07.11.2022, Bayern, München: Polizeibeamte stehen neben Klimaaktivisten, die sich am Karlsplatz in der Innenstadt auf die Fahrbahn geklebt und somit die Straße blockiert haben. Foto: Sven Hoppe/dpa ++ ...
Klimaaktivisten kleben sich auf der Straße fest. (Symbolbild)Bild: dpa / Sven Hoppe
Top-News kompakt

Zwei Klimaaktivisten nach Straßenblockaden zu Geldstrafen verurteilt

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08.11.2022, 16:08

Zwei Klimaaktivisten nach Straßenblockaden zu Geldstrafen verurteilt

Nach Straßenblockaden im Berufsverkehr hat das Amtsgericht Stuttgart zwei Klimaschutzaktivisten der Protestgruppe "Letzte Generation" zu Geldstrafen verurteilt. Einer erhielt für vier Taten eine Strafe von 110 Tagessätzen zu je 20 Euro, also 2200 Euro. Der andere Aktivist soll für drei Taten 110 Tagessätze zu je 50 Euro bezahlen, das sind 5500 Euro, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte. Die Männer im Alter von 28 und 34 Jahren sollen sich im Mai und Juni mehrere Male in der Landeshauptstadt Baden-Württembergs auf die Straße gesetzt und so den Verkehr blockiert haben.

An dem Prozess nahm nur einer der Angeklagten im Gerichtssaal teil. Der andere wurde durch seinen Verteidiger vertreten, weil er aktuell nach Angaben der Richterin wegen zweier Sitzblockaden in München in Polizeigewahrsam ist. Am Mittwoch steht dem Gericht zufolge bereits die nächste Verhandlung gegen einen weiteren Klimaschutzaktivisten an. Auch hier lautet der Tatvorwurf Nötigung.

Merz weist Ampel-Vorwürfe in Bürgergeld-Debatte zurück

Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat schwere Vorwürfe aus der Ampel-Koalition in der Bürgergeld-Debatte scharf zurückgewiesen. "In dem Augenblick, wo wir Kritik üben, werden wir in die Nähe der AfD gerückt und werden mit Donald Trump verglichen", sagte der CDU-Vorsitzende am Dienstag vor einer Sitzung der CDU/CSU-Abgeordneten im Bundestag in Berlin. "Das ist eine Vergiftung des politischen Klimas." Er suche aus diesem Grund noch in dieser Woche das Gespräch mit SPD-Chef Lars Klingbeil. Dieser habe auf ein Gesprächsangebot bisher noch nicht geantwortet.

35. Parteitag der CDU Deutschland in der Messe Hannover Aktuell, 09.09.2022, Hannover, Friedrich Merz Vorsitzender der CDU und Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Portrait auf dem 35. Parte ...
Friedrich Merz möchte das Gespräch mit dem SPD-Chef suchen.Bild: www.imago-images.de / imago images / Political-Moments

Klingbeil hatte Merz und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Streit um das Bürgergeld am Wochenende eine Spaltung der Gesellschaft vorgeworfen. Wer sich so verhalte und "den Weg von Donald Trump der Verbreitung von Fake News einschlägt, wer der Meinung ist, man müsse das Land spalten, hat nichts mehr in der politischen Mitte dieses Landes verloren".

Bundespräsident Steinmeier hält an sozialem Pflichtjahr fest

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht sich trotz Kritik weiterhin für ein soziales Pflichtjahr aus. "Wir brauchen neue Modelle, in denen wir Jung und Alt miteinander ins Gespräch bringen und die Überzeugung einüben, dass wir auch für andere da sein müssen", sagte Steinmeier in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Sein Vorschlag sei von der Sorge getrieben gewesen, "dass wir Zusammenhalt wieder herstellen müssen", sagte Steinmeier. "Meine Überzeugung bleibt: Das wird schwierig, wenn wir nicht Gelegenheiten schaffen, in denen wir Zusammenhalt einüben."

November 4, 2022, Seoul, South Korea: German President Frank-Walter Steinmeier addresses media representatives after visiting with his wife Elke B
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht sich trotz Kritik weiterhin für ein soziales Pflichtjahr aus.Bild: www.imago-images.de / imago images

Steinmeier hatte im Sommer eine Debatte über ein soziales Pflichtjahr angestoßen und dafür viel Kritik geerntet. Vor allem junge Menschen lehnen den verpflichtenden Charakter im Zusammenhang mit sozialem Engagement ab.

Leck in Kühlsystem von französischem Atomkraftwerk entdeckt

Im französischen Atomkraftwerk Civaux ist bei einer Kontrolle an einem Reaktor ein Leck entdeckt worden. In dem AKW im Westen des Landes sei eine undichte Stelle im Primärkreislauf der Kühlung festgestellt worden, teilte der Betreiberkonzern EDF mit. Außerhalb der Anlagen sei keine Radioaktivität gemessen worden. Niemand sei verletzt oder kontaminiert worden.

Festgestellt wurde das Leck nach diesen Angaben bereits vergangene Woche von Experten im Rahmen einer Untersuchung, die alle zehn Jahre statfindet. Das Kühlsystem wurde dabei ohne Brennelemente getestet. Dabei sei Wasserdampf ausgetreten. Derzeit ist das AKW vom Netz. Die Vizechefin des Instituts für Radioschutz und nukleare Sicherheit (IRSN), Karine Herviou, versicherte im Sender France Info: "Es gibt überhaupt keine Gefahr für die Umwelt oder die öffentliche Gesundheit." Das Leck sei an einer Art Dichtung aufgetreten. Das Problem sei relativ leicht in einigen Tagen zu beheben.

