Gemütliche 60 km/h soll das Hybrid-Modell auf der Schiene fahren
Gemütliche 60 km/h soll das Hybrid-Modell auf der Schiene fahrenscreenshot: animation/youtube/groupe sncf
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Neuer Mini-Zug soll Menschen im ländlichen Frankreich bis zur Haustür fahren

17.04.2022, 12:3017.04.2022, 12:34

Die französische Eisenbahn möchte Nebenstrecken mit einem neuen Mini-Triebwagen neues Leben einhauchen: Die von Gleisen auf die Straße wechselnde Mini-Eisenbahn, die kaum größer als ein Auto ist, soll Reisende direkt an der Haustür absetzen und auf Strecken eingesetzt werden, auf denen sich klassische Züge nicht lohnen.

Das auf den Namen "Flexy" getaufte Fahrzeug, hat Räder, die aus Auto- und Eisenbahnreifen bestehen, und kann an Bahnübergängen auf die Straße abbiegen, um nahe gelegene Wohngebiete zu erreichen. Ein Pilotversuch soll 2024 starten. Es gehe darum, dem Klimawandel zu begegnen und den ländlichen Raum wieder besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erschließen, erklärte die französische Staatsbahn SNCF.

Dichterer Fahrplan auch auf Strecken mit geringer Nachfrage

Zu diesem Zweck will die SNCF zwei weitere Leichttriebwagen erproben. "Draisy" nennt sich ein mit aufladbaren Akkus betriebener Zug mit 30 Sitz- und 50 Stehplätzen, der auf Wunsch von Reisenden auch an Bedarfshaltestellen unterwegs stoppen kann. Der aus Bauteilen aus der Automobilindustrie konzipierte Zug soll wenig wiegen, entsprechend kostengünstig im Betrieb sein und ab 2025 erprobt werden.

Ein weiterer innovativer leichter Batterie-Zug (TLI) soll 100 Fahrgäste mitnehmen können, den Verschleiß der Schienen reduzieren und einen dichteren Fahrplan auch auf Linien mit geringer Nachfrage ermöglichen.

Abfahrt von der Schiene auf die Straße am Bahnübergang in ländlichen Gebieten
Abfahrt von der Schiene auf die Straße am Bahnübergang in ländlichen Gebieten screenshot: Animation/youtube/groupe sncf

Idee eines Triebwagens für Straße und Schiene nicht neu

Bei der aktuellen Präsidentschaftswahl in Frankreich machen sich viele Politiker für das Reaktivieren von Nebenstrecken stark, die mit dem Ausbau des schnellen TGV-Netzes teils geschlossen wurden. Die französische Idee eines Triebwagens, der Schiene und Straße gleichzeitig nutzen kann, ist nicht vollkommen neu. In den 50er Jahren erprobte die Bundesbahn einen Schienen-Straßen-Omnibus, der wegen seiner umständlichen Technik aber nicht lange eingesetzt wurde.

(joe/dpa)

Deutsche Bahn will Regionalverkehr auf dem Land ausweiten

Wer vom Land kommt, kennt es: Der Bus in die nächst größere Stadt fährt nur dreimal am Tag und in die Großstadt dauert es oft stundenlang – inklusive Umsteigen. In kleinen Dörfern ist der öffentliche Nahverkehr oft nicht genug ausgebaut. Weshalb die meisten Menschen mit dem Auto fahren.

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