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Israel-Krieg: Polizei Berlin veröffentlicht Schock-Bilanz nach Wochenende

Berlin, Deutschland, 13.10.2023: Mahnwache vor der Synagoge in Berlin-Kreuzberg, Fraenkelufer 10 Nach dem Angriff der Hamas auf Israel wurden die Sicherheitsvorkehrungen verst
Eine Mahnwache vor einer Synagoge in Berlin: Nach den Hamas-Angriffen wurden die Sicherheitsvorkehrungen auch in Deutschland verschärft.Bild: www.imago-images.de / imago images
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Israel-Krieg: Polizei Berlin veröffentlicht Schock-Bilanz nach Wochenende

15.10.2023, 11:3417.10.2023, 14:10
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Mittlerweile ist mehr als eine Woche vergangen, seitdem die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas Angriffe auf Israel gestartet hat. Offiziellen Angaben zufolge sind bisher allein in Israel mehr als 1300 Menschen getötet worden, in den Gebieten des Gazastreifen wurden mehr als 2000 Todesopfer gemeldet. (Stand: 15. Oktober, 11 Uhr)

International sorgen die terroristischen Angriffe, aber auch die Reaktionen aus Israel für blankes Entsetzen. Denn trotz der schrecklichen Bilder aus dem Kriegsgebiet im Nahen Osten nehmen einige Menschen den Konflikt erneut zum Anlass für Antisemitismus. Eine Auflistung der Berliner Polizei zeigt nun, dass vor allem Jüdinnen und Juden, aber auch Muslime in Deutschland aktuell derartig viel öffentliche Diskriminierung erfahren wie wohl schon lange nicht mehr.

Berliner Polizei: 12 Hass-Taten im Zusammenhang mit Israel-Krieg an nur einem Tag

Innerhalb eines einzigen Tages wurden den Einsatzkräften in Berlin am vergangenen Samstag insgesamt zwölf Taten gemeldet, die vorrangig antisemitischen oder islamfeindlichen Hintergrund hatten. Auch mehrere Banner und Schmierereien mit politischen Statements musste die Polizei beseitigen.

In verschiedensten Stadtteilen meldeten Passant:innen Schmierereien an Bahnhöfen und öffentlichen Gebäuden, die von den Einsatzkräften unkenntlich gemacht werden mussten. Ein Mitarbeitender bemerkte am Sonntagmorgen auch antisemitische Zeichen auf der Fassade der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.

Am häufigsten stellte die Polizei in Berlin demnach Parolen und Schmierereien fest, die mit dem Davidstern versehen waren. Dieser gilt zwar als Hauptsymbol des jüdischen Glaubens, steht allerdings historisch gesehen für die systematische Verdrängung und Ermordung von Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus.

Unbekannter versuchte Israel-Flagge am Roten Raushaus herunterzureißen

Ein Unbekannter soll am Samstag außerdem versucht haben, eine gehisste Israel-Flagge am Roten Rathaus herunterzureißen, konnte jedoch durch eine Sicherheitskraft gestoppt werden. Bereits am vergangenen Mittwoch gelang es Unbekannten, die aus Solidarität gehisste Flagge vom Sitz des Regierenden Bürgermeisters zu entfernen.

Ebenso zeigt die Polizeibilanz aus Berlin, dass muslimische Menschen aktuell vermehrt Diskriminierung ausgesetzt sind. Eine 15-Jährige etwa wurde demnach am Samstag in Berlin-Spandau von einer Unbekannten beleidigt und getreten, nachdem diese ihr das Kopftuch entrissen hatte.

Gewalt gegen Polizisten bei Pro-Palästina-Demo an Sonnenallee

Ein weiteres Problem stellen für die Einsatzkräfte weltweit aktuelle pro-palästinensische Demonstrationen dar. Eine Solidaritäts-Demonstration für Palästina in der Nähe des Brandenburger Tors wurde am Samstag zwar von der Polizei aufgelöst. Im Rest der deutschen Hauptstadt und der Welt kam es allerdings zu weiteren Versammlungen, die nicht so friedlich verlaufen sind.

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An der Sonnenallee im Berliner Stadtteil Neukölln etwa versammelte sich eine Gruppe von 50 Personen, die innerhalb kürzester Zeit auf 150 Menschen anwuchs. Laut Polizeiangaben skandierten die Demonstrierenden pro-palästinensische Parolen und bewarfen die Beamt:innen mit Flaschen und Steinen.

Auch in anderen Städten versammeln sich dieser Tage Hunderte Menschen, um ihre Solidarität mit den palästinensischen Gebieten auszudrücken. Während eine Demonstration mit Tausenden Teilnehmer:innen in London am Samstag ruhig blieb, musste die Pariser Polizei am Donnerstag Tränengas gegen Protestierende einsetzen.

Von der Leyen kritisiert Besuch von Orbán bei Putin
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Ungarns rechtspopulistischer Ministerpräsident Viktor Orbán ist zu einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau eingetroffen. Das teilte Orbáns Sprecher Bertalan Havasi mit. Zu Beginn des Treffens im Kreml sagte Putin in Richtung Orbán, er gehe "davon aus, dass Sie dieses Mal nicht nur als langjähriger Partner, sondern auch als Vorsitzender des Rates der Europäischen Union gekommen sind". Putin wolle die Gelegenheit nutzen, mit Orbán über die "Zwischentöne zu sprechen", die sich im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt entwickelt hätten.

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