen gemacht (Symbolbild).
Der Klimawandel verursacht ein hohes Korallensterben. Um schnell neue Fundamente für die Pflanzen zur Verfügung zu stellen, hat sich ein Schweizer Unternehmen die 3D-Drucker-Technik zu Nutzen gemacht (Symbolbild).
Bild: iStockphoto / IBorisoff
Gute Nachricht

Schweizer Unternehmen entwickelt Korallenriffe aus dem 3D-Drucker

14.09.2021, 11:49

Korallenriffe sind von einem starken Korallensterben betroffen. Verantwortlich dafür ist der Klimawandel. Da Korallenriffe einen essenziellen Teil des Ökosystems darstellen, sterben mit den Korallen auch andere Pflanzen und Tiere. Die schweizerische Meeresbiologin und Wissenschaftlerin Ulrike Pfreundt hat sich der Rettung der Korallen verschrieben. Mit ihrem Non-Profit Unternehmen "rrreefs" kreiert sie Tonelemente aus dem 3D-Drucker, an denen wieder Korallen wachsen können.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf der ganzen Welt warnen davor, dass bereits in weniger als 30 Jahren alle Korallen aus den Meeren verschwunden sein können. Durch die anthropogenen Folgen des Klimawandels – Versauerung, Verschmutzung und durch die Überfischung der Meere – sterben Korallen ab. Die Riffe bleiben als tote, farblose Gebilde zurück, in denen Fische und andere Meerestiere weder Nahrung, noch Unterschlupf finden.

Eine zu hohe Meerestemperatur ist inzwischen Dauerzustand

Insbesondere Wassertemperaturen, die auf über 30 Grad ansteigen, schaden den symbiotischen Algen, die das Sonnenlicht absorbieren und als Zucker an die Korallen abgeben. In der Vergangenheit gab es bereits Phasen, in denen die Meere hohe Wassertemperaturen erreichten. Inzwischen handelt es sich jedoch nicht mehr um kurze Perioden, sondern um Dauerzustände. Deshalb können sich die Algen und Riffe nicht mehr von der Belastung erholen.

Die Wissenschaft arbeitet bislang daran, Korallen künstlich zu vermehren, um ein gänzliches Aussterben zu verhindern. Am Institut für Chemie und Biologie des Meeres am Standort Wilhelmshaven konnten im April diesen Jahres das erste Mal bundesweit Steinkorallen im Labor gezüchtet werden.

Ulrike Pfreundt geht mit ihrem Schweizer Unternehmen einer anderen Methode nach. Mit Künstlerin und Geschäftspartnerin Marie Griesmar möchte sie die Lücken, die die abgestorbenen Korallenriffe hinterlassen wieder füllen. Dazu werden Tonmodule im 3D-Drucker erstellt. Der Ton ist ein natürliches Produkt, das Fischen einen nährstoffreichen und weichen Lebensraum bietet und dabei beständig gegen die Meeresbedingungen ist.

Erste Tests mit den 3D-Modellen im Meer zeigten 2019, dass eine Besiedlung der Tonsteine erfolgreich ist. Bislang produziert das Unternehmen drei Tonsteine täglich. Geplant ist eine zeitnahe Großproduktion – zum Glück. Denn Korallenriffe schützen die marine Biodiversität und halten 70-90 Prozent der Wellenkraft vom Land ab. Ohne Riffe, so der Forschungsstand, wird ein Viertel aller Meereslebewesen aussterben.

(lmk)

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