Landwirtschaft nachhaltig: Indoor-Farmen bieten hier vielfältige Möglichkeiten (Symbolbild).
Landwirtschaft nachhaltig: Indoor-Farmen bieten hier vielfältige Möglichkeiten (Symbolbild).
Bild: Digital Vision / Luis Alvarez
Gute Nachricht

Exotisches Obst und Gemüse ganz regional: Start-up errichtet nachhaltige Indoor-Farmen

19.08.2021, 12:04

Die Landwirtschaft ist mit 10 Prozent einer der größten globalen Verursacher von Treibhausgasen: Mit der Verwendung von Pestiziden, Herbiziden und der Verschiffung von Lebensmittelgütern durch die ganze Welt, gestaltet sich die Landwirtschaft alles andere als nachhaltig. Ein weiteres Problem ist, dass vielen Menschen nicht auf den Genuss exotischer Obst- und Gemüsesorten aus der ganzen Welt, wie zum Beispiel Papaya, Bananen und Avocado auch in Deutschland verzichten.

Weltweit arbeiten deshalb bereits einige Unternehmen mit Indoor-Farming dafür, dass der Genuss von Lebensmitteln, welche ursprünglich aus anderen Teilen der Welt kommen, erhalten bleiben kann. Hier gelangen sie dann vom regionalen Gewächshaus aus ohne lange Exportwege auf den Teller. Im DACH-Raum, also in Deutschland, Österreich und Schweiz sind Indoor-Farmen jedoch noch sehr spärlich im landwirtschaftlichen System etabliert.

Diese Lücke möchte das burgenländische Start Up Phytonic nun schließen. 2017 gegründet, hat sich das Unternehmen auf Indoor-Farming spezialisiert und versucht das Konzept in den DACH-Ländern einzuführen. Langfristig will Phytonic Farmen in ganz Europa bauen. Der Begriff "Indoor-Farm" ist inzwischen geläufig, sagt CEO und Gründer Martin Parapatits. 2017 sei Indoor-Farming in Österreich zum Beispiel noch gänzlich unbekannt gewesen. Es finde also eine stetige Entwicklung statt.

Exoten wie Wasabi und Safran werden regional angebaut

Indoor-Farmen bieten die Möglichkeit, auch in Städten großflächig Gemüse und Obst anzubauen und während Dürre- und Extremwetterperioden eine regionale Versorgung an Lebensmitteln zu generieren. Da klimatische Bedingungen und die Wasserversorgung in den Indoor-Farmen künstlich erzeugt werden, können hier auch exotische Nahrungsmittel angepflanzt werden. Wasabi, Safran und im Ausland heimische Speisepilze müssen damit keine unnachhaltigen Export-Besonderheiten mehr bleiben.

Phytonic arbeitet ganzheitlich klimabewusst: Die Energien für die Gewächshäuser sind zu 100 Prozent nachhaltig. Mit einer Photovoltaikanlage, welche auf dem Dach der Anlage platziert werden soll, ist zukünftig eine potentielle Selbstversorgung der Farm angedacht.

(lmk)

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