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Wohin man auch schaut: Überall wird Werbung für Snacks und Süßes gemacht – auch auf Instagram.Bild: iStockphoto / DisobeyArt
Nachhaltig leben

Verbot für Süßigkeiten-Werbung? Bündnis fordert heftige Einschränkungen

07.11.2022, 13:08

Schokolade, Gummibärchen, Cola oder Fruchtjoghurt – Süßes erfreut sich vor allem unter Kindern und Jugendlichen großer Beliebtheit. Um das Risiko für Übergewicht, Karies und Volkskrankheiten wie Diabetes zu verringern, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht mehr als maximal zehn Prozent der Energiezufuhr durch Zucker zu decken. Klingt abstrakt, bedeutet aber konkret: Mehr als 25 Gramm Zucker am Tag sollten Kinder nicht essen. Das sind knapp sechs kleine Teelöffel.

Candy Bar at Wedding with lots of sweets
Kinder und Jugendliche essen doppelt so viel Zucker, wie von Expert:innen empfohlen. Bild: iStockphoto / Tobias Buschmann

Werbung für Snacks und Süßes sollen nur noch nachts laufen dürfen

Weil Kinder und Jugendliche derzeit aber in etwa doppelt so viel Zucker konsumieren, wie von der WHO empfohlen, plädiert eine Gruppe aus Verbraucherschützer:innen, Ernährungs- und Kinderschutzorganisationen sowie der größten deutschen Krankenkassen dafür, Werbung für Süßigkeiten zwischen 6 und 23 Uhr im Fernsehen, Radio und auf Streamingdiensten zu verbieten.

Darüber hinaus fordert die Gruppe in einem Appell an die Ampelkoalition, rund um Schulen, Kitas und Spielplätze eine "100-Meter-Bannmeile" für Werbeplakate einzurichten. Das berichtete das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND).

Werbeverbot sollte auch auf Instagram und Tiktok ausgeweitet werden

Werbung beeinflusse "nachweislich die Präferenzen und das Essverhalten" junger Menschen, heißt es dem "RND" zufolge in dem Brief. Daher sollte das Werbeverbot nicht nur für die linearen Medien gelten, sondern auch für Influencer:innen auf Social Media-Plattformen, fordert das Bündnis.

Allein unter dem Hashtag #Sweets gibt es auf Instagram über 30 Millionen Beiträge, die vielen Storys, in denen Influencer:innen werbend (ungesunde) Produkte in die Kamera halten, nicht eingeschlossen.

Laut der Verbraucherorganisation Foodwatch sind aktuell etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Übergewicht betroffen. Mögliche Folgen davon: Diabetes, Gelenkprobleme, Bluthochdruck.

Ampelkoalition will Werbung für Süßes eindämmen

Auch der britische Starkoch Jamie Oliver befürwortet ein solches Verbot und hat den Appell ebenfalls unterzeichnet. Er verweist darauf, dass in Großbritannien bereits ein solch weitreichendes Gesetz erkämpft worden sei: Ab 2024 soll es in England eine umfassende Werbeeinschränkung für Zuckerbomben und fettige Snacks geben. In Spanien sind ähnliche Schritte geplant.

Auch in Deutschland hat sich die Ampelkoalition dafür ausgesprochen, Werbung für Süßigkeiten einzudämmen. Laut dem Koalitionsvertrag soll es "an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt" bei Sendungen und Formaten für unter 14-Jährige nicht mehr geben. Um das durchzusetzen, arbeitet das zuständige Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft derzeit an einem Gesetzentwurf.

Greenpeace enthüllt: Fashion-Riese Shein verarbeitet giftige Stoffe

Fast Fashion ist eine riesige Umweltkatastrophe, trotzdem sind Läden wie H&M und Zara nach wie vor besonders unter jungen Menschen beliebt. Dabei sind die Marken im Vergleich zu Shein (gesprochen: She in) noch ziemlich "slow". Denn der chinesische Modekonzern bringt am Tag bis zu 9000 neue Artikel auf seine Homepage und in die Social-Media-Kanäle.

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