Das Wattenmeer gehört zum Unesco-Welterbe und soll geschützt werden.
Das Wattenmeer gehört zum Unesco-Welterbe und soll geschützt werden.
Bild: iStockphoto / Traveller_Martin

Sylt statt Sansibar: Naturschützer kämpfen gegen Kreuzfahrten im Wattenmeer

30.10.2020, 10:47

Dieses Jahr ist alles anders, besonders Reisen und Urlaub machen läuft 2020 nicht wie gewohnt. Kreuzfahrten etwa können aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht mehr in der Ferne stattfinden. Große Reedereien suchten deshalb nach neuen Zielen in der näheren europäischen Umgebung – und stießen auf das Wattenmeer. Naturschützer sind davon gar nicht begeistert. "Offenbar rückt jetzt auch der Nationalpark Wattenmeer mit seinen Inseln und Halligen zunehmend in den Fokus", sagte Katharina Weinberg, Naturschutzreferentin der Schutzstation Wattenmeer. Erste Touren habe es bereits gegeben, weitere würden beworben.

Die Reederei Hapag Lloyd steuerte laut Weinberg im Oktober die ostfriesische Insel Borkum an und auch Sylt stehe auf ihrem Tourenplan. Andere Reedereien sollen ebenfalls in den Startlöchern stehen. Dabei gehört das Wattenmeer zum Unesco-Welterbe.

"Wir sollten auf den Inseln im Nationalpark Wattenmeer ein Zeichen setzen und den großen Kreuzfahrtunternehmen signalisieren, dass sie hier unerwünscht sind", forderte Dennis Schaper, Stationsleiter der Schutzstation Wattenmeer auf Sylt. Er verwies auf Eckernförde an der Ostsee: Dort sind ab 2022 keine Kreuzfahrtschiffe mehr in der Bucht zugelassen.

Die Inseln und Halligen seien jetzt schon von touristischen Aktivitäten überlastet, da bedürfe es keiner zusätzlichen Tagesgäste, so Schaper. Und: Große Schiffe können die Kais der Nordseeinseln wegen ihres Tiefgangs nicht direkt anlaufen. Passagiere müssten mit Schlauchbooten durch den Nationalpark Wattenmeer an Land gebracht werden, was zusätzlich Unruhe in schützenswerte Bereiche bringen könne.

(sb/dpa)

Exklusiv

Neubauer über Fridays for Future: "Ich wünschte, wir würden weiter und reflektierter sein, was Rassismus betrifft"

An diesem Freitag hat der Bundestag den von Union und SPD in die Wege geleiteten Kohleausstieg bis 2038 beschlossen – inklusive saftiger Entschädigungszahlungen für die Kraftwerksbetreiber. Bundeskanzlerin Angela Merkel nennt das einen "ganz, ganz wichtigen Schritt" und freut sich, dass man "etwas Großes geschafft" hat. Die Klimaaktivisten von Fridays for Future sehen das etwas anders: Ihrer Ansicht nach kommt der Ausstieg viel zu spät und ist zudem viel zu teuer. Aktivistin Luisa Neubauer …

Artikel lesen
Link zum Artikel