Immer mehr Anleger und Unternehmen legen bei der Finanzierung Wert auf Nachhaltigkeit. (Symbolbild)
Immer mehr Anleger und Unternehmen legen bei der Finanzierung Wert auf Nachhaltigkeit. (Symbolbild)Bild: iStockphoto / Dima Berlin
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Öko-Geldanlagen: Bundesregierung beschließt erste Strategie für nachhaltige Finanzierung

10.05.2021, 11:4814.05.2021, 19:06

Das Bundeskabinett hat jetzt die erste deutsche Strategie für nachhaltige Finanzierung beschlossen. Die sogenannte Sustainable-Finance-Strategie soll notwendige Investitionen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit mobilisieren und zudem Klima- und Umweltrisiken stärker in den Fokus der Finanzwelt stellen. Damit sollen im Finanzsystem grüne Investments gefördert werden, beispielsweise mit einer Nachhaltigkeits-Ampel, die Geldanlagen und Investments kennzeichnet.

Die Ziele sind klar abgesteckt: "Die Bundesregierung will Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort ausbauen", heißt es in dem Konzept. Dabei richte man sich an den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen aus und wolle sich eng mit der EU abstimmen.

Investments werden immer grüner

Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die ESG-Kriterien – Environment, Social, Governance, also Umwelt, Soziales und faire Unternehmensführung – für Anleger und Unternehmen immer wichtiger werden. Diese Entwicklung will die Regierung jetzt fördern. Beispielsweise durch eine Ampel, die anzeigt, wie grün gewisse Anlagen wie etwa Fonds sind. "Das System soll Anlegerinnen und Anlegern schnell und einfach Hinweise geben, Nachhaltigkeit bei der Vermögensanlage einzuschätzen und zu berücksichtigen."

Nachdem bereits 2020 die ersten beiden Green Bonds an den Markt gebracht wurden, sollen nun auch dieses Jahr grüne Anleihen folgen – bereits im Mai sei der erste geplant, im zweiten Halbjahr solle eine zehnjährige Anleihe folgen.

Sowohl bei Geschäften im Inland als auch im Ausland sollen Nachhaltigkeitsaspekte zunehmend im Fokus stehen. "Künftig sollen bei den Exportkreditgarantien über die bereits bestehenden Anreizmodelle hinaus besonders klimafreundliche Projekte von zusätzlichen günstigen Deckungskonditionen profitieren."

Die Zusammenarbeit mit der EU ist zwar geplant, doch für die Bundesregierung ist klar, dass bei den erarbeiteten Leitlinien Atomkraft keine Rolle spielen soll. Da es in der EU jedoch starke Befürworter für die Technologie gibt, wurde bisher keine Einigung erreicht. Das letztliche Ziel der Bundesregierung ist es, die nötigen Investitionen für eine Klimaneutralität des Kontinents bis 2050 aufzubringen. Schätzungsweise werden dafür jährlich 350 Milliarden Euro gebraucht.

(sb)

Neue Alternative zu Plastikverpackungen: Schutzhüllen aus Bio-Abfällen

Ein Blick auf das Obst- und Gemüsesortiment in den Supermarktregalen zeigt: Der Plastikverbrauch zum Verpacken der Frischware ist hoch. Die extrem umweltschädliche Folie soll insbesondere stark wasserhaltiges Gemüse wie Gurken, Brokkoli oder Pak Choi haltbarer machen und beim Transport schützen. Aus der Schweiz kommt jetzt ein vielversprechendes Lösungsangebot für das Verpackungsproblem: An der EMPA, einer eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt wurde eine nachhaltige Schutzhülle aus Bio-Abfall entwickelt.

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