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AfD-Spitze prüft wirre Rede von Alexander Eichwald bei Jugendkongress

Alexander Eichwald hat mit seiner Rede für Verwirrung gesorgt.
Alexander Eichwald hat mit seiner Rede für Verwirrung gesorgt.Bild: screenshot
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AfD-Spitze prüft wirren Auftritt bei Gründung von Jugendorganisation

Dinge, über die Deutschland heute spricht: Jeden Tag findest du bei watson, natürlich laufend aktualisiert, die kompakten Top-News. So weißt du in wenigen Minuten, was abgeht.
30.11.2025, 09:4230.11.2025, 11:55

AfD-Spitze prüft wirren Auftritt bei Gründung von Jugendorganisation

Die AfD-Spitze prüft nach Angaben von Parteichef Tino Chrupalla den fragwürdigen Auftritt eines Teilnehmers beim Gründungskongress der neuen Jugendorganisation. "Mit dem Inhalt sowie die Art und Weise seines Bewerbungsvortrags hat sich Alexander Eichwald von den Grundsätzen der Partei distanziert. Der Bundesvorstand missbilligt das ausdrücklich und sieht sich daher veranlasst, eine Prüfung seiner Daten und Mitgliedsrechte vorzunehmen", sagte Chrupalla der Deutschen Presse-Agentur.

Bei dem Kongress in Gießen hatte sich ein "Alexander Eichwald" für einen Posten im Vorstand beworben und mit seiner Bewerbungsrede in der Halle für Verwirrung und Kritik gesorgt. Eichwald trat mit rollendem "R" und einer im Ton an NS-Reichskanzler Adolf Hitler erinnernden Rede ans Pult, sprach die Teilnehmer mit "Parteigenossen und -genossinnen" an und rief in den Saal: "Die Liebe und Treue zu Deutschland teilen wir uns hier gemeinsam" und "es ist und bleibt unsere nationale Pflicht, die deutsche Kultur vor Fremdeinflüssen zu schützen".

Aus dem Saal kam anschließend scharfe Kritik. Eichwald wurde unter großem Beifall gefragt, ob er ein V-Mann des Verfassungsschutzes sei. Sein rollendes "R" erklärte er damit, Russlanddeutscher zu sein. Gemutmaßt wurde auch, ob der Auftritt Teil einer Comedy-Aktion sein könnte, um der AfD zu schaden. Auf die Frage, ob sein Auftritt ernst gewesen sei, sagte Eichwald beim Verlassen der Tagungshalle zur dpa nur kurz "Ja".

Der Mann kommt laut Chrupalla aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen. Er sei am 5. Oktober dieses Jahres in den Kreisverband Herford aufgenommen worden, den Beitritt zur Jugendorganisation habe er am 15. Oktober erklärt.

Netanjahu beantragt Begnadigung

Der wegen Korruptionsvorwürfen angeklagte israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat bei Israels Staatschef Isaac Herzog offiziell seine Begnadigung beantragt. "Das Präsidialamt ist sich bewusst, dass es sich hierbei um einen außergewöhnlichen Antrag handelt", erklärte Herzogs Büro am Sonntag. Vor wenigen Wochen hatte US-Präsident Donald Trump seinen israelischen Kollegen zur vorsorglichen Begnadigung Netanjahus aufgefordert, der bislang jegliches Fehlverhalten bestritten hat.

ARCHIV - 24.12.2023, Israel, Tel Aviv: Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel. (zu dpa: «Israel will gegen Siedlergewalt vorgehen») Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Netanjahu möchte begnadigt werden. (Archivbild)Bild: AP / Ohad Zwigenberg

USA setzen Asylentscheidungen aus

Nach dem Schusswaffenangriff auf zwei Nationalgardisten in Washington hat die US-Regierung vorerst sämtliche Asylverfahren gestoppt. Die Einwanderungsbehörde (USCIS) habe "alle Asylentscheidungen ausgesetzt, bis wir sicherstellen können, dass jeder Ausländer so gründlich wie möglich überprüft und kontrolliert wird", erklärte Behördenleiter Joseph Edlow am Freitag (Ortszeit). US-Außenminister Marco Rubio erklärte zudem, dass die USA vorübergehend die Ausstellung von Visa für alle Menschen mit afghanischem Pass eingestellt hätten.

