Aktuell wird über ein verbindliches Tierhaltungs-Logo für Fleisch disktutiert.
Aktuell wird über ein verbindliches Tierhaltungs-Logo für Fleisch disktutiert.bild: imago/ Jochen Tack

Bauernverband und Tierschützer kritisieren geplantes Haltungs-Logo

12.10.2022, 15:54

Das geplante staatliche Tierhaltungs-Logo für Fleisch im Supermarkt stößt bei Landwirten und Tierschützern auf Kritik. Bauernpräsident Joachim Rukwied unterstützte das Vorhaben am Mittwoch grundsätzlich, beklagte aber "deutliche Schwachstellen und Lücken, mit denen die angestrebte Wirkung nicht nur verfehlt, sondern in Teilen sogar konterkariert" werde.

So könnten betäubungslos kastrierte Ferkel weiter aus dem Ausland in den heimischen Markt importiert werden. Dringend einbezogen werden müssten verarbeitete Fleischwaren wie Wurst sowie Großverbraucher und die Gastronomie.

Özdemir plädiert für verpflichtende Kennzeichnung

Der Deutsche Tierschutzbund sprach von Etikettenschwindel. "Die Kriterien sind zu schwach, entscheidende Bereiche wie Transport und Schlachtung bleiben unangetastet, und bisher bezieht sich alles auch nur auf die Haltung von Schweinen", sagte Präsident Thomas Schröder der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Ferkel im Schweinestall (Foto: picture alliance / Felbert+Eickenberg / STOCK4B / VisualEyze) | Verwendung weltweit, Keine Weitergabe an Wiederverkäufer.
Ferkel müssen häufig in den Ställen auf engstem Raum leben.Bild: picture alliance /VisualEyze

Mit den Gesetzesplänen von Agrarminister Cem Özdemir (Grüne) befasst sich am Mittwoch das Bundeskabinett. Die Ampel-Koalition will eine verpflichtende Kennzeichnung einführen, um Transparenz für Kunden beim Fleischkauf zu schaffen und einen Wandel zu besseren Bedingungen in den Ställen voranzubringen. Starten soll das System für Fleisch aus inländischer Mast 2023 im ersten Schritt mit Schweinefleisch.

FDP nur mit formaler Zusage

FDP-Fraktionsvize Carina Konrad sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein verbindliches und transparentes Kennzeichen sei ein zentrales Vorhaben bei der Weiterentwicklung der Tierhaltung. "So geben wir dem Verbraucher überhaupt erst das richtige Instrument an die Hand, Tierwohl an der Ladentheke zu erkennen." Sie betonte zugleich: "Das Kabinett beschließt jetzt eine erste Diskussionsgrundlage."

Die FDP stimme nur formal zu, denn es gelte, nun schnell voranzukommen. Das Label müsse sich an der schon im Handel existierenden Kennzeichnung orientieren. Nur so werde gewährleistet, dass Anstrengungen von Betrieben anerkannt würden, die sich schon auf den Weg begeben und Investitionen getätigt haben. "Das ist für die FDP unverhandelbar."

Als einheitliches Logo sieht das Bundesagrarministerium ein schwarz-weißes, abgerundetes Rechteck vor. Innerhalb einer schwarzen Umrandung soll die Bezeichnung „Tierhaltung“ stehen. Ein schwarz ausgefülltes kleineres Rechteck soll die genaue Haltungsform anzeigen - bei insgesamt fünf kleinen Rechtecken für die Kategorien vom gesetzlichen Standard bis zu Bio.

(sf / dpa)

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