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Wie viel Öl der Mann ins Feuer gießen kann, unfassbar. Bild: imago images / Jan Huebner / voigt

Hoeneß drohte dem DFB mit Bayern-Boykott – er würde damit eine Strafe der Fifa riskieren

Da denkt man, die Debatte um die Nummer eins im Tor der deutschen Nationalelf sei gerade wieder etwas eingeschlafen, da tauchen neue Aussagen des scheidenden Bayern-Präsident Uli Hoeneß auf.

Das Magazin "Sport Bild" berichtet am Mittwoch, dass der 67-Jährige gar drohte, dass sein Club die Nationalmannschaft boykottieren werde, sollte das Szenario eintreten, dass ter Stegen den Vorzug vor Neuer bekommt: "Bevor das stattfindet, werden wir keine Nationalspieler mehr abstellen", sagte Hoeneß gegenüber der Sportzeitschrift. (bild.de)

Uli Hoeneß: "Werden das nie akzeptieren"

Auf die Frage, ob ihn die Situation zwischen Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen an die Ablösung des damaligen Stammtorwarts Oliver Kahn vor der WM 2006 durch Jens Lehmann erinnere, antwortete Hoeneß nach Angaben des Magazins in der Vorwoche: "Nein. Aber wir werden das nie akzeptieren, dass hier ein Wechsel stattfindet."

Die jüngsten Aussagen von Uli Hoeneß machen wieder einmal deutlich, welche Bedeutung der Bayern-Boss dem Verein im Hinblick auf den gesamtdeutschen Fußball zuspricht. Wenn kein Spieler des Klubs mehr für die Nationalelf spielen sollte, gäbe es quantitativ und qualitativ einen Einschnitt. Aktuell laufen fünf Bayern-Spieler auch für den DFB auf: Manuel Neuer, Niklas Süle, Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Serge Gnabry.

So könnte man in den Aussagen von Hoeneß auch folgende Interpretation herauslesen: Ohne die Münchner geht beim DFB nix. Gleichzeitig ist es der Anspruch der Bayern und insbesondere der von Uli Hoeneß, dass Nationalspieler im Bayern-Kader zu finden sind.

Bayern würde eine Strafe vom Weltverband Fifa riskieren

Das "Fifa-Reglement bezüglich Status und Transfer von Spielern" hält in Anhang 1 ("Abstellen von Spielern für Auswahlmannschaften der Verbände") unter Artikel 1, Absatz 1 fest: "Die Vereine sind verpflichtet, bei einem Aufgebot des entsprechenden Verbands ihre registrierten Spieler für die Verbandsmannschaft des Landes abzustellen, für das die Spieler aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit spielberechtigt sind. Anderslautende Vereinbarungen zwischen einem Spieler und einem Verein sind unzulässig."

In Absatz 2 wird konkretisiert, dass diese Abstellungspflicht "für alle internationalen Fenster" (laut Fifa ein Zeitraum von neun Tagen – Montagmorgen bis Dienstagabend der folgenden Woche), Wettbewerbe und Turniere "zwingend" sei.

Artikel 6 hält fest: "Verstöße gegen jegliche Bestimmungen dieses Anhangs haben Disziplinarmaßnahmen zur Folge, die von der Fifa-Disziplinarkommission gemäß Fifa-Disziplinarreglement festgelegt werden."

In besagtem Disziplinarreglement werden in Teil I ("Allgemeine Bestimmungen") unter Artikel 6 ("Disziplinarmaßnahmen") mögliche Sanktionen gegen natürliche und juristische Personen festgelegt.

Letztere, also auch Vereine wie Hoeneß' FC Bayern, können ermahnt, aber auch mit einer Geldstrafe (wenigstens 92 Euro/100 Schweizer Franken, höchstens zirka 920.000 Euro/1 Million Schweizer Franken) belegt werden. Weitere Möglichkeiten sind unter anderem die Aberkennung von Titeln, Transfersperren, ein Zwangsabstieg oder Wettbewerbsausschluss.

Ein polternder Hoeneß? Darauf reagierte Löw schon immer cool

Einer lässt sich von Hoeneß' Drohungen ohnehin nicht beeindrucken: Bundestrainer Joachim Löw reagierte am vergangenen Wochenende gelassen auf die verbalen Angriffe aus München, die Hoeneß über ter Stegen verbreitet hatte. "Von so was lasse ich mich nicht beeinflussen. Das lässt mich völlig entspannt in die Zukunft blicken", sagte der 59-Jährige der "Bild am Sonntag".

Auch Neuer hakte die Angelegenheit schnell ab. "Für mich ist das Thema eh durch gewesen, das habe ich ja gesagt", sagte er nach dem 4:0 gegen den 1. FC Köln, als er auf die Aussagen von Hoeneß angesprochen wurde.

Barcelona-Keeper ter Stegen hatte sich zuletzt über seine Reservistenrolle in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes beklagt, Bayern- und Nationalelf-Kapitän Manuel Neuer diese Äußerungen kritisiert, was ter Stegen wiederum "unpassend" fand. Hoeneß hatte daraufhin in einem Rundumschlag den DFB und dessen Verantwortliche, ter Stegen und die Medien verbal angegriffen.

Was zuvor geschah:

(as/kiru/mit dpa und sid)

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