ARCHIV - 08.06.2021, Bayern, Leiten: Ein Traktor zieht eine Landwirtschaftsmaschine, mit der Gülle auf ein gemähtes Feld verteilt wird. (zu dpa: «Neue Düngeregeln in NRW: Ein Drittel der Ackerflächen  ...
Bald soll Kuhdung nicht mehr mit dem Traktor auf dem Feld versprüht werden, sondern diesen antreiben.Bild: dpa / Peter Kneffel
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Nicer Scheiß: Gülle-Traktor soll CO₂-Emissionen von Milchbetrieben verringern

20.01.2023, 11:39

Nicer Scheiß – ganze 270 Pferdestärken soll ein neuer Traktor auf die Felder bringen, der nicht mit Diesel, sondern mit Kuhdung betrieben wird. Zwei Unternehmen haben in Kooperation dafür einen Traktor entwickelt, der die Abfälle der Kuhhaltung sinnvoll weiterverwerten und in Energie umsetzen kann. Zuvor hatten Bauern die Wahl, ob sie den Dung ihrer Kühe kostenlos auf den Acker bringen oder kostenpflichtig entsorgen lassen.

Die Leistung und die Drehmomente des Traktors mit dem alternativen Kraftstoff sollen identisch zu denen eines Dieseltraktors sein, zusätzlich benötigt das Modell keine zusätzlichen Tanks. Der Traktor ist dabei durch die Gülle, deren Biomethan den Traktor antreibt, vollständig kohlenstoffneutral und damit nachhaltiger als gängige Modelle in der Landwirtschaft, die oft noch mit Diesel betrieben werden.

Traktor-Zusammenarbeit für mehr Nachhaltigkeit

Der Hersteller von Landmaschinen und Agrartechnik New Holland hat sich mit dem in Großbritannien ansässigen Unternehmen Bennamann zusammen getan. Dieses soll mit seiner Expertise zur Erfassung und Wiederverwendung von flüchtigen Methanemissionen für die energetische Nutzung des Kuhdungs helfen.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit beider Firmen ist der Traktor "T7 Methane Power LNG". Bennamann-Geschäftsführer Chris Mann sieht hierin einen "bedeutenden Schritt auf dem Weg zur Dekarbonisierung des globalen Agrarsektors und zur Einführung einer Kreislaufwirtschaft".

Methan-Tankstelle für mehrere Landwirte möglich

Schon mit dem Vorgängermodell des Traktors war es gelungen, die Jahres-Kohlendioxidemissionen von 2.500 auf 500 Tonnen zu reduzieren. Um den Traktor zu betreiben, wird der Dung von mindestens 100 Kühen benötigt und in flüssiges Methan umgewandelt. Am Standort des Testbetriebs des neuen Traktors, in der südenglischen Grafschaft Cornwall, wird das Methan in einer Anlage gespeichert.

Der kryogene, entlüftungsfreie Edelstahltank hält das Methan konstant bei minus 162 Grad Celsius, so kann der Kraftstoff transportiert werden, es benötigt also nicht jeder Hof eine eigene Methanproduktion.

CO₂-Emissionen von Milchviehbetrieben verringern

Indem das Methan der Gülle verflüssigt und als Biokraftstoff verwendet wird, kann der CO₂-Fußabdruck von Milchviehbetrieben erheblich reduziert werden. Die direkte Emission von Güllelagunen und -tanks wird verhindert, außerdem wird der Einsatz von CO₂-intensiven chemischen Düngemitteln verringert und der Einsatz fossiler Brennstoffe in Landwirtschaftsmaschinen verdrängt.

Durch die Verarbeitung der Gülle besteht auch ein geringerer Bedarf bei der Gülleausbringung. Durch den nachhaltigeren Antrieb der Landwirtschaftsmaschinen könnte, laut Hersteller, bei einem Betrieb mit 120 Kühen eine CO₂-Reduzierung vorgenommen werden, die etwa 100 "westlichen" Haushalten entspricht.

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