Die Fußball-Europameisterschaft in England hat eine nie dagewesene Euphorie um den Frauenfußball entfacht.
Die Fußball-Europameisterschaft in England hat eine nie dagewesene Euphorie um den Frauenfußball entfacht.Bild: IMAGO / Sports Press Photo
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7000 Fans feiern DFB-Frauen in Frankfurt ++ Angst vor Eskalation um Taiwan wächst – Nancy Pelosi setzt Asien-Reise fort

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01.08.2022, 16:4601.08.2022, 19:37

7000 Fans feiern DFB-Frauen in Frankfurt

Nach dem verlorenen EM-Finale (2:1) gegen England sind die deutschen Nationalspielerinnen am Montagnachmittag in Frankfurt auf dem Römerplatz von über 7000 Fans euphorisch empfangen worden. "Diese Truppe hat dem Fußball viel gegeben in den vergangenen Wochen", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf beim Empfang im Rathaus. "Diese Mannschaft hat Perspektive. Wir haben den Anfang von etwas ganz Großem gesehen."

Schon vor dem Abflug in London hatte sich Stolz in die Enttäuschung über den verpassten EM-Triumph gemischt. Nach dem Wembley-Kabinenbesuch des Kanzlers und einem festlichen Bankett hatten die Spielerinnen noch bis in die frühen Morgenstunden getanzt und gefeiert.

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft am Frankfurter Römer.
Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft am Frankfurter Römer.bild: IMAGO / Beautiful Sports

Angst vor Eskalation um Taiwan wächst – Nancy Pelosi setzt Asien-Reise fort

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit China wegen eines möglichen Taiwan-Besuchs setzt die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, am Dienstag ihre Asienreise fort. Einen genauen Reiseplan veröffentlichte die 82-Jährige nicht. Die Spitzenpolitikerin hatte ihre Reise am Montag in Singapur begonnen. Weitere angekündigte Stationen sind Malaysia, Japan und Südkorea. Offen blieb weiterhin, ob Pelosi trotz Warnungen aus China auch nach Taiwan reisen würde. Peking hatte den USA für diesen Fall mit Konsequenzen gedroht.

Nancy Pelosi, Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses.
Nancy Pelosi, Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses. Bild: imago-images / UPI Photo

Zwar steht das demokratische Taiwan nicht auf dem offiziellen Reiseplan, doch befürchtet Peking, dass sich Pelosi über die Warnungen hinwegsetzen könnte. Die US-Demokratin hat schon länger vor, Taiwan zu besuchen, um damit ein Zeichen gegen die Drohungen aus Peking zu setzen. Chinas kommunistische Führung betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik und lehnt offizielle Kontakte anderer Länder zu Taipeh entschieden ab. Hingegen versteht sich das 23 Millionen Einwohner zählende Taiwan seit langem als unabhängig.

Der US-Sender CNN berichtete unter Berufung auf einen taiwanischen und einen amerikanischen Regierungsbeamten, es werde ein Besuch in Taiwan "erwartet". Das Pentagon beobachte chinesische Bewegungen und arbeite "rund um die Uhr" an Plänen für die Sicherheit Pelosis.

Vorschlag zu Rente mit 70 stößt auf scharfe Kritik

Sollten die Menschen in Deutschland bis zu ihrem 70. Lebensjahr arbeiten gehen? Das schlägt der Chef des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Stefan Wolf, vor – und sorgt damit für heftige Reaktionen. Wolf hatte seinen Vorstoß unter anderem mit einer immer älter werdenden Gesellschaft begründet, durch die das aktuelle Rentensystem mittelfristig nicht mehr finanzierbar sein würde.

Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Gewerkschaften IG Bau und IG Metall widersprachen. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel erklärte, der Vorstoß sei "nichts anderes als eine Rentenkürzung mit Ansage". Viele Beschäftigte würden es schon heute nicht mehr schaffen, "gesund bis zur Rente durchzuhalten", sagte sie.

Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, schlug eine Überarbeitung der gesetzlichen Rentenversicherung vor. "Perspektivisch müssen alle dort einzahlen – neben Angestellten auch Beamte, Selbstständige und Politiker", sagte Bentele. Eine solche "Rente für alle" stärke das System.

