Homemade modern dyeing Easter eggs

Wer seine Eier selbst färbt, kann sichergehen, dass sie auch aus artgerechter Tierhaltung stammen. Bild: iStockphoto / gpointstudio

Gefärbte Eier können aus Käfighaltung stammen: So feierst du Ostern nachhaltig und ohne Tierleid

Kollektives Ostereiersuchen, angrillen mit der Großfamilie, der traditionelle Großelternbesuch: All das würden wir dieses Jahr zu Ostern wohl lieber tun als je zuvor. Geht aber natürlich nicht, ihr wisst schon warum. Umso wichtiger, trotzdem ein bisschen Feiertags-Feeling aufkommen zu lassen. Und dazu gehören an Ostern bunt gefärbte Eier, frühlingshafte Deko, Osternester und Schokohasen. Draußen nach bunten Eiern zu suchen macht außerdem immer noch (fast) so viel Spaß wie als Kind.

Der Unterschied: Inzwischen interessiert viele von uns nicht mehr nur, was (und vor allem: wie viel!) da im Osterkörbchen liegt, sondern auch, wie es dahin gekommen ist – und wie nachhaltig und tierfreundlich es produziert wurde. Mit ein paar Tipps ist ein nachhaltiges Osterfest aber gar nicht schwer.

Problem Nummer 1: die bunt gefärbten Eier, die es momentan in jedem Supermarkt und an jeder Bäckertheke zu kaufen gibt. Gute Laune verbreiten die, keine Frage, doch ob sich unter der Farbschicht Eier von glücklichen frei laufenden Hühnern oder solchen in Käfigen verstecken, ist für uns kaum erkennbar. Denn obwohl die Herkunft von Eiern eigentlich auf dem Karton kenntlich gemacht werden muss, gelten gefärbte und gekochte Eier kurioserweise nicht mehr als Eier – sondern als "eihaltige Lebensmittel". Und für die gibt’s keine Kennzeichnungspflicht.

Und so kann es sein, dass das Ei, das wir beim Osterfrühstück köpfen, von einem Huhn kommt, das in Kleingruppenkäfigen gehalten wird. Hier haben die Hühner oft nur 0,08 Quadratmeter Platz zur Verfügung, das ist etwas mehr als ein DIN A4-Blatt. Ein geräumiges Zuhause sieht anders aus.

Diese Art der Haltung ist – entgegen dem weitverbreiteten Glauben – erlaubt. Denn die Käfighaltung wurde in der EU 2012 zwar offiziell untersagt, sogenannte "ausgestaltete Käfige" sind aber bis 2025 weiterhin erlaubt. Laut dem Bund für Naturschutz und Umwelt (BUND) legten auf diese Art gehaltene Hühner in Deutschland im vergangenen Jahr über 745 Millionen Eier. Klar, wissentlich würden die wenigsten von uns Eier aus solchen Haltungsbedingung kaufen. Deshalb landen sie in verarbeiteten Lebensmitteln – oder werden eben überfärbt.

Auf die Ziffern kommt es an

Was wir dagegen tun können? Eier aus artgerechter Tierhaltung kaufen und anschließend selbst färben. Erkennbar sind diese anhand der ersten Ziffer, die auf die Eierkartons und die Eier selbst gestempelt ist.

"Grundsätzlich gilt: Kaufen Sie kein Ei mit der 2 oder der 3, denn diese Hühner werden unter schlechten Bedingungen gehalten", sagt Katrin Wenz, Agrarexpertin des BUND. Die Ziffer 3 bedeutet die Haltung in Kleingruppenkäfigen, die 2 steht für Bodenhaltung – auch dort haben die Tiere keinen Auslauf und leben dicht gedrängt. 0 (ökologische Erzeugung) oder 1 (Freilandhaltung) können dagegen bedenkenlos gekauft werden. Teilweise sind auch gefärbte Eier so gekennzeichnet.

Der BUND empfiehlt außerdem, Eier vom Zweinutzungshuhn zu kaufen. Bei dieser Rasse können die Hühner sowohl zur Eier- als auch zur Fleischerzeugung genutzt werden. Die männlichen Küken – die sogenannten Brüderhähne – werden nach dem Schlüpfen also nicht getötet, zumindest nicht direkt.

