Mit der Abwärme der "Therme Wien" sollen 1.900 Haushalte via Fernwärme klimafreundlicher beheizt werden.
Mit der Abwärme der "Therme Wien" sollen 1.900 Haushalte via Fernwärme klimafreundlicher beheizt werden.Bild: getty images / nd3000
Gute Nachricht

Therme Wien liefert Fernwärme – und beheizt so 1900 Haushalte

12.05.2022, 11:37

Die Therme Wien liefert jetzt Fernwärme für 1900 Haushalte der österreichischen Hauptstadt. Das warme Wasser der Thermalbecken sorgt also nicht nur für Entspannung, aus dem etwa 30 Grad warmen Abwasser entsteht mithilfe von Wärmepumpen zusätzlich Fernwärme.

Der Wirtschaftsstadtrat Wiens, Peter Hanke, betont, dass mit diesem Projekt ein wichtiger Schritt für mehr Unabhängigkeit von Gasimporten gemacht werde. Der Thermalquelle, die seit Mitte der 1950er-Jahre von der Therme Wien genutzt wird, kommt so außerdem eine zusätzliche Funktion zu.

Das Unternehmen Wien Energie hat rund drei Millionen Euro dafür investiert, dass die zuvor ungenutzt in den Kanal geflossene Wärme-Energie des Thermalwassers den umliegenden Haushalten nun Wärme liefert. Der Vorsitzende des Energieunternehmens, Michael Strebl, erklärt, dass man so auch für mehr Klimaschutz sorge und sich dem Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2040 annähere.

Therme liefert nun 11 Gigawattstunden Wärme pro Jahr

In der Tiefgarage der Therme sind dafür zwei Wärmepumpen installiert worden. Diese sind an das gesammelte Thermalabwasser angeschlossen und funktionieren wie ein umgekehrter Kühlschrank: Die etwa 30 Grad Restwärme des Thermalabwassers werden zur Produktion von bis zu 85 Grad heißer Fernwärme genutzt, die direkt in das lokale Fernwärmenetz eingespeist wird. Dadurch sollen pro Jahr ungefähr elf Gigawattstunden Wärme erzeugt werden.

Im Mai hatte Wien Energie angekündigt, eine Milliarde Euro in den Gas-Ausstieg zu investieren. Für Mitte 2023 ist geplant, die Abwärme eines Rechenzentrums zum Heizen der angrenzenden Klinik zu nutzen. Dadurch sollen 4000 weitere Tonnen CO2 eingespart werden. Geplant ist, die große Summe in Geothermie, Großwärmepumpen und den Ausbau von Fotovoltaik und Windkraft zu investieren und so zügiger die Abhängigkeit von fossilen Energien zu beenden.

(sp)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Produktion von Fleischeralternativen wächst weiter

Immer mehr Menschen greifen zu Fleischalternativen, deshalb stieg die Produktion von Seitanwurst, Sojaschnitzel und Co. im vergangenen Jahr weiter an. Dass wir immer häufiger zu Ersatzprodukten greifen, ist nicht nur für die Umwelt besser, sondern auch für unsere Gesundheit. Selbst wenn man nicht direkt vegetarisch oder vegan lebt, Flexitarier können auch ihren Anteil leisten und Treibhausgase durch Massentierhaltung verringern.

Zur Story