Hamburg, 3. März 2022 - Aktivistin Luisa Neubauer spricht während einer Protestdemonstration gegen den Krieg in der Ukraine. Die Organisation "Fridays for Future" folgt damit einem Aufruf de ...
Am Freitag ruft Fridays for Future zum ersten Klima- und Friedensprotest auf. Bild: xim.gs / xim.gs
Klima & Umwelt

Fridays for Future ruft zu globalem Klima- und Friedensstreik auf

21.03.2022, 18:4623.03.2022, 18:05

Am kommenden Freitag, den 25. März, wird Fridays for Future beim zehnten weltweiten Klimastreik erstmals nicht nur dezidiert für Klimagerechtigkeit, sondern auch für Frieden auf die Straße gehen. Zentrale Forderung wird dabei ein konsequenter Ausstieg aus der Nutzung von Erdgas sein. Wie die Klimaaktivist*innen auf einer Pressekonferenz am Montag mitteilten, sei der Verzicht auf den fossilen Brennstoff bei gleichzeitigem Ausbau erneuerbarer Energien eine Konsequenz aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Vernetzung von Klima- und Friedensprotest

Unter dem Motto "Peace and Justice" verbindet die Bewegung damit erstmalig ihren Klimaprotest mit Forderungen gegen den Krieg in der Ukraine. Dieser sei mit dem anhaltenden Kauf von russischen fossilen Rohstoffen, ein "von Deutschland und der EU mit fossilen Brennstoffen finanzierter Krieg", wie der aus der Ukraine geflohene Klimaaktivist Ilyess El Kortbi betonte. "Das Regime, das Sie mit fossilen Energien finanzieren, hilft gerade dabei, dass in der Ukraine täglich Familien sterben."

"Fossile Energien töten! Sie töten, weil sie die Kriege von Autokraten wie Putin und Assad finanzieren und so ermöglichen. Sie töten, weil sie Haupttreiber der Klimakrise sind und damit immer fatalere Auswirkungen haben."
Ilyess El KortbiFridays for Future ukraine

Er kritisierte dabei vor allem die Solidaritätsbekundungen deutscher Politiker*innen: "Ihr sagt, dass ihr an der Seite meines Landes steht, während ihr einen Krieg voller fossiler Brennstoffe in meinem Land finanziert. Ich fordere, dass Deutschland ein #EmbargoForPeace macht und auf erneuerbare Energien umsteigt", sagte er am Montag. Mit einer weiteren Verzögerung vom Energieumstieg würden sonst auch kommende Kriege in Kauf genommen von der Bundesregierung, so El Kortbi.

Keine Energien von weiteren Autokraten

"Wir fordern, dass sich die Bundesregierung strategisch einem Ende der Abhängigeit von Putins, aber vor allem generell fossilen Energie stellt", sagte auch Aktivistin Luisa Neubauer deutlich. Für einen sozialen Frieden in Deutschland, der mit niedrigen Energiekosten verknüpft sei, dürfe kein Krieg in Kauf genommen werden. Neubauer kritisierte deshalb auch den aktuellen Versuch der Bundesregierung, auch weiterhin fossile Energien bei weiteren autokratischen Staaten einzukaufen, anstatt anzuerkennen, dass es auch kein "Recht auf Energieverschwendung" gebe.

Forderung nach sofortigem Gas-Importstopp

Auch Klimaaktivistinnen Elisa Baş und Pauline Brünger, von Fridays for Future Deutschland, machten deutlich, dass Frieden und Klimagerechtigkeit und gleichzeitig Krieg und fossile Abhängigkeiten jeweils untrennbar miteinander verbunden seien, da durch den Import fossiler Energieträger Kriege weltweit finanziert würden. "Die EU-Staaten zahlen täglich über 500 Millionen Euro für den Import von Öl, Gas und Kohle an das Regime Putin. Allein durch den Verkauf von Öl verdient Russland 300 Millionen Euro am Tag. Deutschland ist einer der größten Zahler in der EU und einer der größten Bremser bei der Frage nach einem Importstopp", stellte FFF in einem offiziellen Pressestatement dazu klar.

"Erneuerbare Energien auszubauen wäre dabei doppeltes Krisenmanagement – gegen Krieg und gegen Klimakatastrophen."
Aktivistin Elisa Başfridays for future

Zu steigenden Energiepreisen, die im Falle eines Embargos eintreten könnten, warf Elisa Baş den bisherigen Regierungen ein "dysfunktionales Krisenmanagement" vor. "Statt Krisenbeschleuniger Nord Stream 2 rechtzeitig zu verhindern wurde abgewartet und anstatt die Klimakrise anzugehen, wartet die Ampel ebenfalls ab. Wie selbstverständlich wurde erklärt, dass Deutschland die Klimaziele für 2022 und 2023 höchstwahrscheinlich nicht erreichen werde genauso selbstverständlich wurde auch auf das Erreichen der jährlichen Etappenziele im Verkehrssektor verzichtet", sagte Brünger am Montag.

Gleichzeitig würden sich die Krisen aber bereits überschlagen, weshalb es auch eine andere krisenorientiere Politik bräuchte, wie Elisa Baş betonte. "Erneuerbare Energien auszubauen wäre dabei doppeltes Krisenmanagement – gegen Krieg und gegen Klimakatastrophen." Fridays for Future plane deshalb am kommenden Freitag in mehr als 250 Städten für Klimagerechtigkeit und weltweiten Frieden zu streiken.

(mcm)

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