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Deutsche konsumieren weniger Milcherzeugnisse – ein Produkt fällt aus der Reihe

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Inzwischen konsumieren immer weniger Deutsche Milchprodukte, wie neueste Zahlen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft bestätigen.Bild: iStockphoto / Qwart
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Deutsche konsumieren weniger Milcherzeugnisse – ein Produkt fällt aus der Reihe

19.04.2023, 12:41
Mehr «Nachhaltigkeit»

"Milch macht müde Männer munter": Der Werbeslogan aus den 70er Jahren ist lang vorbei. Denn wie das Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) diese Woche mit aktuellen Zahlen bestätigen konnte, ist die hergestellte Menge an Konsummilch im Jahr 2022 um mehr als sechs Prozent auf rund 4,2 Millionen Tonnen gesunken.

Schlecht für Millchbäuer:innen, aber gut fürs Klima.

Denn damit erreichte der Pro-Kopf-Verbrauch von Konsummilch mit 46,1 Kilogramm ein erneutes Rekordtief im Vergleich zu den letzten Jahren. Auch der Pro-Kopf-Verbrauch von Käse und Butter ging um 760 Gramm beziehungsweise 770 Gramm zurück. Als Ursachen für diesen Rückgang vermuten die Experten vom BZL unter anderem die gestiegene Preise für Milch und Milchprodukte sowie den zunehmenden Absatz an pflanzlichen Milchalternativen.

Nur Milch für Sportlernahrung ist stärker gefragt

Betrachtet man die genauen Mengen, ist nach BZL-Angaben die Produktion von Vollmilch 2022 um 8,8 Prozent auf 2,3 Millionen Tonnen gesunken. Die Molkereibetriebe produzierten etwa ein Prozent Käse weniger. Dies sei seit 2017 das erste Mal ein Rückgang, wie die BZL mitteilte. Auch bei Butter, Milchfett- und Milchstreicherzeugnissen gingen die Produktionsmengen um 0,1 Prozent auf 465.000 Tonnen zurück.

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Lediglich bei der Eiweißerzeugung aus Milch und Molke für Sportlernahrung stieg die Produktionsmenge um knapp 10 Prozent. So ist der Pro-Kopf-Verbrauch um 4 Prozent auf 610 Gramm gestiegen.

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Nur Molke für Sportlernahrung ist noch gefragt.Bild: pexels / The Lazy Artist Gallery

Langfristig könnte weniger Milchbedarf Klimafolgen abschwächen

Diese Entwicklung beschäftigt auch die Milchindustrie, wie der Milchindustrie-Verband ihren Vorsitzenden Peter Stahl auf ihrer Webseite zitieren:

"Die Verbraucher haben im vergangenen Jahr auf die inflationsbedingten Preissteigerungen reagiert und weniger Milch, Käse und Butter eingekauft. Gleichzeitig sind die Produktionskosten für die Molkereien weiter hoch."

Fürs Weltklima dagegen könnte ein sich fortsetzender Abwärtstrend bei Milchprodukten auf lange Sicht dagegen positive Folgen haben: Sollte sich das Milchgeschäft immer weniger für Betriebe lohnen, könnte das auf lange Sicht weniger Klimafolgen durch Massentierhaltung von Kühen und damit auch mehr Tierwohl bedeuten. Denn noch setzen Millionen von Rindern täglich bei der Verdauung von pflanzlicher Nahrung das Treibhausgas Methan durch Blähungen frei. Dieses richtet dabei weitaus mehr Schaden in der Atmosphäre an als Kohlendioxid.

Für weniger Müll im Weltall: Satelliten aus Holz könnten bald Metall ersetzen

Dass jede Menge Weltraumschrott die Erde umkreist, ist bekannt. Eine aktuelle Studie der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) hat erst im vergangenen November ermittelt, dass ganze zehn Prozent der atmosphärischen Aerosole in der Stratosphäre bereits Metallpartikel von verbrannten Satelliten und anderem Raumfahrtgerät enthalten, was der Ozonschicht der Erde schaden könnte.

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