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Der BVB und Bayern München haben nach den Abgängen von Erling Haaland (l.) und Robert Lewandowski noch mit ihren neuen Spielsystemen zu kämpfen. Bild: www.imago-images.de / imago images
Analyse

Borussia Dortmund gegen den FC Bayern: die große Leere in den Strafräumen

08.10.2022, 10:2508.10.2022, 13:04

Borussia Dortmund gegen Bayern München: Das war in den vergangenen Jahren zwar ein einseitiges Duell um die deutsche Meisterschaft, doch in den Sturmspitzen stets das Duell der Top-Torjäger. Die 1B-Variante in Sachen Spannung, wenn es zum deutschen "Klassiker" kam.

Über allen thronte Robert Lewandowski, der für beide Klubs insgesamt 312 Tore in der Bundesliga erzielte. Aber auch weitere Angreifer wie Lucas Barrios, Pierre-Emerick Aubameyang, Mario Mandzukic, Mario Gomez oder zuletzt Erling Haaland prägten das Highlight-Spiel der Bundesliga jahrelang.

Am Samstag trifft Borussia Dortmund wieder auf den FC Bayern. Doch nun werden nach ihren Sommer-Abgängen weder Lewandowski noch Haaland auf dem Platz stehen.

Das Duell der beiden deutschen Spitzenmannschaften ist daher ein spezielles Aufeinandertreffen. Es wird diesmal nicht von der besonderen Klasse eines Ausnahmestürmers entschieden.

Mit dieser Umstellung tun sich aktuell der FC Bayern und der BVB noch enorm schwer. Doch ausgerechnet zwei 19-Jährige könnten ein Hoffnungsschimmer sein.

Nagelsmann findet: "Mané ist angekommen"

Beim FC Bayern entschied man sich nach dem Abgang von Robert Lewandowski für einen neuen Weg. Statt weiter auf einen zentralen Fixpunkt in der Offensive zu setzen, entschieden sich die Münchner für mehr Variabilität.

In den ersten Partien fiel das kaum auf, denn Neuzugang Sadio Mané traf in drei Spielen fünfmal. Und auch rund um den 30-Jährigen nutzten Sané, Gnabry, Coman, Müller und Musiala ihre Möglichkeiten für reichlich Tore.

Doch dann stockte der bayrische Offensivmotor gewaltig. Es wurde deutlich, dass Mané kein echter Strafraumstürmer wie Lewandowski ist. Die Offensivstars um ihn herum ließen eine Großchance nach der anderen liegen und die Münchner schlitterten mit vier Spielen ohne Sieg in eine Krise. Das Experiment "flexible Offensive" schien gescheitert.

Das änderte sich jedoch mit dem 4:0-Sieg über Leverkusen und dem 5:0 gegen Pilsen schnell. "In den letzten zwei Spielen war die Chancenverwertung besser", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidžić. Man sei möglicherweise konzentrierter gewesen und habe vielleicht "ein bisschen mehr Zielwasser getrunken".

Und dennoch gibt es rund um die Säbener Straße immer noch Stimmen und Gerüchte, dass die Münchner im kommenden Sommer einen klaren Eins-zu-Eins-Ersatz für den Polen holen werden.

Vor dem Spiel gegen den BVB stärkte Trainer Julian Nagelsmann Mané den Rücken. "Ich finde, er ist angekommen. Ich bin zufrieden, wenn er sich reinhaut. Es muss nicht immer alles gelingen. Wir wären glücklich, wenn er ein Tor macht."

BVB: Moukoko läuft Modeste den Rang ab

In Dortmund war und ist die Situation deutlich komplizierter.

Eigentlich war Sebastian Haller als direkter Ersatz für Erling Haaland geplant, doch der Ivorer erkrankte an Hodenkrebs. Kurzfristig musste der BVB umplanen und holte mit Anthony Modeste aus Köln einen ähnlichen Spielertypen wie Haller. Groß, kopfballstark und im Strafraum präsent – aber mit bisher sehr überschaubarem Erfolg.

Letztes Jahr sorgte der 34-jährige Franzose mit 20 Toren noch für den Einzug des 1. FC Köln in die Conference League. Beim BVB steht er aktuell bei einem Tor in elf Pflichtspielen. Und muss im internen Konkurrenzkampf mit dem 17-jährigen Youssoufa Moukoko immer mehr um seinen Platz in der Startelf bangen.

