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Löwin doch nur Wildschwein: Die besten Reaktionen auf Löwen-Fail in Berlin

21.07.2023, Brandenburg, Kleinmachnow: Michael Grubert (SPD), Bürgermeister von Kleinmachnow, erklärt bei einem Pressegespräch anhand von Fotos, weshalb es sich bei dem gesuchten Raubtier um keine Löw ...
Der Bürgermeister von Kleinmachnow, Michael Grubert, zeigt, warum das gesichtete Tier bei Berlin kein Löwe sein kann. Bild: dpa / Paul Zinken
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Löwin doch nur Wildschwein: Die besten Reaktionen auf Löwen-Fail in Berlin

21.07.2023, 17:19
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Anderthalb Tage hielt eine vermeintliche Löwin bei Berlin die Hauptstadt und den Rest der Republik in Atem. Ein Twitter-Video hatte die Löwenjagd in Berlin und Brandenburg am Donnerstagmorgen losgetreten. Nach Sichtung des Videos war sich die Polizei schnell einig: Was man da am Straßenrand, im Scheinwerferlicht eines Autos, sieht, ist eine Löwin, die ein gerissenes Wildschwein frisst.

Eine Hundertschaft Polizist:innen durchkämmte darauf die Wälder südlich von Berlin. Mit Hubschraubern und sogar einem Panzer suchten sie dort die Königin der Savanne. Immer wieder meldeten sich Menschen bei den Beamten, die die Löwin gesehen haben wollten. Auch Polizist:innen selbst meldeten Sichtungen. Alles Schall und Rauch, wie sich herausstellen sollte.

Was eine Löwin sein sollte, ist in Wahrheit höchstwahrscheinlich ein Wildschwein, erklärte Kleinmachnows Bürgermeister am Freitagmittag. Alle Sichtungen hätten sich als Falschmeldungen herausgestellt und auch die Bilder habe man sich nochmal genauer angeschaut.

Im Internet hat der Löwen-Fail für Unmengen an Häme gesorgt.

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Fake-Löwensichtung: Schadenfreude in sozialen Medien groß

Den Anfang machte wie so oft die Satire-Nachrichtenseite "Der Postillon". Das Portal nahm in einem Tweet auf die kuriose Verwechslung der Polizei Bezug. "Großalarm in Berlin: Giftige Kobra entlaufen", schrieb die Redaktion – zum Foto eines Gartenschlauches.

Ein weiterer Tweet bringt die Absurdität der Löwen-Safari in Brandenburg gut auf den Punkt. In Anlehnung an "Sex and the City"-Protagonistin Carrie Bradshaw, die in der TV-Serie für eine Zeitungs-Kolumne regelmäßig über die Liebe und die Dating-Gepflogenheiten von Ü30-Singles in der Großstadt philosophiert, schreibt eine Userin: "Ich komme nicht umhin, mich zu fragen, ob die ganze Stadt hinter einer Löwin her war, während das einzige, was emotional verfügbar war, ein Wildschwein war."

Löwensuche bei Berlin weckt Erinnerungen an Fall in Hessen

Andere User:innen erinnern sich an einen vergleichbaren Fall im hessischen Hanau vor rund einem Jahr. Auch dort rückte die Polizei wegen eines vermeintlich gefährlichen Raubtiers aus. Das angebliche Krokodil stellte sich dann jedoch als dicker Biber heraus. "Never forget – passend zum Anlass", schreibt ein User, der den Artikel ausgegraben hat.

Comedian Aurel Mertz, der wie viele seiner Kolleg:innen in den vergangenen rund 30 Stunden Löwenwitz nach Löwenwitz gerissen hat, drückt bei Twitter die Enttäuschung vieler Menschen aus. Man habe ihnen eine frei laufende Löwin versprochen und müsse jetzt auch liefern. "Wenn euch was am sozialen Frieden liegt, lasst mindestens eine Löwin in Berlin frei und niemand wird verletzt!", schreibt er scherzhaft in Richtung Polizei und Politik.

Nach wie vor erschließt sich vielen Menschen nicht, wie die Behörden ein Wildschwein mit einem Löwen verwechseln konnten. Viele haben deshalb scherzhaft mithilfe von KI-Bildsoftware die beiden Tiere verschmelzen lassen. Ein User war dabei besonders kreativ und hat den Löwen im berühmten Logo des amerikanischen Filmproduktionsstudios Metro Goldwyn Mayer kurzerhand durch ein Wildschwein ersetzt.

Für einen anderen User liegt der Grund für die kuriose Verwechslung auf der Hand: Vieldeutig zeigt er ein Meme von Hollywood-Star Tobey Maguire, der eine Brille aufzieht. "Ach, schade", schreibt er – und spricht vielen Menschen aus der Seele, die sich einen sensationelleren Ausgang gewünscht hätten.

AfD-Parteitag in Essen: Mehrere Festnahmen bei Protestaktionen
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Bei einer Protestkundgebung gegen den Bundesparteitag der AfD in Essen hat die Polizei am Samstag mehrere Menschen festgenommen. Im Stadtteil Rüttenscheid im Zentrum der Stadt sei es zu "mehreren gewalttätigen Störaktionen" gekommen, teilte die Polizei Essen mit. Demonstrierende hätten sich teilweise vermummt und Einsatzkräfte angegriffen.

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