Wout Weghorst ist mit dem VfL Wolfsburg auf Champions League-Kurs. In der laufenden Saison traf er schon 18 Mal.
Wout Weghorst ist mit dem VfL Wolfsburg auf Champions League-Kurs. In der laufenden Saison traf er schon 18 Mal.Bild: IMAGO / Jan Huebner
Analyse

Zurück zur klassischen Neun: Wie Mittelstürmer die Bundesliga aufmischen

11.04.2021, 16:4411.04.2021, 19:55

Was haben Spieler wie Robert Lewandowski, Erling Haaland, André Silva oder Wout Weghorst gemeinsam? Genau, es vergeht eigentlich kein Bundesliga-Spieltag, ohne dass mindestens einer dieser Akteure einnetzt. Die Mittelstürmer der höchsten deutschen Spielklasse übertrumpfen sich immer wieder selbst – und bringen ihre Arbeitgeber in eine ungewohnte Abhängigkeit.

Alleinunterhalter im Sturm: Bundesliga-Klubs setzen auf ihre Neuner

Am 28. Spieltag der Bundesliga hieß das Spitzenspiel nicht etwa Bayern gegen den BVB oder RB Leipzig, die Begegnung des Spieltags war Eintracht Frankfurt gegen den VfL Wolfsburg. Der Tabellenvierte aus Frankfurt gegen den Tabellendritten.

Beide Teams spielen eine starke und konstante Saison, was nicht zuletzt an der Kaltschnäuzigkeit beider Torjäger liegt. Sowohl Wout Weghorst, als auch André Silva liefern in der laufenden Spielzeit immer wieder ab. Mit 23 Treffern in 26 Einsätzen ist André Silva mittlerweile schon erfolgreicher als BVB-Shootingstar Erling Haaland. Zu Recht stehen beide Mannschaften direkt hinter dem deutschen Rekordmeister und Nagelsmanns Leipzigern.

"Gerd Müller, ich komme!": Robert Lewandowski jagt in der Bundesliga einen Rekord nach dem anderen. Sogar Marke von 40 Toren in einer Saison, könnte er knacken.
"Gerd Müller, ich komme!": Robert Lewandowski jagt in der Bundesliga einen Rekord nach dem anderen. Sogar Marke von 40 Toren in einer Saison, könnte er knacken.Bild: IMAGO / Poolfoto

Die klassische Neun ist die Wiederentdeckung der Saison. Die Torschützenliste ist voll von Mittelstürmern. Ihre Effizienz ist die gefährlichste Waffe vieler Trainer. Beim VfB Stuttgart übernimmt diese Rolle Sasa Kalajdzic. Der 23-Jährige bildet im System der Schwaben die alleinige Spitze und konnte in 27 Einsätzen schon 14 treffen. Unersetzlich ist Andrej Kramaric für die TSG aus Hoffenheim, denn er war an fast der Hälfte aller Hoffenheim-Treffer in dieser Saison beteiligt. Auch er ist in der Spitze der Alleinunterhalter. Über den Wert von Robert Lewandowski und Erling Haaland brauchen wir nicht zu sprechen.

Was tun, wenn der Toptorjäger ausfällt?

Doch die Torjäger bereiten ihren Trainern auch Kopfschmerzen. Ein Problem, von dem sich nicht einmal der große FC Bayern frei machen kann, ist die mangelnde Effizienz, sobald man auf seinen Angreifer verzichten muss. Die letzten beiden Spiele musste der deutsche Rekordmeister ohne "Lewy" bestreiten - die Ausbeute: ein Punkt gegen Union Berlin.

Das Champions League-Duell am Mittwochabend gegen Paris Saint-Germain zeigt dieses Phänomen fast schon bilderbuchartig auf. Das 3:2 für den französischen Meister war die erste Niederlage nach sieben Spielen. Die Mannschaft von Hansi Flick gab alles, Sturmersatz Eric-Maxim Choupo-Moting machte eine solide Partie. Die Bayern feuerten 31 Schüsse auf das Tor von Keylor Navas, Paris nur sechs. Das einzige Problem an dem Abend war die Chancenverwertung.

Der BVB kennt diese Situation nur zu gut. Der Norweger Erling Haaland war in 23 Einsätzen für die Borussen in dieser Saison an 27 Treffern beteiligt. Wenn er nicht spielt, tut sich Schwarz-Gelb mit dem Toreschießen deutlich schwerer. Läuft es bei Haaland nicht, läuft es bei Dortmund nicht.

Dass die Offensiv-Power eines ganzen Teams nicht auf den Schultern eines Mittelstürmers lasten dürfen, ist den Trainern bewusst. Dafür gibt es nur zwei Lösungen. Entweder, man trainiert ein variableres Angriffssystem, das allerdings die Mittelstürmer weniger in ihrer Rolle als Neuner unterstützt, oder man muss eine effektive Alternative finden.

(vdv)

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