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Youssoufa Moukoko könnte auch gegen den FC Bayern wieder in der Startelf stehen. Bild: imago / Nurphoto

Trainer Edin Terzic lobte Moukoko nach dem starken Champions-League-Spiel gegen Sevilla, machte aber am Freitag noch ein Geheimnis um einen erneuten Startelf-Einsatz.

Doch auch Moukoko ist mit seiner Körpergröße von 1,79 Meter nicht der klassische Strafraumstürmer. In der Champions League in Sevilla war das Nachwuchstalent viel unterwegs, häufig anspielbar und an guten Kombinationen beteiligt.

Beim BVB setzt Trainer Terzic nun offenbar ebenfalls immer mehr auf offensive Flexibilität.

BVB: Terzic macht deutliche Ansage für Offensivproblem

Während Haaland in der Premier League (14 Tore in acht Liga-Spielen) und Lewandowski in Spanien (neun Tore in sieben Partien) keine Anpassungsprobleme an die neue Liga haben, leidet besonders der BVB unter den fehlenden Treffern.

Lediglich zehn Tore haben die Westfalen in acht Partien erzielt. Hinzu kommen bereits zehn Gegentreffer. Doch Terzic betont, dass er mit seinem Trainerteam daran gearbeitet habe.

"Wir müssen mehr Bälle in gefährliche Zonen bringen und insgesamt mit mehr Leuten in Räumen stehen, die Tore versprechen", sagte Terzic auf der Pressekonferenz am Freitag.

Die Bayern stellen mit 23 Toren zwar die beste Offensive der Liga, davon aber erzielten sie allein an den ersten drei Spieltagen 15 Treffer.

Das Duell heißt jetzt Bellingham gegen Musiala

Mit dem Abgang der beiden Aushängeschilder der Bundesliga hat sich das Duell eine Reihe nach hinten ins zentrale Mittelfeld verschoben. Trotz ihres jungen Alters haben Jude Bellingham und Jamal Musiala die Rolle der besonderen Unterschiedsspieler inne und sorgen dafür, dass die Liga nicht an Aufmerksamkeit einbüßt.

Bellingham geht mit 19 Jahren als laufstarker Führungsspieler mit enormer Torgefahr voran und führte den BVB in den vergangenen Spielen gegen Köln und Sevilla sogar als Kapitän an.

"Was er auf seiner Position in seinem Alter leistet, haben wir noch nicht gesehen", adelte ihn die englische Fußballlegende Rio Ferdinand.

Jude Bellingham und Jamal Musiala trafen erst vor kurzem in der Nations League aufeinander.
Jude Bellingham und Jamal Musiala trafen erst vor kurzem in der Nations League aufeinander.Bild: imago / prime

Währenddessen beeindruckt Jamal Musiala als stiller Anführer beim FC Bayern mit konstant guten Leistungen. Aktuell steht er wettbewerbsübergreifend bei sieben Toren und sechs Vorlagen nach zwölf Spielen. Zudem beeindruckt er mit einer enormen Kreativität und Spielfreude sowie unerwarteter Zweikampfstärke.

"Er ist 19 Jahre alt und hat schon so viel Erfahrung, wie manche mit 25 nicht haben. Weil er immer spielt. Jeder Trainer sieht, was für herausragende Fähigkeiten er auf den Platz bringt", lobte Bayerns langjähriger Co-Trainer Hermann Gerland bei Dazn.

Nagelsmann hebt Stellenwert von Bellingham und Musiala hervor

Fraglich ist nur, wie lang sich die beiden Jungstars in der Bundesliga noch begegnen werden. Denn schon jetzt ist auch Bayern-Coach Julian Nagelsmann voll des Lobes. Beide hätten für ihr Team einen enorm hohen Stellenwert und "werden eine tragende Rolle spielen", sagte der 35-Jährige.

Während die Münchner weniger Probleme haben dürften, Musiala über den Sommer hinauszuhalten, gibt es schon jetzt immer wieder heftige Spekulationen um die Zukunft von Bellingham.

"Jude hat die Fähigkeiten, das Spiel auch auf anderen Positionen zu bestimmen. Das ist noch nicht das Ende, da wird noch sehr viel kommen in seiner Karriere", sagte Terzic.

Nur wahrscheinlich nicht beim BVB.

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