Weil wieder zum Ministerpräsidenten gewählt

Einen Monat nach der Landtagswahl in Niedersachsen ist der SPD-Politiker Stephan Weil in seinem Amt als Ministerpräsident bestätigt worden. Im Landtag in Hannover erhielt der 63-Jährige am Dienstag in geheimer Wahl 82 von 145 Abgeordnetenstimmen und damit auf Anhieb die erforderliche Mehrheit. Weil regiert künftig in einer rot-grünen Koalition.

Stephan Weil (l.) ist der neue, alte Ministerpräsident von Niedersachsen.
Stephan Weil (l.) ist der neue, alte Ministerpräsident von Niedersachsen.Bild: dpa / Sina Schuldt

Bei der Wahl am 9. Oktober landete die SPD klar vor der CDU auf dem ersten Platz. Die Grünen wurden drittstärkste Partei.

Trump verspricht "sehr große Mitteilung" nächste Woche

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat angedeutet, dass er kommende Woche eine neue Kandidatur für das Amt bekanntgeben könnte. Bei einem Auftritt im Bundesstaat Ohio kündigte Trump in der Nacht zum Dienstag eine "sehr große Mitteilung" am 15. November an. Die einwöchige Wartezeit begründete er mit den Worten: "Wir wollen nicht, dass irgendetwas von der Bedeutung des morgigen Tages ablenkt."

November 7, 2022, Vandalia, Ohio, USA: Former President DONALD TRUMP addresses the crowd gathered at a rally in Vandalia, Ohio, Monday, Nov. 7, 2022, one day before the 2022 midterm elections. Vandali ...
Wird Donald Trump kommende Woche erneut für das Amt des Präsidenten kandidieren?Bild: www.imago-images.de / imago images

An diesem Dienstag werden in den USA das Abgeordnetenhaus, Teile des Senats und Dutzende Gouverneure neu gewählt. Schon seit langem wird darüber spekuliert, dass Trump nach einem Erfolg ihm wohlgesonnener Bewerber seine eigene Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2024 ankündigen könnte. Am Montag waren Gerüchte gestreut worden, dass dies schon beim Auftritt in Ohio passieren könnte. Am Ende blieb es jedoch bei der Ankündigung des Termins kommende Woche. Trump wählte als Ort für das in Aussicht gestellte Ereignis am 15. November sein Anwesen Mar-a-Lago in Florida.

In ZDF-Doku: WM-Botschafter nennt Homosexualität "geistigen Schaden"

Der katarische WM-Botschafter und frühere Fußball-Nationalspieler Khalid Salman hat Homosexualität als "geistigen Schaden" bezeichnet. Die Äußerung fiel in einem Interview in der ZDF-Dokumentation "Geheimsache Katar" von Jochen Breyer und Julia Friedrichs, die am Dienstag (20.15 Uhr) ausgestrahlt wird. Schon am Montagabend wurde im "heute-journal" der Ausschnitt mit den Aussagen Salmans gezeigt.

"Während der WM werden viele Dinge hier ins Land kommen. Lass uns über Schwule reden", sagte Salman. "Das Wichtigste ist doch: Jeder wird akzeptieren, dass sie hier herkommen. Aber sie werden unsere Regeln akzeptieren müssen." Er habe vor allem Probleme damit, wenn Kinder Schwule sähen. Denn diese würden dann etwas lernen, was nicht gut sei. In seinen Augen ist Schwulsein "haram" und verboten, meinte Salman. "Es ist ein geistiger Schaden." Das Interview wurde sofort durch den Pressesprecher des WM-Organisationskomitees abgebrochen.

Als Reaktion darauf hat der Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) die Aussagen scharf verurteilt. Der Verband erwarte, dass die Bundesregierung diese Aussage ernst nehme. Man fordere die Regierung auf, konsequent alle diplomatischen Reisen während und zur WM in Katar abzusagen. Das Auswärtige Amt solle zudem eine explizite Reisewarnung "für alle Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche und queere Menschen (LSBTIQ*)" aussprechen.

Der ehemalige FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (86) hat sich den Forderungen nach einem Entschädigungsfonds für Arbeitsmigranten im WM-Gastgeberland Katar angeschlossen. Er fordert einen "Fonds in der Größenordnung der Prämien, die man den 32 Teilnehmern bezahlt - oder sogar das Doppelte". Der Fußball habe einen "hohen sozial-kulturellen Wert", sagte er dem Sport-Informations-Dienst (SID), "wenn man diese Werte mit Füßen getreten hat und jetzt die Chance besteht, dass man etwas für die Leute tun kann, die darunter gelitten haben, dann ist das eigentlich eine logische Folge".

(cfl/dpa)

VfB Stuttgart trennt sich von Sportdirektor Mislintat ++ Lebenslange Haft für Polizistenmörder von Kusel
Dinge, über die Deutschland jetzt spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News – in wenigen Minuten weißt du, was abgeht.

Sportdirektor Sven Mislintat verlässt den VfB Stuttgart. Der Verein habe sich mit dem 50-Jährigen darauf geeinigt, den noch bis zum 30. Juni 2023 laufenden Vertrag zu beenden, teilte der abstiegsgefährdete Fußball-Bundesligist am Mittwoch mit. "Ein aus Sicht des VfB absolut marktgerechtes Angebot zur Vertragsverlängerung hat Sven Mislintat abgelehnt", hieß es in der Vereinsmitteilung. Die Trennung von Mislintat kommt nicht unerwartet.

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