Nachhaltigkeit
Klima & Umwelt

Deutsche Bahn: Musiker erleben Chaos-Reise – und beschweren sich öffentlich

A general view of the regional Deutsche Bahn is seen parked at Cologne Central Station in Cologne, Germany on April 3, 2023, as pre-ordered 49 Euro tickets are available for purchase across Germany (P ...
Verspätungen bei der Deutschen Bahn verzögerten ein wichtiges Konzert von Musiker:innen.Bild: NurPhoto / NurPhoto
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Deutsche Bahn: Musiker erleben Chaos-Reise – und beschweren sich öffentlich

18.09.2023, 13:23
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So ziemlich jede:r kennt das: Da will man Umwelt und Klima was Gutes tun, und entspannt mit der Bahn an seinen Zielort fahren – und schwupps, macht diese einem einen Strich durch die Rechnung: Züge kommen zu spät, sind kaputt – oder fallen im schlimmsten Falle ganz aus.

So erging es erst kürzlich auch den Musiker:innen der Münchner Philharmoniker: Für ihre Tournee von Mahlers 2. Symphonie vom 9. bis 13. September in Luzern, Köln und Berlin wollten sie mit über 200 Mitreisenden klimafreundlich mit der Bahn fahren. Auf Facebook schreiben sie resigniert: "Drei Orte, drei Bahnfahrten, und keine lief wie geplant."

Schon vor Beginn der ersten Fahrt ging es mit reichlich Verspätung los:

"Gestartet wären wir am Morgen um 9.30 Uhr am Kölner Hauptbahnhof – nach drei (!) ausgefallenen ICE und keinerlei Information, wie, wann und ob wir überhaupt weiterkommen, rollten wir drei Stunden später schließlich doch noch los. Dank weiterer Verzögerungen kamen wir 4,5 Stunden später als geplant und völlig erschöpft in Berlin an, 10 Stunden waren wir unterwegs."

Und das war nicht nur mit Ärger und Stress für die reisenden Musiker:innen und ihr Team verbunden, sondern führte auch dazu, dass ihr Konzert in der Hauptstadt erst 25 Minuten später als geplant beginnen konnte. Zu allem Überfluss fiel aus diesem Grund auch noch die Radioübertragung des Konzertes aus.

Umso überschwänglicher dankten die Musiker:innen dem Berliner Publikum, das "großartig" reagierte: "Wir gaben alles, sie dankten es uns", schrieben die Philharmoniker weiter auf Facebook.

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Deutsche Bahn lässt Musiker durch Zugausfälle und Verspätungen "im Stich"

In ihrem Post richten sich die Münchner Philharmoniker direkt an die Deutsche Bahn und das Verkehrsministerium. Sie schreiben:

"Wir möchten unser Klima unbedingt schützen! Zu gern haben wir dabei auf Euch gesetzt, Euch vertraut. Wir haben Euch trotz negativer Erfahrungen verteidigt und in Schutz genommen, immer wieder. Doch ihr fallt uns in den Rücken, ihr lasst uns im Stich: Wir können uns nicht auf Euch verlassen. Wir können nicht mehr. Wann wacht ihr endlich auf?"

Die vielen Kommentare und Likes unter dem Post der Philharmoniker sprechen Bände: Viele User:innen kennen das Problem und stimmen den Musiker:innen zu.

Ein User schreibt: "In Japan sind wenige Sekunden Verspätung schon ein Skandal, in Deutschland muss man froh sein, wenn man überhaupt ankommt, manchmal ist's nicht einmal der Ort, wo man hinwollte."

Ein weiterer User empfiehlt den Musiker:innen, eine Italientournee zu starten, da die dortigen Züge "super zuverlässig, schnell und cool" seien.

Allerdings gibt es auch Menschen, die die Deutsche Bahn in Schutz nehmen. Ein User schreibt unter den Tweet der Münchner Philharmoniker:

"Als sogenannter Platinkunde – also Vielfahrer – muss ich sagen, die Bahn ist besser als ihr Ruf. Ich habe tatsächlich nicht so schlechte Erfahrungen. Und ein bisschen Verständnis habe ich schon auch. Alles soll auf die Schiene, dann das 49-Euro-Ticket, das weitere Fahrgäste bringt, dann soll das Schienennetz auf Vordermann gebracht werden... durchaus eine Herkules-Aufgabe, die nicht ohne Probleme funktionieren kann."

Dennoch bemängelt auch dieser User die schlechte Kommunikation der Deutschen Bahn. Der Post der Philharmoniker hätte eine "große Chance für eine mediale PR-Charme-Offensive" sein können, schreibt der Nutzer weiter. Stattdessen habe es wieder einmal Standard-Antworten mit Ausreden gehagelt.

ADAC-Betrug im Urlaub: Warnung vor falschen Helfern

Neben einer Erkältung auf Reisen oder dem vergessenen Reisepass gibt es für viele vor allem ein Horrorszenario im Urlaub: irgendwo festzusitzen und gar nicht erst ans gewünschte Reiseziel zu kommen. Nicht nur Bahnreisende sind hier gewissen Risiken ausgesetzt, auch für Autofahrer:innen drohen Gefahren auf dem Weg zum lang ersehnten Sommerurlaub.

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