Passenger train passes station in urban landscape

Ein Testzug erreichte eine Geschwindigkeit von über 1000 Kilometern in der Stunde (Symbolbild). Bild: iStockphoto / aapsky

Gut fürs Klima, krasses Tempo: Koreanischer Hyperzug ist schneller als ein Flugzeug

Die schnellsten Reisezüge der Deutschen Bahn fahren in Deutschland bis zu 300 Kilometer in der Stunde, in Frankreich immerhin bis zu 320 km/h. Ziemlich schnell, würde man meinen. Doch die deutschen Züge kommen einem wie kriechende Schnecken vor, verglichen mit der neuesten Eisenbahnerfindung aus Südkorea.

Wie der "Stern" berichtet, plant Südkorea ein Eisenbahnsystem mit Vakuumröhren. Das südkoreanische Eisenbahnforschungsinstitut "Korail" (Korean Railroad Research Institute) habe mit einem Testzug bereits eine Geschwindigkeit von über 1000 km/h erreicht – der Zug war damit schneller als ein Flugzeug.

Dass der Zug in einer Röhre fährt, hat zwei Gründe: Erstens wäre die Lärmbelastung eines so schnell fahrenden Zuges sehr hoch, zweitens würde der Luftwiderstand so groß werden, dass die Fahrt sehr viel Energie verbrauchen würde.

Die Züge im Vakuum sind nicht nur superschnell, sondern auch noch extrem gut für das Klima: Da sie mit Magnetkissen beschleunigt und elektrisch angetrieben werden, benötigen sie keine fossilen Treibstoffe.

Zudem sei die Lärmbelästigung durch einen entsprechenden Hyper-Bahnhof, der unterirdisch in der Stadt liegen könnte, im Vergleich zu der eines Flughafens minimal. Laut "Stern" sollen ab 2024 in Südkorea Hyperröhren für diese Züge gebaut werden.

Hochgeschwindigkeitszüge ersetzen Dieselzüge

Bis die Hyperzüge fahren können, wird es also noch eine Weile dauern. Ein neuer Hochgeschwindigkeitszug wurde aber bereits diese Woche in Betrieb genommen worden. Der KTX-Eum genannte Zug soll nach Angaben der Regierung die Ära der Dieselzüge beenden, bis 2029 alle langsamer fahrenden Personenzüge des Landes ersetzen und zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen beitragen. Es ist die erste in Südkorea hergestellte elektrische Triebwageneinheit.

Präsident Moon Jae hatte am Montag vor einer Probefahrt gesagt, durch den Einsatz des neuen Zugs könne das Land die Treibhausgasemissionen von 235.000 Tonnen im Jahr 2019 auf 165.000 Tonnen 2029 reduzieren. Der CO2-Ausstoß betrage 70 Prozent der Emissionen einer Diesellokomotive.

Moon kündigte zudem an, dass die Regierung bis 2025 mehr als 70 Billionen Won (etwa 52,4 Milliarden Euro) in das Eisenbahnsystem des Landes investieren wolle, um die Reisezeiten zwischen den großen Städten des Landes zu verringern.

(sb/dpa)

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