Wie in der Ostsee gefischt wird, dürfte sich bald erheblich ändern.
Wie in der Ostsee gefischt wird, dürfte sich bald erheblich ändern.Bild: www.imago-images.de / Rico Ködder
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Gezielter Fang von Hering und Dorsch wird in der Ostsee stark eingeschränkt

16.10.2021, 11:51

Fischer dürfen in der westlichen Ostsee künftig keinen Dorsch und Hering mehr gezielt fangen. Die EU-Länder hatten sich nach mehr als 24 Stunden Verhandlung am Dienstag darauf geeinigt, dass lediglich Beifang in Höhe von knapp 490 Tonnen Dorsch und 788 Tonnen Hering noch möglich sein soll, teilten die EU-Länder mit.

Vergangenes Jahr durften EU-weit noch 1.600 Tonnen westlicher Hering und 4.000 Tonnen westlicher Dorsch gefangen werden. Hintergrund der neuen Regelungen sind besorgniserregende Entwicklungen vieler Fischbestände in der Ostsee.

Einigung beinhaltet Ausnahmen

Damit folgen die Länder beim Hering dem Vorschlag der EU-Kommission. Beim westlichen Dorsch übersteigt die Einigung den Vorschlag der Brüsseler Behörde gar um rund 165 Tonnen. Für Deutschland bedeutet das, dass noch 435 Tonnen westlicher Hering und 104 Tonnen westlicher Dorsch gefangen werden dürfen.

In der Einigung findet sich eine Ausnahmegenehmigung für Fischerboote unter zwölf Metern Länge, die mit "passivem Fanggerät", also etwa Stellnetzen, weiterhin gezielt Heringe fischen dürfen. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundesagrarministeriums. In einer Mitteilung wies das Ministerium zudem darauf hin, dass es dem Beschluss nicht zustimme.

Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte vergeblich gefordert, dass über die Fangmenge des westlichen Herings erst im Dezember entschieden werden sollte, weil der Bestand wandern und auch andere Länder von ihm fischen würden.

Hier ein Statement von Julia Klöckner zu den Verhandlungen über die Fischereiquote:

Die Verhandlungen mit diesen Ländern finden allerdings erst Ende des Jahres statt. Klöckners Befürchtung ist demnach, dass eine strikte EU-Entscheidung für die Ostsee andere Länder zu einer höheren Fangmenge in anderen Meeren verleiten könnte.

Zahlreiche Organisationen für Umweltschutz kritisieren schon lange zu hohe Fangmengen.

(sb/dpa-afxp)

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