Das Aus von Cora Schumacher im Dschungelcamp kam für die Zuschauer völlig überraschend. Eigentlich hatte sich die Ex-Rennfahrerin gerade erste Sympathien aufgebaut, ihre Bodenständigkeit kam beim TV-Publikum gut an. Und dass sie so frei über Ex-Mann Ralf Schumacher und auch über Comedian Oliver Pocher erzählte, sorgte natürlich für extreme Neugierde.
Dass diese zumindest bei "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" nicht gestillt werden würde, war an Tag 3 dann aber klar: Cora verließ das Camp, wie sie selbst sagt, aus gesundheitlichen Gründen. Nach ihrer Corona-Erkrankung kämpfte sie so sehr mit einem hartnäckigen Husten, dass sie die Reißleine zog. Dem hat Dschungel-Arzt Dr. Bob widersprochen. "Meine Kollegen und ich haben sie untersucht, jeden Tag. Manchmal sogar zweimal am Tag. Unserer Ansicht nach war sie fit genug, es gibt also keine medizinischen Gründe für den Auszug", erklärte er in der Show.
Jetzt klärt Schauspielerin Anouschka Renzi den Wirbel rund um ihre Freundin auf.
Watson: Frau Renzi, Sie waren selbst im Dschungelcamp. Vielleicht können Sie uns erklären, warum es da immer wieder zu Streit kommt zwischen den Kandidat:innen. Ist es die Hitze, das fehlende Essen?
Anouschka Renzi: Nein, das liegt vor allem daran, dass man da den ganzen Tag mit Menschen zusammen ist, die man sich privat nicht aussuchen würde. Aber die teilweise schwierigen Bedingungen kommen dazu, das stimmt: Man schläft vor allem zu wenig. Dadurch wird man dünnhäutig. Und man merkt direkt, dass sich einige der Mitcamper nur profilieren wollen. Sie nutzen den Streit, um mehr Kamerazeit zu bekommen.
Wie streitsüchtig finden Sie das diesjährige Camp bisher?
Da gab es ein paar Diskussionen. Aber bisher ist das doch harmlos. Das kann sich natürlich noch entwickeln.
In dieser Staffel wurde bereits zum dritten Mal eine Prüfung abgebrochen: ein neuer Negativ-Rekord. Ist es okay, eine Prüfung abzubrechen oder sollten sich die Kandidaten mehr zusammenreißen?
Man sollte sich zusammenreißen in der Dschungelprüfung, finde ich! Es hängt schließlich das Abendessen für alle daran. Aber gegen echte Panik ist kein Kraut gewachsen. Jemand, der Angst vor Insekten hat, wird in den Prüfungen dort immer gleich reagieren. Vielleicht sollte man einfach mal andere in die Prüfung wählen und nicht immer Leyla.
Sie kennen Lucy Diakovska gut. Was haben Sie bisher für einen Eindruck von ihr?
Sie macht das gut, finde ich. Sie ist keine Profilneurotikerin, wirkt sympathisch.
Nicht vielleicht etwas zu langweilig dadurch?
Ich finde sie nicht langweilig, nur weil sie sich nicht auf Eskalationen einlässt. Bisher war sie noch in keiner Prüfung. Aber wenn das kommt, wird sie zeigen, wie bodenständig sie ist.
Wie gefällt Ihnen Heinz Hoenig bei "IBES"?
Heinz kenne ich schon lange, sehr lange. Er macht das gut – auch, wenn er sich für meinen Geschmack einen Ticken zu uneitel zeigt. Er könnte sich schon öfter mal ein T-Shirt anziehen, finde ich. Und neben das Bett pinkeln muss jetzt auch nicht sein. Da wirkt mir die Haltung ein bisschen zu "scheiß egal".
Bisher fällt er auch dadurch auf, dass er seine Meinung sehr frei heraus sagt. Könnte ihm das schaden?
Ich glaube, seine direkte Art wird ihm weder nützen noch schaden. Es gibt diejenigen, die ihn kennen und dafür verehren. Und es gibt die anderen, die ihn gar nicht kennen. Schaden wird ihm eher, dass er aufgrund seines Alters offenbar eine Schonfrist hat.
Für ihn gelten andere Bedingungen, meinen Sie?
