Wie in Melbourne droht in vielen Städten neue Rekordhitze.
Wie in Melbourne droht in vielen Städten neue Rekordhitze. Bild: imago images / DAVID CROSLING

Alarmierende Prognose: Experten warnen vor Rekordhitze

02.05.2020, 08:5808.06.2020, 18:35

Während des Lockdowns in der Corona-Krise hat sich die Luftqualität in vielen Städten verbessert, doch die Temperaturen bleiben weiterhin auf hohem Niveau. Jetzt schlagen Experten Alarm: Das Jahr 2020 könnte das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden, wie der englische "Guardian" berichtet.

Überall auf der Welt wurden in diesem Jahr bereits Hitzerekorde geknackt. Zum ersten Mal wurden in Grönland sechs Grad gemessen. Am anderen Ende der Welt, in der Arktis, wurden erstmalig 20 Grad gemessen. In Osteuropa und Asien lagen die Temperaturen im ersten Viertel des Jahres drei Grad über dem Durchschnitt. In Los Angeles wurde kürzlich mit 34 Grad eine Rekordtemperatur für den April gemessen. Auch im Westen Australiens wurden so hohe Temperaturen wie noch nie festgestellt.

Erwartet uns ein Rekordsommer?

In Deutschland warnen Experten bereits seit mehreren Wochen vor großer Dürre. Der April 2020 ist schon jetzt einer der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.

Die National Oceanic and Atmospheric Administration in den USA hat errechnet, dass eine 75-prozentige Wahrscheinlichkeit besteht, dass dieses Jahr das wärmste seit Beginn der Temperaturmessung werden könnte. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit (99,94 Prozent) wird es aber auf jeden Fall in die Top 5 der wärmsten Jahre eingehen, so die Experten.

Eine separate Berechnung von Gavin Schmidt, dem Leiter des NASA Goddard Institute for Space Studies in New York, geht davon aus, dass dieses Jahr mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent zum heißesten werden könnte. Der nationale Wetterdienst in England (Met Office) ist ein wenig vorsichtiger mit seinen Prognosen und rechnen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent.

Deutsche Bauern hoffen auf Regen

In Deutschland müssen Landwirte daher erneut mit massiven Ernteausfällen rechnen. Außerdem steigt die Waldbrandgefahr und die Wälder werden anfälliger für Schädlinge. Der Deutsche Wetterdienst meldet: "Die derzeitige Wetterlage erinnert etwas an den Dürresommer 2018." Allerdings wird in den kommenden Tagen Regen erwartet, ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Bauern. Doch die Temperaturen werden auch in diesem Jahr weiter ansteigen.

(lau)

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