Die Luftverschmutzung in Berlin ist von 2018 zu 2019 deutlich zurückgegangen.
Die Luftverschmutzung in Berlin ist von 2018 zu 2019 deutlich zurückgegangen.
Bild: E+ / damircudic
Gute Nachricht

Umweltmaßnahmen zahlen sich aus: Berliner Luft wird deutlich sauberer

03.11.2020, 14:11

Der Smog der Großstädte ist eine echte Katastrophe fürs Klima und für die Gesundheit der Bewohner. Doch es lässt sich ein positiver Trend beobachten: Immer mehr deutsche Städte bleiben unter den Stickoxid-Grenzwerten. Auch in Berlin ist die Belastung durch Stickstoffdioxid und Feinstaubpartikel 2019 stark zurückgegangen, wie der Jahresbericht der Senatsumweltverwaltung zeigt. Für diese beiden Schadstoffe wurden die niedrigsten Immissionsbelastungen seit Beginn der Messungen im Berliner Luftgütemessnetz festgestellt.

Insbesondere an Hauptverkehrsstraßen, an denen 2018 der Grenzwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel noch deutlich überschritten wurde, seien die größten Verbesserungen der Werte erreicht worden, heißt es in dem Bericht. So sei beispielsweise die Stickstoffdioxid-Belastung von 2018 auf 2019 an der Leipziger Straße, an der Silbersteinstraße und am Hardenbergplatz um bis zu 20 Prozent innerhalb eines Jahres gesunken.

Außerdem auffällig ist die Entwicklung an viel befahrenen und eng bebauten Hauptverkehrsstraßen: An jedem zweiten Messpunkt wurde laut dem Bericht 2019 der Stickstoffdioxid-Grenzwert von 40 µg/m³ im Jahresmittel eingehalten – im Vorjahr war dies nicht einmal an jeder fünften Station der Fall.

Weniger Überschreitungen an der Frankfurter Allee

Beim Feinstaub seien in Berlin auch im Jahr 2019 die EU-weiten Grenzwerte wieder eingehalten worden. Die meisten Überschreitungen des Tagesmittels von 50 µg/m³ gab es laut Messungen an der Frankfurter Allee: Festgestellt wurden 14, erlaubt sind 35 Überschreitungen pro Jahr. Auch dies sei die geringste Anzahl an Überschreitungen, die im Berliner Luftgütemessnetz verzeichnet wurden, seit der europäische Feinstaub-Grenzwert im Jahr 2005 in Kraft trat, heißt es in dem Bericht.

Laut Senatsumweltverwaltung lassen die positiven Entwicklungen sogar eine flächendeckende Einhaltung des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen strengeren Feinstaub-Langzeit-Zielwertes von 20 µg/m³ erreichbar erscheinen.

Welche Maßnahmen haben dazu geführt?

Laut "Berliner Zeitung" führt Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) diese Entwicklungen auf die ergriffenen Maßnahmen wie Tempo 30 auf der Leipziger Straße und auf weiteren 32 viel befahrenen Straßen im Sommer 2019 sowie das Diesel-Durchfahrverbot auf acht Straßen im November 2019 zurück: "Die Luft ist deutlich sauberer geworden. Die Ergebnisse bestätigen, dass wir die Ursachen der Schadstoffbelastungen in Berlin richtig erkannt haben, unsere Maßnahmen zur Luftreinhaltung zielgerichtet sind und Wirkung zeigen. Diese Schadstoffreduktion ist gut für die Gesundheit der Berlinerinnen und Berliner." Die zunächst stark kritisierten umweltpolitischen Maßnahmen der rot-rot-grünen Koalition haben sich offenbar ausgezahlt.

Corona-Auswirkungen noch unklar

Wie sich die beiden Schadstoffwerte im laufenden Jahr entwickeln, könne noch nicht gesagt werden. Es werde aber davon ausgegangen, dass sich der Abwärtstrend weiter fortsetzt. Einschränkend stellt die Senatsumweltverwaltung fest: "Es bleibt allerdings abzuwarten, ob es infolge der Corona-Pandemie zu einer signifikanten Zunahme des Kfz-Verkehrs kommt – und wie sich dieser auf die Luftgüte auswirkt." Nach der Jahresbilanz 2020 könne entschieden werden, ob und in welchen Straßen die Diesel-Durchfahrverbote aufgehoben werden können.

(sb)

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