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Svenja Schulze fordert einen einen erweiterten Sicherheitsbegriff auch für die globale Ernährungslage. Bild: www.imago-images.de
Klima & Umwelt

Svenja Schulze will globales Bündnis für Ernährungssicherheit anstoßen

21.04.2022, 11:4921.04.2022, 13:17

Im Kampf gegen die drohende Hungerkrise wegen des Ukraine-Kriegs will Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) ein Bündnis für globale Ernährungssicherheit anstoßen. Dieses solle sowohl kurzfristig Hilfe koordinieren als auch langfristig krisenfeste Strukturen aufbauen, sagte Schulze am Mittwoch in Berlin vor ihrem Abflug zur Weltbanktagung in Washington. Bei der Tagung will die Ministerin für ihre Idee werben – in ersten Gesprächen sei sie auf "offene Ohren" gestoßen.

Abhängigkeiten müssen aufgelöst werden

Schulze sagte, dass wegen des Ukraine-Kriegs die "schwerste globale Ernährungskrise der vergangenen Jahrzehnte" drohe. "Putin nutzt Hunger als Waffe." Dieser führe zur Destabilisierung von Gesellschaften, warnte sie. Viele Länder seien abhängig von Weizenlieferungen aus der Ukraine. Dort drohe aber die nächste Ernte auszufallen, Häfen würden beschossen. Auch Russland habe den Export von Lebensmitteln weitgehend gestoppt.

Die Ministerin will ihren Vorstoß für ein Bündnis im Rahmen der G7-Gruppe führender Industriestaaten unternehmen, in der Deutschland in diesem Jahr die Präsidentschaft innehat. Es solle offen sein für andere Regierungen und Organisationen sowie Hilfe aus dem privaten Sektor, sagte sie. Die Weltbank könne eine wichtige koordinierende Rolle spielen.

Deutschland stellt 430 Millionen Euro bereit

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte bereits angekündigt, dass Deutschland 430 Millionen Euro zusätzlich für die Ernährungssicherheit bereitstellen will. "Einer muss anfangen zu sagen, wir legen eine erste Summe auf den Tisch", sagte Schulze dazu.

Zunächst müsse sichergestellt werden, dass die Lagerbestände an Nahrungsmitteln fair verteilt würden und die Preise nicht in die Höhe schießen. Zudem müssten Länder krisenfester werden und unter anderem wieder mehr Lebensmittel selbst anbauen. Wegen der globalen Erwärmung müsste sich die Landwirtschaft beispielsweise in der Sahelzone stark verändern.

In dem Zusammenhang betonte Schulze, dass nicht "eine Krise gegen die andere" ausgespielt werden dürfe. Stattdessen müssten mehrere Krisen gleichzeitig bewältigt werden. Die Artenvielfalt müsse geschützt und der Klimawandel berücksichtigt werden. Geschützte Flächen für intensive Landwirtschaft freizugeben etwa sei zu kurz gedacht.

"Wir brauchen einen erweiterten Sicherheitsbegriff", forderte Schulze. Dieser müsse nicht nur die militärische Sicherheit, sondern auch die Ernährungslage und Gesundheit von Menschen berücksichtigen. Es bestehe ein hohes Risiko, dass Länder sich aus Abhängigkeit erpressbar von Russland machten.

(sb/afp)

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