Die Bluttat hat sich im Norden Thailands, in Nong Bua Lam Phu, ereignet.
Die Bluttat hat sich im Norden Thailands, in Nong Bua Lam Phu, ereignet.Bild: screenshot/ bbc
Top-News kompakt

Mehr als 30 Tote bei Angriff auf Kindergarten in Thailand ++ Zufriedenheit mit Ampel auf neuem Tiefpunkt

Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.
06.10.2022, 16:3506.10.2022, 19:08

Mehr als 30 Tote bei Angriff auf Kindergarten in Thailand

Ein entlassener Polizist hat in einem Kindergarten in Thailand mindestens 35 Menschen erschossen, die meisten davon Kinder. Der 34-Jährige drang nach Polizeiangaben am Donnerstagmittag in die Kita in Na Klang im Norden des Landes ein und schoss um sich, bevor er mit einem Auto floh. Später kehrte er in sein Haus zurück und tötete seine Frau, sein Kind und sich selbst.

Zwölf weitere Menschen wurden nach Angaben der Provinzpolizei bei dem Angriff verletzt, drei davon schwer. Demnach handelte es sich bei dem Täter um einen früheren Polizisten, der im vergangenen Jahr wegen Drogenmissbrauchs gefeuert worden war.

ARD-Deutschlandtrend: Zufriedenheit mit Ampel auf neuem Tiefpunkt

Die Ampel-Koalition verliert weiter an Zustimmung. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen die drei Parteien des Bündnisses laut dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" nur noch auf zusammen 43 Prozent der Stimmen. Die Union legt dagegen einen Prozentpunkt zu und ist mit 28 Prozent erneut stärkste Kraft. Die AfD verbesserte sich um zwei Punkte auf 15 Prozent und verzeichnete damit den höchsten Wert seit Dezember 2019.

In der Ampel-Koalition bleibt der Wert für die SPD mit 17 Prozent unverändert auf niedrigem Niveau. Die Grünen büßten im Vergleich zum September drei Prozentpunkte ein und fielen auf 19 Prozent. Die FDP verlor einen Punkt auf sieben Prozent. Die oppositionelle Linke verharrte derweil bei fünf Prozent.

Robert Habeck (v.l.) und Annalena Baerbock (Grüne), Olaf Scholz (SPD), Christian Lindner (FDP): Die Ampel verliert weiter an Zustimmung.
Robert Habeck (v.l.) und Annalena Baerbock (Grüne), Olaf Scholz (SPD), Christian Lindner (FDP): Die Ampel verliert weiter an Zustimmung.Bild: imago images / Chris Emil Janssen

Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung sinkt laut der Befragung noch einmal auf einen neuen Tiefpunkt seit dem Start der Ampel-Regierung im Dezember 2021. Anfang Oktober waren demnach 29 Prozent der Wahlberechtigten mit der Arbeit der Koalition sehr zufrieden oder zufrieden (minus zwei Punkte); 68 Prozent sind damit unverändert weniger oder gar nicht zufrieden.

Neues Staatenformat "Europäische Politische Gemeinschaft" gegründet

In Prag haben sich am Donnerstag mehr als 40 europäische Staats- und Regierungschefs zur Gründung einer neuen Europäischen Politischen Gemeinschaft zusammengefunden. Der französische Präsident Emmanuel Macron äußerte die Hoffnung auf ein Zeichen der "Einheit". Er hatte das neue Gesprächsformat angestoßen.

Die Ziele der neuen Gemeinschaft von 44 Staaten seien "mehr Stabilität, mehr Sicherheit, mehr Frieden", sagte EU-Ratspräsident Charles Michel. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nannte die Möglichkeit ausführlicher Gespräche mit so vielen europäischen Spitzenpolitikern auf der Prager Burg eine "große Innovation". Die neue Gemeinschaft ergänze Formate wie den Europarat und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Zu der neuen Gemeinschaft gehören neben der Ukraine und den EU-Ländern unter anderem die Türkei, die Westbalkanstaaten und die früheren Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan.

Germany's Chancellor Olaf Scholz, left, walks with Greece's Prime Minister Kyriakos Mitsotakis, center, after a group photo during meeting of the European Political Community at Prague Castle in Pragu ...
Kanzler Olaf Scholz beim Treffen der Regierungschefs am Donnerstag in Prag. Bild: AP / Petr David Josek

Zehntausende Studierende warten auf Wohnheimplatz

Zum Beginn des Wintersemesters warten nach Angaben des Deutschen Studentenwerks (DSW) noch Zehntausende Studierende auf einen Wohnheimplatz. Mitte September standen demnach in elf großen Universitätsstädten mehr als 35.000 Menschen auf Wartelisten für einen Platz, 15.000 davon allein in München, der wohl teuersten Hochschulstadt Deutschlands, wie die Deutsche Presse-Agentur vom DSW erfuhr. Die Studenten- und Studierendenwerke betreiben nach Angaben ihres Verbands bundesweit rund 1700 Wohnheime mit fast 200.000 Plätzen.

"Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Studierende ist ein eklatantes Strukturdefizit des deutschen Hochschulsystems und ein soziales Problem", sagte DSW-Generalsekretär Matthias Anbuhl. Er verwies darauf, dass die Zahl der staatlich geförderten Studienplätze in den vergangenen 15 Jahren um 52 Prozent, die Zahl der staatlich geförderten Wohnheimplätze aber nur um 6 Prozent gestiegen sei. "Diese Schere darf nicht noch weiter auseinandergehen."

Studentenwohnheim, Mollwitzstraße, Charlottenburg, Berlin, Deutschland *** Student Residence, Mollwitzstraße, Charlottenburg, Berlin, Germany
Wohnraum für Studierende ist in vielen Städten Deutschlands nur schwer zu bekommen. Bild: imago images/Schöning

Streik bei Eurowings: Viele Flugausfälle

Piloten der Fluggesellschaft Eurowings sind am Donnerstag in einen ganztägigen Streik getreten. Der Arbeitskampf habe wie geplant begonnen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Eurowings geht davon aus, dass am Donnerstag etwa die Hälfte aller Flüge ausfallen wird.

Die Situation sei je nach Flughafen sehr unterschiedlich, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Flughäfen wie Mallorca, Stockholm oder Prag, die häufig von Eurowings Europe angeflogen würden, seien weniger stark betroffen. Überdurchschnittlich treffe es dagegen die deutschen Ziele. Allein in Düsseldorf, dem größten Standort von Eurowings, dürften nach Angaben des Flughafens 118 Flüge ausfallen.

Eurowings-Schalter bleiben am Flughafen Köln/Bonn unbesetzt.
Eurowings-Schalter bleiben am Flughafen Köln/Bonn unbesetzt.Bild: dpa / Sascha Thelen

Eurowings bittet Kunden, sich über den Status ihres Fluges auf der Webseite oder über die Eurowings-App zu informieren. Den Passagieren sollten andere Reisemöglichkeiten – etwa der Umstieg auf die Bahn oder die Umbuchung auf einen anderen Flug – angeboten werden.

Der Gewerkschaft geht es in dem Konflikt um bessere Arbeitsbedingungen. Eine zentrale Forderung ist die Entlastung der Mitarbeitenden, beispielsweise durch eine Verringerung der maximalen Flugdienstzeiten. Eurowings kritisiert den Streik als unverhältnismäßig und unverantwortlich.

"Scrubs"-Produzent wegen Vergewaltigung angeklagt

Der Hollywood-Produzent Eric Weinberg, der an Hit-Serien wie "Scrubs" und "Californication" mitwirkte, ist wegen Vergewaltigung und anderen sexuellen Übergriffen angeklagt worden. Gegen den 62-Jährigen liegen Vorwürfe von fünf Frauen vor, die Weinberg zwischen 2014 und 2019 missbraucht haben soll, teilte die Staatsanwaltschaft in Los Angeles am Mittwoch mit.

A photo of TV producer Eric Weinberg is displayed before a news conference to announce sexual assault charges against Weinberg on Wednesday, Oct. 5, 2022 in Los Angeles. (AP Photo/Christopher Weber)
Weinberg soll seine Macht genutzt haben, um Frauen unter einem Vorwand zu sich nach Hause zu locken,Bild: AP / Christopher Weber

Der Angeklagte habe seinen Hollywood-Status benutzt, um junge Frauen unter dem Vorwand von Fotoshootings in sein Haus zu locken, wo er sie angeblich missbraucht habe, sagte Staatsanwalt George Gascón. Die Vorwürfe umfassen Vergewaltigung, erzwungenen Oralverkehr und Körperverletzung. Weinberg soll Ende Oktober vor dem Haftrichter erscheinen. Gegen Zahlung einer Kaution von fünf Millionen Dollar (rund fünf Millionen Euro) kam er zunächst auf freien Fuß.

Mehr als zwei Dutzend Frauen hätten in Gesprächen mit dem "Hollywood Reporter" angebliche Übergriffe von Weinberg geschildert, berichtete die Fachzeitschrift am Mittwoch. Die ersten Fälle würden bis ins Jahr 2000 zurückgehen. Bereits 2014 war der Produzent festgenommen worden, aber aus Mangel an Beweisen sei es damals nicht zu einer Anklage gekommen.

(nik/jab/and/dpa/afp)

265 Millionen Euro Strafe für Facebook-Mutterkonzern Meta ++ Bezahlte Vaterschaftszeit soll kommen
Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.

Der Facebook-Mutterkonzern Meta muss wegen Verstößen gegen den Datenschutz in der EU eine hohe Strafe von 265 Millionen Euro zahlen. Die irische Datenschutzkommission (DPC) verhängte die Strafe nach Beendigung eines "umfangreichen Untersuchungsprozesses" und in Kooperation mit allen anderen Datenschutzbehörden in der EU, wie sie am Montag mitteilte. Es geht um die Daten von einer halben Milliarde Facebook-Nutzern, die auf einer Hacker-Website veröffentlicht worden waren.

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