"Fragen Sie in Ihrem Bioladen oder im Einzelhandel nach Eiern vom Zweinutzungshuhn", rät Wenz. "Nicht nur im Bio-Bereich gibt es Zweinutzungshühner, auch aus besonders artgerechter Haltung – wie zum Beispiel von Neuland-Bauern – gibt es Eier von diesen Hühnerrassen."

Easter eggs painted with natural egg dye from fruits and vegetables.

Auch mit natürlichen Produkten lassen sich Eier färben. Bild: iStockphoto / arinahabich

Um die Eier bunt zu färben und die Umwelt trotzdem nicht mit Chemikalien zu belasten, können ganz einfach die Farben verwendet werden, die die Natur bereithält: Kurkuma, Birkenblätter und Karotten ergeben eine gelbe bis orangene Färbung, Rote Beete sorgt für rote, Kaffeesatz für braune, Heidelbeeren für blaue, rote Zwiebelschalen für dunkelrote und Spinat für grüne Eier. Auch mit Tee lassen sich die Eier übrigens färben. Die Teebeutel oder Pflanzen werden dafür etwa 45 Minuten in Wasser gekocht, dann wird der Sud gefiltert und die Eier zehn Minuten in diesem gekocht.

Natürlich bleiben Eier aber Eier und einen gewissen Grad an Massentierhaltung unterstützen wir mit tierischen Produkten immer. Wer es ganz genau nimmt, sollte einfach vegane Schokoeier oder Schokoladenhasen verstecken.

Welchen veganen Ostersüßkram es wo zu kaufen gibt, hat Peta praktischerweise schon zusammengetragen. Noch besser ist es, nicht nur darauf zu achten, dass die Schokolade vegan ist, sondern auch, dass sie aus biologischem Anbau stammt und fair gehandelt wurde. Denn viele der Schokotierchen werden aus Kakao aus konventionellem Anbau hergestellt – und dort gibt es in der Regel keinen Mindestpreis und Kinderarbeit ist keine Ausnahme. Ein Schokocheck des Inkota-Netzwerkes listet auf, welche Marken wie fair und nachhaltig sind. Also: erst Siegel checken, dann verstecken.

Auf Moos und Weidenkätzchen verzichten

Bleibt die Frage, in welches Osternest wir unsere Eier – ob vom Huhn oder aus der Kakaobohne – betten. Das Plastiknest mit künstlichem Ostergras aus dem Supermarkt oder der Drogerie, das nach Ostern direkt im Müll landet, ist dabei natürlich nicht die erste Wahl. Viel besser ist es, alte Eierkartons, Holzkörbchen oder Obstkisten zu recyceln und mit Heu, Stroh oder Schafswolle aus dem Biomarkt zu füllen.

Von Moos rät der BUND dagegen ab – das ist oft ein wichtiger Lebensraum für Kleinstlebewesen. Und so schön es auch aussieht: Auch das Abschneiden von Weiden- oder Palmkätzchen sollten wir sein lassen. Denn deren Blüten sind mitunter die einzigen Nahrungsquellen, die Insekten so früh im Frühling zur Verfügung haben. Deshalb stehen Sal-Weiden in Teilen Deutschlands sogar unter Naturschutz.

Und dann ist da ja noch das Feiertagsessen. Am besten ist es natürlich, dieses pflanzlich oder zumindest vegetarisch zu gestalten – und mit Lebensmitteln aus der Region. Um diese Jahreszeit werden noch Karotten, Kartoffeln und Wurzelgemüse gelagert, frisch dazu gibt es Champignons, Spinat, Rhabarber, Feldsalat und Radieschen.

Wer an Karfreitag trotzdem nicht auf den traditionellen Fisch und an Ostersonntag auf das Osterlamm verzichten möchte, sollte zumindest darauf achten, Fleisch und Fisch aus der Region und in Bio-Qualität zu besorgen. Die bekannten MSC- beziehungsweise ASC-Siegel für Fische sind laut Greenpeace nicht empfehlenswert – sie garantieren keinen nachhaltigen Fischfang. Aus Umweltsicht ist außerdem ein Karpfen am geeignetsten: Er ist in unseren heimischen Gewässern unterwegs und außerdem ein Pflanzenfresser.

Eigentlich also ganz einfach, ein nachhaltiges Osterfest zu feiern. Am Ende alle selbst gefärbten Eier wiederzufinden, dürfte schwieriger sein.

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