Nachhaltigkeit
SILVERADO, CA - DECEMBER 03: Costa Mesa firefighter Luke Anderson battles the Santa Ana wind-driven Bond fire burning near a hill-side residence along Santiago Canyon Road in Silverado Thursday, Dec. 3, 2020. The wind-driven brush fire in Silverado Canyon was sparked by a house fire exploded to 3,600 acres this morning and was growing rapidly as mandatory and voluntary evacuations were ordered for residents in a large portion of Orange County. (Allen J. Schaben / Los Angeles Times via Getty Images)

Während es im Westen der USA brannte, gab es in Teilen Afrikas und Asiens heftige Überschwemmungen. Bild: Los Angeles Times / Allen J. Schaben

Nachhaltig

Waldbrände, Rekordtemperaturen und neue CO2-Ziele: So war das Klimajahr 2020

Was das Klima angeht, gibt es im Corona-Krisenjahr Lichtblicke: Die EU dürfte ihre für 2020 gesetzten Ziele bei den Treibhausgasemissionen und den erneuerbaren Energien erreichen. Das Ziel einer klimaneutralen Welt bis 2050 ist nach Meinung der Weltwetterorganisation (WMO) jetzt realistisch. Der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) ist –coronabedingt – rekordmäßig zurückgegangen.

Gleichzeitig droht 2020 aber eines der wärmsten je gemessenen Jahre zu werden, die Hurrikan-Saison im Nordatlantik war beängstigend und das Eis der Pole schmilzt weiter. Wie also fällt die Klimabilanz des vergangenen Jahres aus?

EU-Treibhausgase

Die Europäische Union dürfte ihre selbst gesteckten Ziele bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen und bei der Förderung der erneuerbaren Energien schaffen. Davon geht die Europäische Umweltagentur EEA nach den Zahlen von 2019 – wohlgemerkt vor dem Wirtschaftseinbruch durch die Corona-Krise – aus. Bis Ende vergangenen Jahres waren die Treibhausgasemissionen schon um 24 Prozent gegenüber 1990 gesunken, Ziel bis 2020 war ein Rückgang von 20 Prozent.

Energie aus erneuerbaren Quellen machte nach vorläufigen Zahlen 2019 bereits 19,4 Prozent aus – Ziel für 2020 sind 20 Prozent. "Die Europäische Union beweist, dass es möglich ist, die Emissionen bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum zu senken", sagte EU-Umweltkommissar Frans Timmermans.

Klimaneutralität

Mehr Länder verpflichten sich zur Klimaneutralität, damit rückt ein Meilenstein in Reichweite. Klimaneutralität – dabei werden nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen, als die Natur oder auch technische Lösungen wieder binden können – ist nach Angaben des Weltklimarats bis 2050 nötig, um die Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Die Länder, die heute für 50 Prozent der Emissionen verantwortlich sind, seien schon dabei. Laut WMO-Chef Petteri Taalas ist auch China unter den Ländern. Er hofft, auch Russland, Indien und die USA unter Präsident Joe Biden an Bord zu bekommen. "Dann biegen wir die Kurve des Emissionswachstums in den nächsten fünf Jahren, und dann sehen wir einen Rückgang der Emissionen in einer Größenordnung von sechs Prozent und können das Ziel 2050 erreichen."

CO2-Ausstoß

Der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas dürfte 2020 im Vergleich zu 2019 um sieben Prozent oder 2,4 Milliarden Tonnen auf 34 Milliarden Tonnen CO2 zurückgehen. Das gehe auf die Wirtschaftseinbrüche, und vor allem den Rückgang des Verkehrs während der Lockdown-Maßnahmen in der Corona-Pandemie zurück, berichtete das Global Carbon Project.

Für 2021 rechnen die Wissenschaftler allerdings wieder mit einem deutlichen Anstieg. Ähnliches war bei der Finanzkrise im Jahr 2009 zu beobachten: Damals gingen die Emissionen zunächst um 0,5 Milliarden Tonnen zurück, stiegen aber im Folgejahr um fünf Prozent. Und trotz des geringeren Ausstoßes von CO2 stieg die Konzentration des langlebigen Treibhausgases in der Atmosphäre 2020 weiter an: Im Jahresmittel wird sie voraussichtlich den Rekordwert von 412 ppm (parts per million) erreichen.

Erderwärmung

2020 dürfte nach WMO-Analysen eines der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts werden. Von Januar bis Oktober lag die globale Durchschnittstemperatur um bis zu 1,23 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900. Rekordjahr ist bisher 2016, mit einem Plus von 1,2 Grad im Jahresdurchschnitt. Der Copernicus-Klimawandeldienst hat noch nie seit Beginn seiner Aufzeichnungen 1979 weltweit einen so warmen November gemessen wie in diesem Jahr. Dessen Wissenschaftler sind "nahezu sicher, dass 2020 das wärmste Kalenderjahr Europas werden wird".

Klimafolgen

Nord- und Mittelamerika erlebten die aktivste Atlantik-Hurrikan-Saison seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 120 Jahren, berichtet die US-Klimabehörde NOAA. 30 Stürme entwickelten sich im Laufe des Jahres, die Wetterdienste erreichten vorzeitig das Ende ihrer vorgefertigten Namensliste und mussten auf die Buchstaben des griechischen Alphabets zurückgreifen. Zwölf Stürme trafen bis Ende November in den USA auf Land, auch zahlreiche mittelamerikanische Staaten waren betroffen.

In zahlreichen Bundesstaaten im Westen der USA – unter anderem Kalifornien, Washington, Oregon und Colorado – gab es verheerende Waldbrände. So verbrannten dort im September und Oktober größere Flächen als je zuvor in diesen Monaten seit Beginn der entsprechenden NOAA-Aufzeichnungen im Jahr 2000. Teile Afrikas und Asiens erlebten starken Regen und Überschwemmungen, darunter die Sahel-Region, das Horn von Afrika, der Indische Subkontinent sowie China, die koreanische Halbinsel, Japan und Teile Südostasiens.

Schwere Dürren gab es dagegen etwa in Nordargentinien, Paraguay und Westbrasilien. In der Arktis war die Ausdehnung des Meereises in den Monaten Juli und Oktober so gering wie nie zuvor seit Beginn der Messungen.

Appell für 2021

Die Pandemie dürfe keine Ausrede sein, um bei den Klimaanstrengungen nachzulassen, sagte WMO-Chef Taalas. Er beschwor die Länder, beim Neustart nach der Krise ganz besonders auf klimaschonende Energie zu achten. Die Folgen der Covid-19-Krise seien zwar schlimm, aber zeitlich begrenzt. "Wenn wir aber nicht die Treibhausgase reduzieren und den Klimawandel in Angriff nehmen, hat das auf Jahrhunderte hinaus Folgen für die Wirtschaft, die Lebensbedingungen und die Ökosysteme auf dem Land und im Meer."

(ftk/dpa)

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