Heinz hat ein wildes Leben geführt, die anderen sind viel jünger. Da ist es ja auch okay, dass für ihn andere Bedingungen gelten als für die anderen Teilnehmer. Er bekommt genug Schlaf, die anderen würden ihn nie mitten in der Nacht wecken für einen Toilettengang. Und bei der Nachtwache wird er auch nie die schlimme mittlere Schicht bekommen. Ich glaube, so wird er die nächsten Tage einfach weiter dasitzen und das durchstehen, bis es vorbei ist.
Für Aufsehen hat in den letzten Tagen das Aus von Cora Schumacher gesorgt.
Cora kenne ich auch und ich mag sie. Ich weiß nicht, was mit ihr gerade ist. Vielleicht ist sie einfach erschöpft. Und dann ist es doch besser, sie geht jetzt, als dass sie vor laufenden Kameras zusammenbricht. Das würde ich mir auch nicht antun an ihrer Stelle. Ich finde, ihre Erklärung klingt plausibel: Im Dschungel ist es feucht, das Feuer brennt die ganze Zeit. Man erkennt es im Fernsehen nicht so, aber eigentlich ist das ganze Camp eine einzige Rauchwolke. Dass man da Atemprobleme hat, wenn man gerade eine Corona-Erkrankung hinter sich hat, kann ich mir schon vorstellen.
Sollte man im TV so offen sprechen wie Cora Schumacher über Oliver Pocher und ihren Ex-Mann Ralf Schumacher?
Das kam mir komisch vor, dass sie da so viel so privat erzählt hat über Oliver Pocher, muss ich zugeben. Und auch, was sie über Ralf und ihren Sohn gesagt hat, fand ich unpassend. Sowas gehört nicht in den Dschungel, meiner Meinung nach. Ich habe in meiner Zeit dort jedenfalls niemanden bloßgestellt.
Warum machen Kandidat:innen das denn immer wieder?
Na, weil sie Quote wollen, würde ich sagen. Wobei ich das Cora nicht unterstellen würde. Sie ist, glaube ich, einfach so. Spontan, manchmal wie ein Kind. Dass sie in die konservative Schumacher-Familie nicht ganz reinpasst, glaube ich. Aber dass sie ihren Sohn nicht sieht, ist natürlich bitter. Eine Mutter liebt doch ihr Kind, wenn da der Kontakt abbricht, ist das traurig.
Was ist für Sie die größte Überraschung bisher?
Eindeutig Twenty4tim. Den kannte ich bisher gar nicht. Ich bin ja auch gar nicht seine Zielgruppe. Aber der wirkt auf mich wirklich süß, seine Art gefällt mir gut. Und was man nicht vergessen darf, ist, dass es harte Arbeit ist, sich ein Leben als Influencer aufzubauen. Da ist er ein absoluter Profi.
Wie blicken Sie heute auf Ihre eigene Zeit im Dschungelcamp?
Ich war überhaupt nicht vorbereitet auf das Dschungelcamp und das, was mich dort erwarten würde. Ich habe 13 Mal abgesagt, bevor ich 2022 schließlich doch zugesagt habe. Es war Corona, ich hatte gerade für ein Theater-Engagement wieder eine Absage bekommen und auch ansonsten keine Aufträge. Da habe ich gesagt: Ach, egal! Jetzt mache ich es.
Bereuen Sie Ihre Teilnahme?
Ich hätte sicher etwas beherrschter sein können zwischendurch. Aber das ist mir heute egal. Es war nie mein Lebensziel, in den Dschungel zu gehen.
Dann war der Grund für Sie vor allem das Geld?
In den Dschungel geht man als Schauspielerin ja nicht, wenn von einem gerade drei Sendungen gleichzeitig laufen im TV. Es ist nun mal so in diesem Beruf, dass es solche und solche Phasen gibt. Ich bin nur für das Geld in den Dschungel gegangen. Die Teilnahme wird sehr gut bezahlt. Von allen Reality-Formaten in Deutschland zahlen sie bei "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" am besten.
Ist damit Reality-TV für sie jetzt endgültig vorbei?
Es gibt zwei TV-Shows, die ich gerne noch machen würde. "Let’s Dance" und "The Masked Singer". Ich kann ja auch ganz gut singen. Aber bisher haben die noch nicht angefragt.