Ein Start-up aus Frankreich will eine Milchalternative produzieren, die eigentlich wie Kuhmilch ist.
Ein Start-up aus Frankreich will eine Milchalternative produzieren, die eigentlich wie Kuhmilch ist.Bild: getty images / Elena Medoks
Gute Nachricht

Neue Alternative: Diese Milch soll wie Kuhmilch schmecken – ist es aber nicht

01.05.2022, 22:39

Es gibt viele Alternativen zu Kuhmilch, durch die wir unseren Konsum von tierischen Produkten reduzieren können. Doch nicht jeden überzeugen diese geschmacklich vollends. Das französische Biotech-Startup Bon Vivant aus Lyon will jetzt Milch aus dem Bioreaktor produzieren, diese soll wie Kuhmilch schmecken, aber die Nachteile herkömmlicher Milchproduktion vermeiden. Nach dem Fleisch aus dem Labor, kommt als nächstes Produkt die künstlich erzeugte Kuhmilch?

Neben der Fleischindustrie ist auch die Milchindustrie verantwortlich für Massentierhaltung und somit maßgeblich beteiligt an der Erderwärmung. 2019 war die Landwirtschaft laut dem Europäischen Parlament für mehr als 10 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Eine Abkehr von tierischen Produkten tut der Umwelt gut, fällt aber manchem schwer. Milchalternativen gibt es aus Soja, Hafer, Mandeln, Reis, Hanf oder Erbsenprotein, allerdings werden diese auch oft als eigenständige Produkte und nicht unbedingt als Milchersatz gesehen.

Milch aus dem Bioreaktor

Ein Start-up aus Frankreich will jetzt eine Milch auf den Markt bringen, die wie Kuhmilch schmeckt, aber aus dem Bioreaktor stammt, einem Behälter, in dem bestimmte Mikroorganismen, Zellen oder Pflanzen unter möglichst optimalen Bedingungen kultiviert werden. Mithilfe von Hefekulturen sollen ähnliche Proteine hergestellt werden, wie sie in Kuhmilch zu finden sind. Durch das Trennen der Proteine von den Hefepilzen soll man ein reines Milchprotein erhalten, was jedoch keine Laktose und kein Cholesterin enthält und einen wesentlich kleineren ökologischen Fußabdruck erzeugen.

Bisher befindet sich das Verfahren noch in der Laborphase und ist ähnlich wie das Laborfleisch in der Europäischen Union noch nicht zugelassen. In den USA und in Israel ist Milch durch Fermentation in Bioreaktoren schon weiter, statt Hefekulturen werden dort jedoch Epithelzellen (Gewebezellen) aus Kuheutern verwendet. Geschmacklich soll die Milch kaum von Kuhmilch zu unterscheiden sein, biochemisch jedoch sehr und auch preislich soll sie, wenn sie im Sommer auf den Markt kommt, erst mal über der Kuhmilch liegen.

Auch Muttermilch aus dem Bioreaktor möglich

In Israel ist es einem Start-up gelungen, nicht nur Kuhmilch in einem Bioreaktor herzustellen, sondern sogar Muttermilch, dadurch könnte Babynahrung zukünftig wesentlich näher an echte Muttermilch herankommen. Diese Milch wurde mit Epithelzellen weiblichen Brustgewebes von Frauen produziert, die eine Brustverkleinerung an sich haben machen lassen.

(sp)

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Therme Wien liefert Fernwärme – und beheizt so 1900 Haushalte

Die Therme Wien liefert jetzt Fernwärme für 1900 Haushalte der österreichischen Hauptstadt. Das warme Wasser der Thermalbecken sorgt also nicht nur für Entspannung, aus dem etwa 30 Grad warmen Abwasser entsteht mithilfe von Wärmepumpen zusätzlich Fernwärme.

Zur Story