ARCHIV - 25.05.2019, Berlin: Ralf Rangnick, damaliger RB-Trainer und Sportdirektor von Leipzig, gibt vor einem Spiel ein Interview. (zu dpa

Ralf Rangnick zeigte sich interessiert am Job als Trainer der Herren-Fußballnationalmannschaft. Bild: dpa / Jan Woitas

Suche nach Löw-Nachfolger: Rangnick wäre "im Moment" frei

Ralf Rangnick stünde bereit. Als erster möglicher Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw hat sich der 62-Jährige am Mittwochabend sehr interessiert gezeigt. Es sei eine "Stelle, die niemanden in Deutschland kalt lässt", sagte der frühere Trainer von RB Leipzig bei Sky. Er könne sich grundsätzlich alles vorstellen. "Für mich ist es in erster Linie eine Frage des Timings. Im Moment bin ich frei", sagte Rangnick. Noch hat der DFB sich aber anscheinend nicht gemeldet.

Klopp, Flick und Rangnick in der Diskussion

Der Verband hatte am Dienstag zumindest zu diesem Zeitpunkt überraschend mitgeteilt, das Löw nach der EM in diesem Sommer aufhört. Sofort entwickelte sich die Diskussion über mögliche Nachfolger – Rangnick gehört dabei zu den am häufigsten gespielten Namen, zusammen mit Jürgen Klopp (53) vom FC Liverpool und Löws einstigem Assistenten Hansi Flick (56) vom FC Bayern. Klopp winkte am Mittwoch erneut ab, Flick ist beim deutschen Rekordmeister noch bis 2023 unter Vertrag.

"Ralf Rangnick würde dem DFB gut tun", lobte Klopp am Abend kurz vor dem Champions-League-Spiel der Liverpooler in Budapest gegen Rangnicks Ex-Club Leipzig. "Das wäre meine erste Lösung. Er hat zum Glück auch noch Zeit."

Image als Fußball-"Professor"

Rangnick gilt als Fußball-"Professor", er war in der Bundesliga auch bei der TSG 1899 Hoffenheim Gesamtverantwortlicher für die sportliche Entwicklung, ehe er bei RB als Coach und Sportdirektor wirkte. Zuletzt war ein vermeintlich mögliches Engagement bei der AC Mailand und beim FC Chelsea nicht zustande gekommen.

Für eine Zusammenarbeit mit DFB-Direktor Oliver Bierhoff zeigte sich Rangnick entgegen der Spekulationen über mögliches Konfliktpotenzial offen. "Ich könnte mir vorstellen, dass eine Zusammenarbeit mit Oliver Bierhoff sehr fruchtbar wäre. Es wäre hilfreich, jemanden zu haben, der die Gepflogenheiten schon kennt", sagte Rangnick. Beim DFB werde "in sehr vielen Bereichen in die richtige Richtung gearbeitet und gedacht".

Klopp will erstmal ein Jahr Pause, wenn seine Zeit in Liverpool rum ist – wann immer das auch sei

DFB-Präsident Fritz Keller, der zusammen mit Löw und Bierhoff an diesem Donnerstag (ab 13.30 Uhr) eine Pressekonferenz abhält, hatte in der DFB-Mitteilung gesagt, es werde "mit Ruhe und Augenmaß" ein Nachfolger gesucht. Spekuliert wird auch über U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz (58) und Löws derzeitigen Assistenten Marcus Sorg (55).

Klopp gilt insbesondere als Wunschkandidat der Fans der Nationalmannschaft. Der frühere Mainzer und Dortmunder scheint es aber zumindest dieses Mal nicht zu werden. "Dass ich gefragt wurde, ist erstmal eine Ehre. Aber ich sage: Nein, ich habe einen Vertrag, und selbst wenn Liverpool mich hier rausschmeißt: Wenn meine Zeit hier rum ist, werde ich erstmal ein Jahr Pause machen", sagte Klopp bei Sky. Er bekräftigte: "So funktioniert das einfach nicht. Und dementsprechend: Nein."

(andi/dpa)

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Analyse

Die UEFA und die Menschenrechte: Ja zur Toleranz – solange es nichts kostet

Wie politisch sind sechs Farben? Das ist die Frage, um die sich das lauteste Fußball-Theater der vergangenen Tage und Stunden dreht. Die sechs Farben gehen von Rot bis Lila, sie bilden die Regenbogenflagge, seit Jahrzehnten ein Symbol des Kampfs um die Rechte von LGBTQI.

Das Fußball-Theater dreht sich um die Frage, ob das Münchner Stadion, das vor und nach der Europameisterschaft Allianz Arena heißt, mit den Regenbogenfarben beleuchtet werden soll, wenn Deutschland in seinem letzten …

Artikel lesen
Link zum Artikel