Nachhaltigkeit
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Wetter in Italien: Strand-Urlaub im Februar? Das steckt hinter den Temperaturen

ARCHIV - 07.08.2016, Italien, Ostia: Sonnenliegen, zum Teil mit einem Handtuch belegt, stehen am Strand von Ostia in der N
Der Lido di Ostia, ein Strand im Vorort von Rom, ist schon im Februar gut besucht. Bild: dpa / Sabine Dobel
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Im Februar am Strand: Rom überrascht mit sommerlichem Wetter

22.02.2024, 16:03
Mehr «Nachhaltigkeit»

Rom ist ein absoluter Tourismus-Magnet. Millionen Urlauber:innen strömen jedes Jahr in Italiens Hauptstadt – manche für den Sommerurlaub, andere nur für einen Städtetrip am Wochenende.

Denn auch fernab der Hochsaison im Sommer hat die Stadt so einiges zu bieten. In den kälteren Jahreszeiten können Kulturbegeisterte zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie den Trevi-Brunnen, das Kolosseum oder das Pantheon bestaunen und lange Spaziergänge durch die historische Stadt unternehmen – mit deutlich weniger Trubel als im Sommer.

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Temperaturen wie im Frühsommer: Bis zu 18 Grad in Rom

Aktuell bekommen Besucher:innen in Rom sogar beides: Denn im sonst eigentlich winterlichen Februar herrscht in Rom aktuell bestes Wetter.

Temperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius locken Tourist:innen in Rom an die städtischen Strände, wie das Nachrichtenportal "Euronews" berichtet.

Für gewöhnlich sei es in der italienischen Hauptstadt um diese Jahreszeit nur etwa 12 Grad warm. Eine angenehme Überraschung für Besucher:innen, die außerhalb der Saison gebucht haben.

18.07.2023, Italien, Rom: Touristen stehen im Schatten am Trevibrunnen (Fontana di Trevi) auf der Piazza di Trevi. Foto: Robert Messer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Sehenswürdigkeiten wie der Trevi-Brunnen locken Millionen Tourist:innen nach Rom.Bild: dpa / Robert Messer

Die Wetterprognosen von "wetter.com" zeigen: In den kommenden 16 Tagen sollen sich die Temperaturen auf diesem Niveau halten. Auch der März startet also mild und teils sonnig.

Aber wie ungewöhnlich ist das? Und sollte uns das Temperaturhoch Bauchschmerzen bereiten?

Andreas Fink arbeitet als Professor für Meteorologie und Klimaforschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Gegenüber watson sagt er: "In Mittel- und Südeuropa ist es seit Wochen zum Teil erheblich zu warm – das gilt auch für die Wassertemperaturen des Mittelmeeres."

Zum Teil würden sogar Temperatur-Allzeitrekorde gebrochen. "Die Wärme ist in ihrer Dauer und Intensität daher definitiv außergewöhnlich", betont Fink.

Klimawandel wird zukünftig für wärmere Winter sorgen

In erster Linie habe das mit einer sehr stabilen beziehungsweise immer wiederkehrenden Großwetterlage zu tun. In Skandinavien hingegen sei es im Januar "viel zu kalt" gewesen, meint er. So wurden in Schweden Temperaturen von minus 40 Grad gemessen, wie die Tagesschau berichtete.

Aber: Die Temperaturen steigen generell an, sowohl die der Ozeane, als auch die der Atmosphäre: "Besonders Teile des Nordatlantiks und Mittelmeeres waren in den letzten Monaten so warm wie noch nie seit Beginn der Messungen", erklärt Fink.

Temperaturen von 18 Grad im Februar in Rom werden in Zukunft keine Ausnahme mehr sein, ist sich der Experte sicher. Schuld sei, wie so oft, der Klimawandel – auch, wenn es zwischenzeitig einzelne kalte und schneereiche Winter geben werde.

Meere erwärmen sich weltweit und führen zu extremen Wettereignissen

Die steigenden Temperaturen könnten auch die Meere nicht ewig abfedern, wenngleich ihnen mit Blick auf unser Klima eine große Bedeutung zukommt, denn: Sie speichern einen Großteil des Kohlendioxids, das die Menschheit ausstößt, und bis zu 93 Prozent der Wärme, die durch Sonnenstrahlung entsteht.

Dadurch haben die Meere uns in den letzten Jahrzehnten sowohl vor höheren CO₂-Konzentrationen in der Luft als auch vor höheren Temperaturen geschützt, wie die Expert:innen der Helmholtz-Klima-Initiative auf ihrer Website schreiben.

"Aber diese ozeanische Deckschicht erwärmt sich durch den Klimawandel weltweit und führt zur mehr extremen Hurrikans, stärkeren Extremniederschlägen und im maritim geprägten Westeuropa eben auch zu milderen Wintern", sagt Fink.

Förster ziehen positive Bilanz: Pfälzerwald geht es wieder gut

Der Verlust von Wäldern durch Rodung und Brände trägt massiv zum Klimawandel bei. Das ist nicht nur wegen der entstehenden Emissionen schädlich: Bäume sind auch wahre Klimaschützer, die mit ihren Nadeln und Blättern klimaschädliches Kohlendioxid aus der Luft filtern und aufspalten.

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