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Karl Geiger holte bei den Olympischen Spielen 2022 an der Großschanze und im Team jeweils Bronze.Bild: www.imago-images.de / imago images
Analyse

"Herausfordernd": Folgen der Fußball-WM für ARD- und ZDF-Übertragung von Wintersport-Events

22.10.2022, 09:5022.10.2022, 12:15

Ski Alpin, Biathlon, Langlauf oder Skispringen. Die Liste der Wintersport-Events, die im Fernsehen übertragen werden, ist lang und die Fan-Gemeinde, die sich die sportlichen Wettbewerbe jährlich anguckt, ist groß.

In der vergangenen Winter-Saison schalteten bei der ARD durchschnittlich 2,29 Millionen Interessierte, beim ZDF 2,32 Millionen ein, wenn Wettkämpfe auf Schnee oder Eis übertragen wurden. Die Zahlen der Olympia-Übertragung flossen in diese Statistiken nicht rein, es sind also ausschließlich die Zuschauenden der jährlichen Weltcup-Veranstaltungen inbegriffen.

Fußball-WM als Konkurrent zum Wintersport

Auch in diesem Jahr finden wieder zahlreiche Ski-Alpin-, Biathlon- oder Skispring-Veranstaltungen statt. Mit dem Weltcup im Riesenslalom an diesem Wochenende in Sölden startet die Saison, die sich gegenüber der Fußball-Weltmeisterschaft zwischen dem 20. November und 18. Dezember einer großen Konkurrenzveranstaltung durchsetzen muss.

Für ARD und ZDF haben die vielen parallel stattfindenden Sportereignisse ebenfalls Auswirkungen auf die Planung und Durchführung der Übertragungen.

vl: Dr.Peter FREY (ZDF,Chefredakteur), ZDF Programmchefin Anke SCHOLTEN, ZDF Teamchef Thomas FUHRMANN ARD- /ZDF - Olympia- und Paralympics Pressekonferenz in Berlin, Deutschland am 12.12.2017. Â *** L ...
Anke Scholten (M.) mit dem ehemaligen ZDF-Chefredakteur Peter Frey (l.) und dem ehemaligen Sportchef Thomas Fuhrmann (r.).Bild: imago sportfotodienst / imago images

Anke Scholten, die kommissarische Leiterin der ZDF-Hauptredaktion Sport erklärt gegenüber watson, dass sich durch die Terminierung der Fußball-WM besonders in der Vorrunde Überschneidungen mit dem Wintersport nicht ganz vermeiden lassen würden. "Allerdings wurden in der Vorplanung schon einige Wintersport-Veranstaltungen von den internationalen Skiverbänden vorgezogen oder ins nächste Jahr verlegt", führt die 55-Jährige aus.

Gleichzeitig betont Scholten, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sender mit verschiedenen Verbänden abgestimmt hätten, um Überschneidungen gering zu halten. Zusätzlich werden die Ruhetage während der WM für Wintersportereignisse genutzt. "So steht zum Beispiel der Biathlon-Weltcup in Hochfilzen an dem Wochenende auf dem ZDF-Programm, an dem sowohl am Donnerstag, 8. Dezember, als auch am Sonntag, 11. Dezember 2022, WM-Ruhetage sind", erklärt Scholten weiter.

"Die Parallelität der Ereignisse ist zwar personell herausfordernd, aber mit größeren logistischen Problemen ist nicht zu rechnen."
Anke Scholten, kommissarische Sportchefin des ZDF

Auf watson-Anfrage betont auch die ARD, dass sie – gemeinsam mit dem ZDF – im Austausch mit den verschiedenen Verbänden war – sich Überschneidungen aber nicht vollends vermeiden ließen. "Aus diesem Grund werden viele Wintersport-Ereignisse, die die ARD in dieser Zeit nicht im TV zeigen kann, live im Stream auf sportschau.de und in der ARD Mediathek angeboten", teilte der Sender mit.

Auch beim ZDF wird es an Tagen mit Überschneidungen die Möglichkeit geben, Wintersportereignisse im Livestream zu verfolgen. Scholten erklärt gegenüber watson: "Das ZDF wird am letzten November-Wochenende einige alpine Wettbewerbe, die in den USA stattfinden, per Livestream übertragen, ebenso ein Skispringen." Gleichzeitig relativiert sie aber auch, dass die alpinen Wettbewerbe in den USA sowieso nur im Livestream übertragen würden, auch wenn es keine Fußball-WM geben würde.

Wegen der WM in Katar und den vielen Außenübertragungen an diversen Wintersportorten, liege der Schluss nahe, dass auf die Sender ein hoher logistischer Aufwand durch Kameratransport oder Einsatzplan der Reporter:innen verbunden sei.

Keine logistischen Probleme, dafür personell herausfordernd

Die kommissarische ZDF-Sportchefin Scholten teilt gegenüber watson einen Einblick in die Planungen von Wintersport-Saison und WM. Sie gibt Entwarnung, weil sowohl der Großteil der Fußball-WM als auch der Wintersport-Veranstaltungen aus Mainz gesteuert würden. Da das ZDF-WM-Studio auf dem Mainzer Lerchenberg liegt und auch die Wintersport-Übertragungen aus dem Studio 3 auf dem ZDF-Gelände moderiert werden, falle ein großer Teil des logistischen Aufwands weg.

"Nur ein kleines Team, unter anderem mit den Live-Reporterinnen und Live-Reportern, ist in Katar unterwegs. Und auch beim Wintersport sind nur die jeweiligen Reporterteams vor Ort", offenbart Scholten. Die Koordinierung der Reporter-Einsätze sei laut Scholten in der Planung der Übertragungen das einzige Problem: "Die Parallelität der Ereignisse ist zwar personell herausfordernd, aber mit größeren logistischen Problemen ist nicht zu rechnen."

"Das Sendevolumen der Wintersportübertragungen hat sich im Vergleich zu anderen nicht-olympischen Wintersportsaisons nicht verändert."
Anke Scholten, kommissarische Sportchefin des ZDF

Laut der kommissarischen ZDF-Sportchefin hat die Fußball-Weltmeisterschaft auf die Sendezeit der Wintersport-Veranstaltungen keine Auswirkungen. Wegen Olympia im vergangenen Winter und dem lückenhaften Wintersportkalender aufgrund der Corona-Pandemie im Winter davor sei ein Vergleich der Sendezeiten zu den vergangenen Jahren schwierig.

Scholten sagt aber auch klar: "Insgesamt hat sich das Sendevolumen der geplanten Wintersportübertragungen im Vergleich zu anderen nicht-olympischen Wintersportsaisons nicht verändert." Die Wintersport-Verbände werden diese Nachricht gerne hören, weil sie von der Sichtbarkeit gerade im Fernsehen leben und dadurch auch finanziell wichtige Sponsoren-Deals ermöglicht werden.

Auch die Ski-, Rodel- und Eis-Fans werden sicherlich erfreut auf das gleichbleibende Wintersport-Angebot im Fernsehen reagieren, gerade für den Fall, dass sie die umstrittene Fußball-WM in Katar nicht gucken wollen.

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