Chelsea's head coach Thomas Tuchel reacts at the end of the English Premier League soccer match between Chelsea and Everton at the Stamford Bridge stadium in London, Monday, March 8, 2021. (John Sibley/Pool via AP)

Thomas Tuchel musste Ende Dezember bei Paris St. Germain gehen. Bild: ap / John Sibley

Emotionale Worte: Thomas Tuchel spricht erstmals über sein Aus bei Paris Saint- Germain

Es war ein Weihnachtsgeschenk der etwas anderen Art, das Thomas Tuchel von seinem ehemaligen Klub Paris Saint-Germain bekam. Kurz vor Heiligabend wurde der deutsche Trainer beim französischen Rekordmeister entlassen. Die Entscheidung überraschte seinerzeit. Nur wenige Monate zuvor hatte er den Pariser Klub erstmals ins Finale der Champions League geführt (dort allerdings knapp gegen Bayern München verloren). Und unmittelbar vor seiner Entlassung hatte er mit seinem Team souverän 4:0 gegen Straßburg gewonnen.

Nun spricht Tuchel zum ersten Mal öffentlich über sein Aus bei PSG. Die Entscheidung der Klubführung sei für ihn "sehr überraschend" gekommen, erklärt er beim Sportsender Sky. "Am 22. am Abend habe ich es zum ersten Mal gefühlt, weil ein Gespräch mit meinem Sportdirektor hatte. Am 23. habe ich es nochmal gefühlt, dass es eine Möglichkeit sein kann, dass es der Worst Case werden kann, aber es hat sich nicht real angefühlt", sagt Tuchel.

Tuchel: Entlassungsgespräch dauerte nur zwei Minuten

Doch real wurde es dann ganz schnell: "Dann haben wir 4:0 gewonnen und dann haben wir ein Gespräch gehabt, das nur zwei Minuten gedauert hat." Mit "wir" meint Tuchel sich selbst und Sportdirektor Leonardo. Den beiden wird ein kompliziertes Verhältnis nachgesagt. Die Trennung verlief jedoch offenbar kurz und schmerzlos. Leonardo habe gesagt, es sei vorbei. "Ich bin aufgestanden und habe gesagt, er soll das klären, und bin gegangen", so Tuchel.

"Wir haben unser Büro leergemacht und sind durch die Nacht nach Hause gefahren, um Weihnachten zu feiern – wie ohnehin geplant."

Seine Familie sei erst traurig gewesen und sehr überrascht. "Es war auch nicht der Plan, sofort ins nächste Abenteuer reinzuspringen." Auch über seine eigenen Gefühle spricht der sonst eher kühl wirkende Tuchel: "Man ist natürlich enttäuscht und es beschäftigt einen. Aber es gibt ja immer auch die positive Seite. Man hat plötzlich Zeit für seine Kinder und ist zu Hause."

Im Nachhinein das beste Weihnachtsgeschenk

Tuchel einigte sich mit PSG auf die Auflösung seines Vertrags, der ohnehin nur noch bis Saisonende Laufzeit hatte. Er sei zunächst davon ausgegangen, bis zum Sommer keinen neuen Job anzutreten, doch dann kam es doch anders: Ende Januar unterschrieb er beim englischen Klub FC Chelsea.

"Und jetzt fühlt es sich so an, als hätten wir eine ganze Weile vergessen, das beste Weihnachtsgeschenk überhaupt auszupacken."

(om)

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