Joachim Löw hört als DFB-Coach auf.
Joachim Löw hört als DFB-Coach auf.
Bild: Getty Images Europe / Lars Baron

Bundestrainer Joachim Löw hört nach der EM im Sommer auf

09.03.2021, 11:58

Joachim Löw wird seine Tätigkeit als Bundestrainer nach der Europameisterschaft im Sommer 2021 beenden. Das teilte der DFB mit. Der Bundestrainer habe darum gebeten, seinen ursprünglich bis zur WM 2022 laufenden Vertrag unmittelbar mit Abschluss des EM-Turniers zu beenden.

"Ich gehe diesen Schritt ganz bewusst, voller Stolz und mit riesiger Dankbarkeit, gleichzeitig aber weiterhin mit einer ungebrochen großen Motivation, was das bevorstehende EM-Turnier angeht", sagt Löw. "Stolz, weil es für mich etwas ganz Besonderes und eine Ehre ist, mich für mein Land zu engagieren. Und weil ich insgesamt fast 17 Jahre mit den besten Fußballern des Landes arbeiten und sie in ihrer Entwicklung begleiten durfte. Mit ihnen verbinden mich große Triumphe und schmerzliche Niederlagen, vor allem aber viele wunderbare und magische Momente - nicht nur der Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Dankbar bin und bleibe ich gegenüber dem DFB, der mir und der Mannschaft immer ein optimales Arbeitsumfeld bereitet hat."

Löw wird in der DFB-Mitteilung weiter mit diesen Worten zitiert: "Für die bevorstehende Europameisterschaft verspüre ich weiterhin den unbedingten Willen sowie große Energie und Ehrgeiz. Ich werde mein Bestes geben, unseren Fans bei diesem Turnier große Freude zu bereiten und erfolgreich zu sein. Ich weiß auch, dass dies für die gesamte Mannschaft gilt."

DFB will "mit Ruhe und Augenmaß" Nachfolger benennen

DFB-Präsident Fritz Keller bekundete "großen Respekt vor der Entscheidung von Joachim Löw". Denn: "Der DFB weiß, was er an Jogi hat, er ist einer der größten Trainer im Weltfußball." Löw habe den deutschen Fußball wie kaum ein anderer über Jahre hinweg geprägt und international zu höchstem Ansehen verholfen. "Nicht nur aufgrund seiner sportlichen Errungenschaften, sondern auch wegen seiner Empathie und Menschlichkeit. Dass er uns frühzeitig über seine Entscheidung informiert hat, ist hoch anständig. Er lässt uns als DFB somit die nötige Zeit, mit Ruhe und Augenmaß seinen Nachfolger zu benennen."

DFB-Direktor Oliver Bierhoff richtet persönliche Worte an Löw: "Unter Jogi stand die Nationalmannschaft wieder für Spielfreude und attraktiven Offensivfußball, diese Mannschaft und ihre Spieler haben sich unglaublich mit ihm entwickelt. Ich bedauere, dass sich nach der EURO unsere Wege beruflich voneinander trennen. Persönlich werden wir verbunden bleiben."

Jürgen Klopp als Wunschkandidat für Löw-Nachfolge

Als Wunschkandidat des Verbandes gilt Jürgen Klopp. Der Teammanager des FC Liverpool hat auch schon durchblicken lassen, dass ihn die Aufgabe reizen würde. Allerdings steht er beim kriselnden englischen Meister noch bis 2024 unter Vertrag. DFB-Direktor Oliver Bierhoff hatte zuletzt auch Bayern Münchens Triple-Coach Hansi Flick als Kandidaten genannt, der als Assistent mit Löw 2014 in Brasilien den vierten WM-Stern geholt hatte.

Die magische Nacht von Rio war der Höhepunkt in der bald 15-jährigen Amtszeit von Löw. Der frühere Bundesliga-Trainer (VfB Stuttgart und Karlsruher SC) kam 2004 als Co-Trainer von Jürgen Klinsmann zur Nationalmannschaft und beerbte seinen Chef nach dem "Sommermärchen" bei der Heim-WM 2006. Seither kam er bei jedem Turnier mindestens ins Halbfinale, bis diese Serie nach dem Confed-Cup-Sieg 2017 bei der WM 2018 riss. Seit dem historischen Aus in der Vorrunde in Russland und dem folgenden sportlichen Abstieg aus der Nations League steht der dienstälteste Nationalcoach der Welt in der Kritik.

Löw stand nach Pleite-WM 2018 in der Kritik

Diese hatte sich angesichts des hakenden Verjüngungsprozesses in der DFB-Elf und nach dem 0:6-Debakel in Spanien im vergangenen November verschärft. Keller hatte schon nach dieser Pleite bei Löw vorgefühlt, ob er sich einen vorzeitigen Abschied vorstellen könne. Damals lehnte er noch ab. Auch jetzt betonte Löw, er verspüre für die EM "weiterhin den unbedingten Willen sowie große Energie und Ehrgeiz". Er versprach: "Ich werde mein Bestes geben, unseren Fans bei diesem Turnier große Freude zu bereiten und erfolgreich zu sein." Doch danach ist Schluss. Den Jugendstil, von dem Löw zuletzt etwa bei der Personalie Thomas Müller schon abrückte, soll ab Sommer ein anderer fortführen. "Ich bedauere, dass sich nach der EURO unsere Wege beruflich voneinander trennen. Persönlich werden wir verbunden bleiben", sagte Bierhoff.

Unter Löw "stand die Nationalmannschaft wieder für Spielfreude und attraktiven Offensivfußball, diese Mannschaft und ihre Spieler haben sich unglaublich mit ihm entwickelt", betonte der frühere Teammanager. Bevor es zur Trennung komme, "verbindet uns weiterhin ein großes gemeinsames Ziel".

(hau)

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