Deutschland ist derzeit überraschend verschneit. Kannte man aus den vergangenen Jahren Schneefall und echte Wintereinbrüche – besonders im Herbst – nur noch aus Erzählungen, gibt es nun bereits erste Hoffnungen auf weiße Weihnachten. Diese gab es das letzte Mal deutschlandweit 2010.
Andererseits stört das Wetter massiv den Verkehr. Schnee und Glätte haben in den letzten Tagen zu vielen Unfällen, Verletzten und gar Verkehrstoten geführt. Zuletzt gab es unter anderem am Mittwochabend bei Grömitz in Schleswig-Holstein einen glättebedingten schweren Unfall, bei dem sich neun Personen verletzten, davon drei schwer.
Prognosen zufolge ändern sich die Wetter- und Verkehrslage auch nicht so bald. Im Gegenteil: Ein Meteorologe warnt jetzt sogar vor einem "Verkehrsinfarkt".
Nach einer eisig kalten Mittwochnacht mit bis zu -15 Grad warnen Expert:innen in den nächsten Tagen vor vermehrt auftretender Glätte.
Im Süden Baden-Württembergs und Bayerns sollen in den kommenden Tagen Regen, Eisregen und Schnee zu starker Glättegefahr führen. Dies wird von Tief Robin verursacht, das über die Alpen kommt und für zunächst mildere Temperaturen und Regen führt, der jedoch schnell wieder gefrieren kann.
Meteorologe Georg Haas spricht bei "wetter.com" für den Süden am Donnerstag daher eine Glättewarnung aus. Für den Rest des Landes sagt er Schneeschauer bis starken Schneefall voraus. Meteorologe Jan Schenk warnt auf dem Portal "The Weather Channel" für den Süden:
Tief Robin ziehe Richtung Norden, wodurch es zu einem Schnee- und Verkehrschaos in Deutschland kommen könne, mit 20 bis 50 Zentimeter Neuschnee. Dies könne Straßen einschneien, den Bahnverkehr einschränken und Flughäfen lahmlegen. Schenk sagt:
Der Meteorologe spricht in diesem Zusammenhang auch vor der Bedrohung eines sogenannten "Verkehrsinfarkts". Ein Verkehrsinfarkt bedeutet, dass der Verkehr zum völligen Stillstand beziehungsweise Zusammenbruch gelangt.
Auch Meteorologe Dominik Jung warnt bei wetter.net vor Eisregen und Starkschneefall mit bis zu 50 Zentimeter Neuschnee in den nächsten Tagen. "Kachelmannwetter" sieht das ebenfalls kommen.
Doch nicht alle Wetterdienste und -expert:innen gehen bisher so weit wie Schenk. Der Deutsche Wetterdienst warnt "lediglich" vor Schneemengen von 15 bis 30 Zentimetern am Samstag. Von einem Verkehrsinfarkt ist zudem bisher noch wenig zu lesen.
Die Temperaturen sollen weiterhin eisig kalt bleiben. Minusgrade von bis zu -4 Grad sind auch in den nächsten Tagen in den meisten Teilen Deutschlands zu erwarten. Stellenweise kann es aber nachts auch kälter werden.
Am Adventssonntag soll es weiterhin kalt sein und Schneefall geben, teilweise ist im Süden aber wieder etwas Sonne zu sehen.
Trotz der momentanen Eiseskälte ist der diesjährige Herbst in Deutschland laut Deutschem Wetterdienst der zweitwärmste seit Messbeginn. Und laut jüngsten Angaben der UNO ist 2023 wohl das heißeste Jahr weltweit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.