Aktuell ist hierzulande geplant, die Altersgrenze für die Rente ohne Abschläge bis 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre anzuheben. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) lehnt eine weitere Erhöhung ab.

Luisa Neubauer hält "Streckbetrieb" von AKW für vertretbar

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer hält eine begrenzte Laufzeitverlängerung der noch in Betrieb befindlichen deutschen Atomkraftwerke für vertretbar. Ein Streckbetrieb – also ein Weiterbetrieb der verbleibenden AKW für wenige Monate, ohne dass aber neue Brennstäbe gekauft werden, wäre für sie ein Problem, weil es ein Provisorium und keine grundlegende Weichenstellung wäre, sagte sie dem "Tagesspiegel", zu lesen in der Montagsausgabe. Sie bezweifelt aber den Nutzen einer solchen Maßnahme.

Neubauer widersprach außerdem dem Argument, Atomkraft könne zum Klimaschutz beitragen. Dieser wolle Katastrophenrisiken mindern. "Jetzt aus einem Katastrophenschutzgrund – Klimaschutz – für Atomkraft zu plädieren, wohl wissend, dass Atomkraft selbst ein großes Risiko mit sich bringt für eine andere Art von Katastrophen – das geht doch nicht auf." Neubauer sprach sich stattdessen für erneuerbare Energien aus – die brächten kaum Risiken mit sich.

Fall Ayleen: Mann festgenommen – Kleidung der toten 14-Jährigen in seiner Wohnung

Im Fall der toten 14-jährigen Ayleen A. hat die Polizei offenbar einen Verdächtigen festgenommen. Laut "Schwarzwälder Bote" soll es sich um einen vorbestraften Sexualstraftäter handeln. Er soll die Beamten auch zum Leichenfundort gebracht haben. Der Polizei soll auch Kleidung des Mädchens in seiner Wohnung gefunden haben.

Die Jugendliche aus Gottenheim in Baden-Württemberg war seit mehr als einer Woche vermisst gewesen, als Beamte ihre Leiche am Freitag im hessischen Wetteraukreis fanden. Der Fundort ist mehr als 300 Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Wie Ayleen A. dort hingekommen ist, muss noch ermittelt werden. Wie "Bild" berichtet, könnte der Täter sie über einen Internet-Chat zu sich gelockt haben.

"Star Trek"-Star Nichelle Nichols ist tot

Die vor allem für ihre Rolle als Lieutenant Uhura in der Science-Fiction-Serie "Star Trek" bekannte Schauspielerin Nichelle Nichols ist tot. Sie starb in der Nacht zum Sonntag im Alter von 89 Jahren im US-Bundesstaat New Mexico, teilte ihre Familie mit.

Nichols schrieb in der TV-Serie Geschichte: Der Kuss der Afro-Amerikanerin 1968 mit ihrem Kollegen William Shatner alias Captain Kirk gilt weithin als Erster zwischen einer Schwarzen und einem Weißen in der US-Fernsehgeschichte. Nichols war zudem auch eine der ersten schwarzen Frauen, die eine große Rolle in einer Fernsehserie spielte.

Nichols spielte als einzige Frau eine Hauptrolle in der Serie.
Nichols spielte als einzige Frau eine Hauptrolle in der Serie.Bild: www.imago-images.de / imago images

Die Rolle von Lieutenant Nyota Uhura, der Nachname bedeutet "Freiheit", spielte sie auch in den ersten sechs "Star Trek"-Filmen. Später arbeitete Nichols als Anwerberin für die US-Raumfahrtbehörde Nasa – die sich an sie wandte, nachdem sie deren mangelnde Vielfalt kritisiert hatte.

(jab/nik/mit Material von dpa und afp)

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Bundestrainer Hansi Flick kritisiert Weltmeisterschaft in Katar heftig
Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.

Rund drei Monate vor dem WM-Start in Katar gibt es deutliche Worte von Bundestrainer Hansi Flick zur Austragung in dem Wüstenstaat. Er kritisierte nicht nur die Menschenrechtssituation, wegen der die WM in Katar unter anderem heftig umstritten ist, sondern auch die Auswirkungen auf die Fans. "Es ist keine WM für den normalen Fan", urteilte er in einem Interview mit dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)".

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