Auf der Liste stehen Länder wie der Iran, Kuba, Venezuela, Haiti, Eritrea, Burundi, Tschad und Myanmar. Den jüngsten Erhebungen von USCIS zufolge stammen mehr als 1,6 Millionen Inhaber einer Green Card aus einem der 19 Länder. 116.000 von ihnen stammen aus Afghanistan.

Am Mittwoch waren zwei Nationalgardisten im Zentrum der US-Hauptstadt durch Schüsse schwer verletzt worden, später starb eine 20-jährige Nationalgardistin. Der mutmaßliche Angreifer, ein 29-jähriger Afghane, wurde festgenommen. Sein Motiv war weiter unklar. Er soll wegen Mordes angeklagt werden, US-Justizministerin Pam Bondi will nach eigenen Angaben die Todesstrafe für ihn fordern.

Neue AfD-Jugend Generation Deutschland gegründet

Die AfD hat in Gießen ihre neue Jugendorganisation mit dem Namen Generation Deutschland (GD) gegründet. Bei dem Gründungskongress verabschiedeten mehr als 800 Teilnehmer ein entsprechendes Jugendstatut mit Regeln zur Rolle und Arbeit der neuen Organisation, die im Gegensatz zum Vorgänger Junge Alternative eng an die AfD angebunden sein soll. Der Landespolitiker Jean-Pascal Hohm ist zum Chef der neuen AfD-Jugend gewählt worden.

Die Gründung wurde seit dem Morgen von massiven Protesten mit Blockaden begleitet. Die Polizei zählte mehr als 25.000 Demonstrierende; das Bündnis "widersetzen" sprach von über 50.000 Teilnehmern.

Mindestens 130 Tote nach Zyklon auf Sri Lanka

Ein Zyklon hat Sri Lanka schwer verwüstet. Mindestens 130 Menschen sind durch Wirbelsturm "Ditwah" ums Leben gekommen, mehr als 170 Personen werden vermisst, wie das Katastrophenschutzzentrum am Samstag mitteilte. Der Sturm hatte in Teilen des Inselstaats heftige Regenfälle ausgelöst, die zu Überschwemmungen und Erdrutschen führten.

Rettungs- und Suchteams setzten ihre Suche nach Vermissten in den von Erdrutschen betroffenen Gebieten fort. Besonders betroffen waren die zentral gelegenen Bezirke Kandy und Badulla. Zahlreiche Zugstrecken, Straßen sowie Strom- und Telekommunikationsleitungen wurden beschädigt, was den Alltag vieler Menschen erheblich beeinträchtigt. Seit drei Tagen erlebt der Inselstaat anhaltenden Starkregen. Der Wirbelsturm zog am Samstagmorgen weiter in Richtung Südindien.

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    Stigmata, Machtstrukturen und gefährliche Mythen: Was muss passieren, damit körperliche Selbstbestimmung endlich Realität wird? Darüber hat watson-Autorin Kathrin Martens mit der Gynäkologin Dr. Alicia Baier im Interview gesprochen.
  • Bei Betroffenen von Vaginismus löst jedes Objekt in der Vagina Schmerzen aus. So kann nicht nur penetrativer Sex, sondern auch der Besuch bei der Gynäkologin oder das Einführen eines Tampons für Betroffene unmöglich sein. Watson-Autorin Nathalie Trappe hat mit Betroffenen über Missverständnisse, Therapien und Sex gesprochen. Hier kommst du zum Text.

(mit Material von dpa und afp)

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