Elon Musk will E-Autos deutlich günstiger machen.
Elon Musk will E-Autos deutlich günstiger machen.
Bild: www.imago-images.de / Sebastian Gabsch

Halbierte Batteriekosten: Tesla will E-Autos bezahlbar machen

24.09.2020, 09:10
Anand Camargo klasen

Ein Elektroauto für etwas mehr als 21.000 Euro – ist das möglich? Elektroautobauer Tesla verspricht genau das: Beim "Battery Day" auf dem Firmensitz im kalifornischen Fremont kündigte Tesla an, die bisherigen Kosten in der Batterieherstellung drastisch zu senken, um so einen günstigeren E-Wagen für einen Verkaufspreis von circa 25.000 US-Dollar herzustellen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir ein sehr, sehr überzeugendes Elektroauto für 25.000 Dollar bauen können", sagte der Unternehmer. Rund 270.000 Zuschauer an den Bildschirmen verfolgten das Ereignis – Experten und Aktionäre sind zunächst aber skeptisch.

Tesla könnte mit der Produktion eines so günstigen E-Autos zum einen die Marktposition gegenüber der asiatischen Konkurrenz behaupten. Zum anderen würde damit die reale Bezahlbarkeit von Elektroautos ermöglicht. Denn Tesla-Neuwagen der 2018er-Generation Reihe S bewegen sich momentan in einem Preisrahmen von stolzen 70.000 bis 146.400 Euro, je nach Ausstattung und Reichweite. Die Erschwinglichkeit der Tesla-Autos gilt deshalb zuweilen als wichtigster Wachstumsbremser des Auto-, Batterie und Fotovoltaikanlagenherstellers.

Laut CNN Business haben die Verkäufe von Elektroautos in den USA aufgrund der von im Durchschnitt 50 Prozent höheren Gesamtkosten einen wesentlich geringeren Marktanteil im Vergleich zu den konventionellen Verbrennern.

Die Versprechungen des Autoherstellers sind wie immer hoch angesetzt und der charismatische Unternehmer Elon Musk wäre nicht er selbst, wenn er für die Produktionsumstellung nur drei statt der üblichen fünf Jahre ankündigen würde. Das könnte Tesla einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz verschaffen. Tesla-Fans, die sich bisher kein E-Auto leisten konnten und nun zuschlagen möchten, müssen sich aber dennoch noch ein paar Jahre gedulden.

Skepsis trotz vieler Versprechungen

Abgesehen von der eigenen Herstellung will Tesla zusätzlich auf Batterien von Panasonic setzten, um etwaige Mängel zu verhindern – wie sie in den vergangenen Jahren bereits vorkamen. Ziel ist es, die Reichweite der Autos zu erhöhen und die Batteriekosten zu minimieren. Erreicht werden soll das, indem die bisher teuren verwendeten Rohstoffe Kobalt und Nickel durch günstigere Eisen-Phosphat-Zellen ersetzt werden.

Diese Änderung könnte zudem dazu führen, dass der lang erwartete Ausbau der Reichweite auf 1000 Kilometer erreicht wird. Das bisherige Maximum beim Model S liegt bei 600 Kilometern – immer noch ein Vorsprung gegenüber anderen Herstellern. Doch die Versprechungen gehen noch weiter: Fünffache Energie und sechsfache Kraft zu der aktuellen sollen künftig von den Batterien ausgehen.

Allerdings wurden auch kritische Stimmen laut. Craig Irwing, Analyst von der Investmentbank Roth Capital Partners aus Kalifornien, vermisste genaue Angaben zu den Details: "Es gab nichts greifbares", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Reuters zufolge warten Experten zudem auf messbare Ergebnisse bei der Senkung der Batteriekosten - von den bisherigen Kosten von 156 US-Dollar pro Kilowattstunde, auf mindestens 100 US-Dollar pro Kilowattstunde. Denn nur dann wäre ein Elektroauto preislich mit einem Benziner vergleichbar.

Die Börse blieb ebenso unbeeindruckt, trotz der verkündeten Neuheiten samt schillernder Präsentation vor den 200 Aktionären, die eine Autokino-Atmosphäre erzeugte. Der Kurs der Aktie verlor etwa sieben Prozent. Besonders die Ankündigung, dass Tesla bis mindestens 2022 andere Unternehmen zur Herstellung der Batterien mit beauftragt, enttäuschte die Anleger.

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