Das Trainerteam: Die Co-Trainer Marcus Sorg (l.) und Danny Röhl (Mitte) zählen zu den wichtigsten Vertrauten von DFB-Trainer Hansi Flick (r.).
Das Trainerteam: Die Co-Trainer Marcus Sorg (l.) und Danny Röhl (Mitte) zählen zu den wichtigsten Vertrauten von DFB-Trainer Hansi Flick (r.). Bild: Eibner-Pressefoto / imago images
Analyse

"Klar, ich bin Bundestrainer, aber vor allem bin ich Teamplayer": Was unter Flicks Trainerteam beim DFB nun anders läuft

02.09.2021, 16:0602.09.2021, 16:12

Für Manuel Neuer war es eine "komische Situation". Nach über 15 Jahren als Nationalspieler begrüßte ihn in Stuttgart nicht mehr DFB-Trainer Joachim Löw, sondern Hansi Flick und sein Trainerteam. Daher Neuer machte ziemlich schnell deutlich, worauf es in den kommenden Tagen ankommt. "Es sind viele neue Gesichter. Wir müssen viel kommunizieren und uns besser kennenlernen", sagte der DFB-Kapitän auf einer Pressekonferenz am Montag.

Denn abgesehen von Co-Trainer Marcus Sorg, der seit 2016 in dieser Position beim DFB arbeitet, ist von der Ära Jogi Löw vor dem WM-Qualifikationsspiel am Donnerstag gegen Liechtenstein nicht mehr viel übrig. Neben Marcus Sorg wird Hansi Flick zukünftig von Danny Röhl unterstützt. Zudem löst Andreas Kronenberg Andreas Köpke als Torwarttrainer der Nationalmannschaft ab und Mads Buttgereit wird dem neuen Bundestrainer als Standardtrainer zur Seite stehen.

Dabei unterstrich Flick auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, wie wichtig ihm die Zusammenarbeit als Trainer ist und dass es keine Hierarchien gäbe. "Klar, ich bin Bundestrainer, aber vor allem bin ich Teamplayer. Jeder muss in der Lage sein, das Training zu führen." Ihm sei eine offene und ehrliche Kommunikation wichtig, denn nur das würde das Team weiterbringen und für Erfolg sorgen.

Watson gibt einen Überblick, wie die drei den neuen Bundestrainer unterstützen können, wo sie überhaupt herkommen und was sie für einen Einfluss auf die deutsche Nationalmannschaft haben können.

Danny Röhl (Co-Trainer)

Er ist wohl der unbekannteste unter den drei Neuen, aber gleichzeitig auch die spannendste Personalie. Der 32-jährige Sachse ist seit zwei Jahren an Flicks Seite und gab sich auf der Pressekonferenz am Montag optimistisch, dass die DFB-Elf zukünftig einen ähnlichen Fußball spielen soll wie der FC Bayern in seiner Triple-Saison 2019/2020. Bereits damals war Röhl Co-Trainer von Hansi Flick. "Ich bin überzeugt, dass wir diese Spielweise auch hier durchziehen können", so Röhl.

Danny Röhl bei einer Pressekonferenz am Montag
Danny Röhl bei einer Pressekonferenz am MontagBild: www.imago-images.de / Hansjürgen Britsch

Mit dem 54-jährigen Bundestrainer verbindet ihn seit nunmehr zwei Jahren ein enges Vertrauensverhältnis. "Es hat sich früh gezeigt, dass eine Sympathie da ist. Wir haben uns als Team weiterentwickelt. Wir teilen eine Spielidee, die wir gemeinsam in die Mannschaft einbringen wollen."

Dabei umriss Röhl die Schlagworte für die kommenden Trainingseinheiten."Es geht für uns um drei große Themen. Tempo, Intensität und auf und neben dem Platz eine große Aktivität zu haben."

Die DFB-Elf soll ihre Gegner nun wieder früher unter Druck setzen und auch bei Ballverlusten schnellstmöglich aktiv werden und mit Mut und Überzeugung ins Gegenpressing gehen. "Wichtig ist aber auch, was nach dem Ballgewinn passiert. Es geht darum, direkt den ersten Ball in die Spitze zu spielen. Aber auch das hat immer etwas mit Mut zu tun."

"Wir brauchen den Kontakt zu den Vereinen und Trainern, denn es geht letztendlich darum, die Spieler weiterzuentwickeln."
DFB-Co-Trainer Danny Röhl

Röhl, der ein absoluter Wunschkandidat von Flick war, merkt man den Einfluss und die Ausbildung unter Ralf Rangnick bei RB Leipzig an. Bereits mit 21 Jahren war der Zwickauer dort Leiter Spielanalyse im Nachwuchsbereich. Röhl machte zudem seinen Master an der Sporthochschule in Köln in Spielanalyse und Scouting. Zur Saison 2017/18 war Röhl dann Co-Trainer unter Ralph Hasenhüttl, mit dem er ein Jahr später auch zum FC Southampton in die Premier League wechselte.

Nur ein Jahr später ging es für ihn ins Trainerteam um den damaligen Bayern-Coach Niko Kovac, zu dem auch Hansi Flick gehörte. Nach der Trennung von Kovac blieb Röhl beim Rekordmeister und wurde Flicks Assistent.

Bereits in der Sommervorbereitung besuchte er Borussia Dortmund im Trainingslager in Österreich und anschließend RB Leipzig, um mit den Cheftrainern Marco Rose und Jesse Marsch und ihren Teams ins Gespräch zu kommen.

