A basket of freshly picked apples in the orchard.
Die Klimakrise macht es den Obstbauern nicht leicht. Deswegen sollen neue Apfelsorten widerstandsfähiger werden.Bild: getty images / onepony
Klima & Umwelt

Äpfel vom Bodensee sollen robuster gegen Klimaschäden werden

22.04.2022, 11:3931.05.2022, 17:51

Unter den Folgen der Klimakrise leiden auch die Obstbauern. Am Bodensee in Frickingen wird deshalb auf zwei Apfelplantagen der Versuch unternommen, Äpfel zu züchten, die dem Klimawandel trotzen.

Herausforderungen der Klimakrise – wie Trockenheit, Hagel oder Frost – sollen den Äpfeln weniger zusetzen und die Apfelernte somit weniger beeinträchtigen. Insgesamt 15 Arten mit je 150 Bäumen werden aus diesem Grund auf ihre Widerstandsfähigkeit getestet. Das Ziel: Die Sorten ausfindig zu machen, die mit den Folgen der Klimakrise besser zurechtkommen als herkömmliche Sorten.

Erderwärmung macht sich in der Ernte bemerkbar

Der Rhythmus der Natur hat sich durch die Erwärmung des Klimas bereits verändert. Das beeinflusst auch Obstbäume: Blüten bilden sich früher im Jahr, gibt es dann doch nochmal Frost, werden diese beschädigt, was ihr Wachstum – und letztlich die Ernte beeinträchtigt. Die neuen Sorten sollen den Frühjahrsfrost, aber auch andere Wetterextreme wie Trockenheit und Hagel besser vertragen.

Bereits seit einigen Jahren sind sogenannte „Wetteräpfel“ in Supermärkten erhältlich. Sie haben unter extremen Wettereinflüssen gelitten und sind meist gezeichnet von zu viel Sonne oder Hagel. Früher wurde fehlerhaftes Obst und Gemüse im besten Fall als Tierfutter weiterverarbeitet, oftmals wurde es aber auch einfach entsorgt. „Wetteräpfel“ werden mittlerweile zwar verkauft, allerdings zu deutlich geringeren Preisen.

Bauern suchen neue Apfelsorten

Die Obstbauern suchen nach neuen Apfelsorten, deren Blüten im Frühjahr besser gegen den Frost bestehen, besser mit der zunehmenden Trockenheit zurechtkommen, aber dennoch mit weniger Pestiziden auskommen. Ins Leben gerufen hat dieses Projekt die "Obstregion Bodensee". In den nächsten zwei Jahren sollen die neuen Sorten getestet werden. Das baden-württembergische Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unterstützt die Versuche, widerstandsfähige Apfelsorten zu finden dabei finanziell mit.

(sp)

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