Food background with assortment of fresh healthy organic fruits and vegetables on the table
Die Umweltorganisation WWF fordert von der Politik Maßnahmen für eine Ernährungswende.Bild: getty images / AlexRaths
Klima & Umwelt

Ernährungswende: WWF fordert Wegfall der Steuer für Obst und Gemüse

16.05.2022, 13:2131.05.2022, 17:31

Die Umweltorganisation WWF fordert von der Bundesregierung zehn Reformen, um mehr Bewusstsein für eine klimafreundliche Ernährung zu schaffen. Laut einem Bericht des Klimarates beträgt der Anteil des Ernährungssektors am weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen 21 bis 37 Prozent. Insbesondere der Fleischkonsum ist durch seinen hohen CO2-Ausstoß und den Bodenverbrauch eine Belastung für das Klima. Um eine Ernährungswende herbeizuführen, fordert der WWF zum Beispiel eine Steuerbefreiung für Obst und Gemüse sowie die Einführung des Schulfachs "Ernährung".

Im kürzlich vorgestellten Aktionspapier hat die Umweltorganisation drei Hauptforderungen vorgestellt: Hiernach soll eine klimafreundliche Ernährung steuerlich begünstigt, die pflanzliche Ernährung gefördert und die Lebensmittelverschwendung bis 2030 um die Hälfte verringert werden. Denn laut WWF landen jährlich rund eine Million Tonnen noch genießbarer Lebensmittel im Müll. Die Hälfte davon stammt allein aus Privathaushalten. Um der Forderung des WWF nachzukommen und die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren, müsse die Politik jetzt konkret Maßnahmen ergreifen.

Die Forderung nach mehr pflanzlicher Ernährung könne nur mit einer Ernährungswende einhergehen, die durch die Politik herbeigeführt wird. Der WWF fordert hierfür das geringere Besteuern von Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten. So soll der Steuersatz der Umweltorganisation zufolge von zehn beziehungsweise 13 Prozent auf null Prozent gesenkt werden. Die Mehrwertsteuer von Pflanzenmilch solle auf denselben Satz herabgesetzt werden, wie der für Kuhmilch erhobene.

Weniger Fleisch ist auch für die Gesundheit gut

Der Ernährungsökologe Martin Schlatzer vom Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) erklärt, dass wenn nur noch ein bis zwei Mal pro Woche Fleisch gegessen würde, bereits 28 Prozent der Treibhausgase des Lebensmittelsektors eingespart werden könnten. In Österreich würde ein Rückgang des Fleischkonsums um ein Viertel gar dazu führen, dass der Bedarf komplett durch Bio-Fleisch abgedeckt werden könnte. Zusätzlich würden Sojaimporte aus Nord- und Südamerika wegfallen. Beides – sowohl der Konsum von Bio-Fleisch, als auch der Wegfall der Sojaimporte – würden dem Experten zufolge die Umwelt entlasten.

Ein geringerer Fleischkonsum wirke sich dabei auch positiv auf die Gesundheit aus: So sinke das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich. Auch die Antibiotikaresistenzen könnten durch eine Verringerung des Fleischkonsums minimiert werden. Sollten die Menschen weiterhin so viel Fleisch essen wie bislang könnten diese schon bald zu einem großen Problem werden.

Ein gesellschaftliches Umdenken sollte stattfinden

Rabattaktionen auf sowieso schon billiges Fleisch seien bei der Reduktion des Fleischkonsums nicht förderlich. Oft fehle auch ein Bewusstsein für die Auswirkungen des Fleischkonsums auf das Klima. Ein CO2-Label könnte laut einer Studie der Uni Kopenhagen und der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften den Fleischkonsum um bis zu 25 Prozent reduzieren. Wichtig sei allem voran aber, dass ein gesellschaftliches Umdenken stattfinde, denn auch heute noch wird häufiger Fleischkonsum als Wohlstandssymbol wahrgenommen.

(sp)

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