Röhl (Mitte) im Gespräch mit Leipzigs Betreuer Babacar N Diay (l.) und Co-Trainer Achim Beierlorzer.
Röhl (Mitte) im Gespräch mit Leipzigs Betreuer Babacar N Diay (l.) und Co-Trainer Achim Beierlorzer. Bild: www.imago-images.de / Roger Petzsche

"Wir brauchen den Kontakt zu den Vereinen und Trainern, denn es geht letztendlich darum, die Spieler weiterzuentwickeln", verdeutlichte er.

Andreas Kronenberg (Torwarttrainer)

Der Schweizer löst den langjährigen DFB-Trainer Andreas Köpke ab und übernimmt diese Funktion parallel zu seiner Aufgabe beim SC Freiburg. Dort ist er bereits seit über zehn Jahren Torwarttrainer. Er kündigte bereits an, dass es keine tiefgreifenden Veränderungen im Training unter ihm geben wird. "Die Jungs erwartet nichts Dramatisches. Es geht darum, ihnen Sicherheit zu geben und sich kennenzulernen", sagte er.

Und auch unter dem 46-Jährigen wird Manuel Neuer die klare Nummer 1 beim DFB bleiben. Kronenberg ist ein Freund der klaren Rollenverteilung, denn "dann hast du ein gutes Arbeiten in der Torwartgruppe". Dies sei zwar für die Nummer 2 und 3 schwierig, zumal sie immer bereit sein müssen, die Rolle des Stammtorhüters zu übernehmen, aber "es gibt wohl auch schlimmeres, als einer der drei Torhüter der Nationalmannschaft zu sein", sagte er mit einem Lächeln.

Torwarttrainer Andreas Kronenberg
Torwarttrainer Andreas Kronenberg Bild: www.imago-images.de / Pressefoto Rudel/Herbert Rudel

Für ihn wird es vor allem darum gehen, auf kleine Details im Spiel der Torhüter einzugehen, damit ihr Spiel zeitgemäß bleibt. Dabei sei ihm auch der Austausch mit den Vereins-Torwarttrainern der Spieler wichtig, um neue Inspirationen für Trainingsinhalte zu bekommen. "Das ist die Basis, um sich weiterzuentwickeln."

Dass die Doppelbelastung mit DFB und dem Training beim SC Freiburg auf Dauer zu zeitintensiv werden kann, glaubt er nicht. "Wenn man Dinge gerne tut, fühlt es sich nicht nach Stress oder Arbeit an."

Mads Buttgereit (Standardtrainer)

Der 36-jährige Däne übernimmt eine Rolle beim DFB, die es zuvor so noch nicht gab. Er ist verantwortlich für die ruhenden Bälle – defensiv wie offensiv kümmert sich Buttgereit vor allem um das Verhalten bei Freistößen, Ecken und Einwürfen. Dank seinem deutschen Vater und seinem langjährigen Wohnort Flensburg spricht er übrigens perfekt Deutsch.

Dabei machte Buttgereit aber auch deutlich, dass das Trainerteam natürlich nicht nur Standards trainieren will, "sondern auch jede Menge andere Dinge". Dennoch versprach er: "Im Grunde genommen kann man schon etwas erwarten, vielleicht nicht direkt am Anfang. Wenn man eine gewisse Basis hat, kann man auch überraschender werden."

Standardtrainer Mads Buttgereit
Standardtrainer Mads ButtgereitBild: www.imago-images.de / Pressefoto Rudel/Herbert Rudel

Zudem verdeutlichte er, dass das Training von Standardsituationen eine kontinuierliche Arbeit sei. "Wir müssen hier Impulse setzen, die die Spieler mit in ihren Verein nehmen und dort weiter daran arbeiten. Dann ist es wichtig, dass man den Kontakt hält, aber bisher wirken alle Spieler sehr empfänglich und offen für Innovationen", berichtet er.

Dabei nutzt der 36-Jährige das "TrackMan"-System aus dem Golfsport. Dabei wird die Schwungtechnik und die Reaktion, wie der Ball getroffen wird, genauestens analysiert. "Wenn du die Daten als Trainer bekommst, kannst du sehen, was ist und was noch werden kann."

Wie sehr seine Arbeit Früchte tragen kann, wurde bei der EM im Sommer deutlich. Buttgereit arbeitete mit Dänemarks Mikkel Damsgaard an seiner Schusstechnik und der traf per Freistoß-Hammer im Halbfinale gegen England.

Doch Buttgereit relativiert auch: "Es geht vor allem darum, effektiv zu sein. Bei den direkten Freistößen kann man nicht sagen 'Mach da so, dann klappt das sofort.'"

Joshua Kimmich freut sich auf alle Fälle auf die Zusammenarbeit mit Buttgereit und kritisierte, dass sich in der Vergangenheit nicht immer ausreichend Zeit für Standardsituationen genommen wurde. "Prinzipiell kann einem das schon einmal ein Spiel erleichtern und gewinnen. Das ist eine Sache, die vielleicht ein bisschen unterschätzt wird, vor allem bei Top-Teams."

Der neue dänische Coach machte unterdessen klar, dass die Arbeit an Standardsituationen nur funktioniert, wenn das DFB-Team als Einheit agiert. "Wir besprechen uns im Trainer-Team sehr gründlich. Der Schlüssel ist, die Spieler mit einzubeziehen."

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