Nachhaltigkeit
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Das Biosolar-Blatt kann Kohlendioxid aufsaugen und Sauerstoff abgeben. bild: julianmelchiorri.com

Gute Nachricht

Solarpanels aus künstlichen Algen: Sie nehmen mehr CO2 auf als Bäume

Die Auswirkungen des Klimawandels gehen an keiner Branche vorbei. Auch in der Architektur und Gebäudetechnik wird an Strategien gearbeitet, die den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren sollen. Neue Designprinzipien könnten zukünftig einen wesentlichen Beitrag zur Verlangsamung des Klimawandels beitragen: beispielsweise durch eine Textilfassade, die Schadstoffe filtert, wie sie gerade in Hamburg getestet wird.

Eine weitere innovative Idee kam durch die Zusammenarbeit des Imperial College London und dem Startup-Unternehmen Arborea zustande: eine Technologie, mit der winzige Pflanzen auf Solarpanel-Strukturen kultiviert werden, welche auf Landschaften, Gebäuden und Dächern installiert werden können. Den Entwicklern zufolge können diese Biosolar-Blätter Kohlendioxid aufsaugen und Sauerstoff 100 mal effizienter in die Atmosphäre abgeben, als ein herkömmlicher Baum.

Die Solarpanels bestehen aus Phytoplankton und Mikroalgen – Mikroalgen sind die am schnellsten wachsenden Organismen des Planeten. Mit ihrer Hilfe will der Gründer und Geschäftsführer von Arborea, Julian Melchiorri, Treibhausgase und globale Erwärmung bekämpfen und zudem einen Betrag zur Welternährung leisten, berichtet "The Guardian". Denn die kleinen Organismen lassen sich außerdem ernten und als Nahrungsmittel verwenden.

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Der Kronleuchter bindet CO2 und produziert Sauerstoff. bild: julianmelchiorri.com

Melchiorri hat 2017 bereits eine ähnliche Luftreinigungs-Technologie entwickelt. Mit seinem sogenannten atmenden Kronleuchter ("Exhale Bionic Chandelier") hat er eine lebendige und atmende Struktur aus Mikroalgen geschaffen, die die Luft in Innenräumen reinigen soll. Sie hängt im Victoria and Albert Museum in London. Der lebende Kronleuchter besteht aus 70 Blättern aus Glas, in deren Inneren sich grüne, in Wasser gelöste Mikroalgen befinden. Sie imitieren die Arbeit echter Blätter, absorbieren also Kohlendioxid und setzen Sauerstoff frei. Alles was sie dazu brauchen, ist Sonnenlicht.

Inzwischen wurde diese Technik weiterentwickelt, sodass es möglich ist, künstliche Bauten innen und außen mit den Blättern zu bedecken. Derzeit wird die Pilotanlage auf einigen Dächern des Imperial College in London getestet. Es soll herausgefunden werden, wie gut das System zur Luftreinigung funktioniert, und ob es zukünftig in größeren Produktionsstätten eingesetzt werden kann.

(sb)

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