Ein Ruhestand nach der Schwerstarbeit als Legehenne ist nur den wenigsten Hühnern vergönnt.
Ein Ruhestand nach der Schwerstarbeit als Legehenne ist nur den wenigsten Hühnern vergönnt.Bild: iStockphoto / NikonShutterman
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Ruhestand statt Schlachtbank: Verein rettet ausrangierte Legehennen

07.02.2021, 08:51

Das Leben der durchschnittlichen Legehenne in Deutschland ist mühselig – und kurz. Schon nach einem Jahr ist ihr auf Hochleistung getrimmter Körper so ausgezehrt, dass er kaum noch Eier legen kann. Etwa drei bis fünf Eier in der Woche produziert er dann noch – zu wenig für den profitorientierten Markt. Also landen die ausrangierten Legehennen oft mit nur etwa 18 Monaten auf der Schlachtbank, wo sie für wenige Cent entsorgt werden.

"Die Hennen werden wie Abfall der Legeindustrie behandelt und oftmals im Akkord, ohne Rücksicht auf brechende Flügel, Beine oder Wirbel aus den Ställen geholt und abtransportiert", schreibt der Verein Rettet das Huhn e.V. auf seiner Homepage. Etwa 51 Millionen Hennen jährlich ereilt in Deutschland dieses Schicksal. Ihre Überreste werden zu Tierfutter verarbeitet oder landen als Billigfleisch auf dem afrikanischen Markt.

Rettet das Huhn e.V. will das ändern. Der Verein rettet Legehennen und verhilft ihnen zu einem zweiten Leben. Dazu übernimmt die Initiative jedes Jahr Tiere aus kooperierenden Bio-, Freiland- und Bodenhaltungsbetrieben in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Die geretteten Hühner werden dann an Privatpersonen vermittelt, die ausreichend Platz haben, damit die Hühner Picken, Scharren und den Ruhestand genießen können.

Rund 11.000 Hühner entgehen so im Jahr dem Tod. Seit 2007 hat der Verein nach eigenen Angaben schon mehr als 91.000 Tieren das Leben gerettet. Auch aktuell sucht der Verein wieder Menschen, die einen Teil der fast 5000 Hennen übernehmen wollen, die im Frühjahr gerettet werden sollen. Jeweils zwischen zwei und 15 Hühner sollen so gemeinsam ein neues Zuhause finden.

Nach ihrer Entlassung aus dem Legebetrieb haben die Hühner übrigens durchschnittlich nur noch ein bis drei jahre zu leben. Denn die extremen Legeleistungen und der psychische Stress durch die nicht artgerechte Haltung mit Hunderten anderen Tieren auf engem Raum in den Legebetrieben führen häufig zu Tumoren oder Entzündungen am Legeaparat. Trotzdem: Jeder Tag in Freiheit ist ein guter Tag.

Hühner sind übrigens nicht die einzigen Tiere, die die Chance haben, nach der Massentierhaltung ein neues Leben zu beginnen. Der Verein betreut auch die Initiativen "Rettet die Kuh" und "Rettet das Pferd".

(ftk)

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