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Bahnstreik: Flixbus erhöht Preise für Tickets um bis zu 400 Prozent

Zwei Reisende stehen vor ihrem abfahrbereiten Fernbus der Gesellschaft Flixbus am ZOB Zentraler Omnibus Bahnhof an der Hackerbr
Flixtrain ist einer der großen Profiteure des langen Streiks bei der Deutschen Bahn. Bild: imago images/Ralph Peters
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Bahn-Streik: Flixbus erhöht Ticket-Preise um bis zu 400 Prozent

25.01.2024, 21:33
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Ein altes Sprichwort besagt: Des einen Freud ist des anderen Leid. Dass es sich auch umgekehrt so verhält, zeigt sich aktuell am Bahn-Streik.

Seit Mittwochmorgen legt der Streik der Lokführergewerkschaft GDL den deutschen Personen- und Güterverkehr zu weiten Teilen lahm. Bis Montagabend kommende Woche soll der Ausstand noch dauern. Weil viele Menschen trotzdem reisen müssen, suchen sie sich Alternativen.

24.01.2024, Th�ringen, Erfurt: Gewerkschaftsmitglieder stehen mit einem Transparent mit der Aufschrift "Wir streiken" vor dem Erfurter Hauptbahnhof. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivf�hre ...
Die GDL will für die Lokführer:innen bessere Löhne und Arbeitsbedingungen erwirken.Bild: dpa / Martin Schutt

Viele steigen auf das Auto um oder bemühen sich um Mitfahrgelegenheiten über BlaBlaCar und Co. Andere buchen kurzerhand beim Bahn-Konkurrenten Flixbus, der zweifelsohne einer der großen Profiteure des Tarifstreits zwischen der GDL und der Bahn ist.

Die Ticket-Nachfrage sei massiv gestiegen, seit der jüngste Streik bei der Bahn bekannt gegeben wurde, bestätigt der für das Düsseldorfer Büro von Flixbus zuständige Leiter David Stoklosa gegenüber der Regionalzeitung "Rheinische Post" (RP).

Jetzt wird zudem deutlich, dass Flixbus in Folge des Streiks kräftig die Preise anzieht.

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Flixbus sorgt mit Mega-Preiserhöhung für Irritation

RP zeigt das anhand der Preise für die gefragte Strecke Düsseldorf-Berlin. Mit dem Flixtrain dauert die Fahrt knapp fünf Stunden, mit dem Flixbus zwischen acht und neun. Während man dafür an normalen Samstagen bislang 20 Euro (Flixtrain) beziehungsweise 16 Euro (Flixbus) gezahlt hatte, sind die Preise jetzt massiv gestiegen.

So kostet die Flixtrain-Fahrt von Düsseldorf nach Berlin am kommenden Samstag satte 100 Euro – das sind 400 Prozent mehr als sonst. Die Bus-Verbindung kostet 47 Euro, fast dreimal so viel wie üblich.

Dass die Preise bei zunehmender Nachfrage und begrenztem Angebot steigen, ist normal. Zudem ist es auch bei der Bahn so, dass die Tickets deutlich teurer werden, wenn man kurzfristig bucht. Eine Steigerung von 400 Prozent ist jedoch ungewöhnlich – und irritiert vor allem vor dem Hintergrund des aktuellen Streiks bei der Bahn.

Ein Preisvergleich von RP hat zudem ergeben, dass auch Fahrten zu anderen beliebten Zielen, etwa Frankfurt am Main oder München, während des Bahnstreiks deutlich teurer geworden sind. Die Fahrten von Düsseldorf aus sind demnach auch hier zwischen 200 und 300 Prozent höher als sonst.

Angesichts des kurzfristig anberaumten Streiks – die GDL hatte die Arbeitsniederlegung erst am Montag angekündigt – verweist Flixbus darauf, dass eine deutliche Frequenzerhöhung bei den Fahrten nicht ohne weiteres möglich war. Auf der Schiene brauche man dafür mehr Vorlauf und bei den Bussen ist Flixbus auf Dienstleister angewiesen.

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Durch den bundesweiten Bahn-Streik ist die Nachfrage nach Flixbus-Tickets massiv gestiegen.Bild: dpa / Thomas Banneyer

Unternehmenssprecher Sebastian Meyer erklärte gegenüber RP, dass Flixbus ein dynamisches Preissystem habe, ähnlich wie diverse Airlines. Fahrgäste, die früher buchen, zahlen niedrigere Preise, weil die Auslastung dann meist noch gering ist. "Aufgrund der hohen Nachfrage während des Streiks sind entsprechend auch günstigere Tickets schneller vergriffen", erklärt Meyer.

Bahn-Streik: DB streicht alle Sparpreise

Doch auch die Deutsche Bahn zieht aktuell mit einer Ticket-Maßnahme Empörung auf sich. Eine Bahn-Sprecherin bestätigte gegenüber der Berliner Zeitung "BZ", dass es für die wenigen verbliebenen Fahrten während des Streiks keine Sparpreise gebe. "Aktuell stehen daher nur noch die regulären Flexpreise zur Verfügung. Diese haben aufgrund ihres erweiterten Leistungsumfangs generell einen höheren Preis."

Detlef Neuß, Bundesvorstand vom Fahrgastverband Pro Bahn, sieht darin Kalkül. "Je weniger Angebot, desto höher der Preis. Man versucht, die Kunden über den Preis dazu zu bringen, erst in ein paar Tagen mit der Bahn zu fahren oder eben auf ein anderes Verkehrsmittel auszuweichen."

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