Uli Hoeneß holte bei einer Pressekonferenz zur neuen Bayern-Doku einmal mehr aus.
Uli Hoeneß holte bei einer Pressekonferenz zur neuen Bayern-Doku einmal mehr aus. Bild: www.imago-images.de / Christoph Hardt

Kimmichs ausbleibende Corona-Impfung: Uli Hoeneß attackiert Medienlandschaft

26.10.2021, 11:4326.10.2021, 11:57

Als Joshua Kimmich am vergangenen Samstag nach dem ungefährdeten 4:0 Heimsieg gegen Hoffenheim vor die Kameras trat, wusste er vermutlich schon was ihn erwarten würde. Die "Bild" berichtete einige Stunden zuvor, dass Kimmich bislang nicht gegen COVID-19 geimpft sei. Er wolle noch Langzeitstudien abwarten, hieß es. Am "Sky"-Mikro erklärte sich der Mittelfeldspieler der Bayern dann.

Es gebe noch "persönliche Bedenken" und seine Initiative "We Kick Corona" sei auch nicht dafür gedacht gewesen Menschen zum Impfen aufzufordern, sondern lediglich dafür karitative Verbände zu unterstützen.

In den folgenden Tagen hagelte es Kritik. Kimmich betonte zwar, dass er weder Corona-Leugner noch Impfgegner sei und stellte eine mögliche Impfung in Aussicht, dennoch war immer wieder die Rede von einer Doppelmoral, die Kimmich an den Tag legte. Nun äußerten sich die Bayern-Bosse im Rahmen der Premiere der neuen Bayern-Dokumentation (ab 2. November auf Amazon) zum Fall Kimmich, aber auch zur spanischen Justiz, Veganern und der aktuellen Form des FC Bayern. Was Hoeneß, Rummenigge und Kahn zu sagen haben, fasst watson für euch hier zusammen.

Hoeneß: Medien verantwortlich für "Tsunami"

Uli Hoeneß stellte klar, dass er zum Thema Kimmich-Impfung nur mit Kimmich selbst spricht und sonst mit niemandem. Auf die Frage, ob ihn die Wucht und Dynamik der Diskussion überrascht habe antwortete er: "Das muss ich Sie fragen. Sie sind doch verantwortlich für den Tsunami, nicht wir. In dieser Medienlandschaft bin ich von gar nichts mehr überrascht. Man hat immer das Gefühl, die Medien sind alles. Sie sind ein Teil der Gesellschaft, aber eben nicht alles."

"In dieser Medienlandschaft bin ich von gar nichts mehr überrascht"
Uli Hoeneß über die Wellen, die Kimmichs fehlende Impfung schlägt

Auch Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich zur Causa Kimmich. Ihn überrasche es nicht, dass das ein großes Politikum sei. Er stellte die Entscheidungsfreiheit Kimmichs in den Vordergrund : "Wenn ich einen Spieler kenne, der extrem verantwortungsbewusst und vorbildlich mit vielen Dingen im Leben umgegangen ist, dann war das immer Joshua. In dem Fall glaube ich, wird er irgendwann eine richtige Entscheidung fällen. Aber es muss ihm selbst überlassen sein. Das ist das entscheidende Kriterium. Druck von Außen halte ich nicht für zielführend."

Uli Hoeneß (l.) und Karl Heinz Rummenigge bei der Premiere der neuen Amazon-Dokumentation.
Uli Hoeneß (l.) und Karl Heinz Rummenigge bei der Premiere der neuen Amazon-Dokumentation.Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann/SVEN SIMON

Rummenigge stellte auch die besondere gesellschaftliche Bedeutung von Fußballern heraus: "Es ist der Beweis, dass der Fußball gesellschaftspolitisch eine bedeutende, große Rolle spielt. Joshua Kimmich ist ein wichtiger Mensch, ein wichtiger Spieler bei Bayern München, ein wichtiger Spieler der Nationalmannschaft und mit dem Fakt, dass er sich bisher nicht hat impfen lassen, ist es auf einmal zum Politikum entwachsen. Ich weiß nicht, ob man das nicht ein bisschen zu hoch spielt. Man sollte die Kirche im Dorf lassen."

Oliver Kahn, seit Sommer 2021 Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, betonte die Unterstützung der Münchener für das Impfen. "Wir haben schon häufiger kommuniziert, dass wir im Klub eine klare Haltung haben und dass wir es allen empfehlen, sich impfen zu lassen. Das haben wir auch unterstrichen mit mehreren Aktionen." Man habe beispielsweise bei den Heimspielen vor der Allianz Arena einen Impfbus aufgestellt, der "sehr, sehr stark frequentiert" wurde. Auch Flügelspieler Leroy Sané beteiligt sich immer wieder bei Aktionen pro Impfung. Als Verein sei es Pflicht, so Kahn, Aufklärungsarbeit zu leisten.

Auch Spanische Justiz gerät in Hoeneß' Visier

Bayerns Innenvertediger Lucas Hernández muss sich womöglich in wenigen Tagen ins spanische Gefängnis begeben. Der Franzose war 2017 in alkoholisiertem Zustand gegenüber seiner damaligen Freundin handgreiflich geworden. Ein spanisches Gericht hatte daraufhin ein Kontaktverbot für beide angeordnet. Nach einer Versöhnung flogen die beiden gemeinsam in den Urlaub – trotz noch bestehendem Kontaktverbot. Mittlerweile sind sie sogar verheiratet, doch das spanische Gericht ordnete wegen des nicht eingehaltenen Kontaktverbots eine sechsmonatige Haftstrafe für Hernández an.

"Die sind gaga"
Hoeneß über die spanische Justiz

Hoeneß äußerte sein Unverständnis über diese Entscheidung: "Das ist alles lächerlich, völlig gaga. Der ist mit seiner Frau verheiratet und soll jetzt ins Gefängnis für eine Geschichte, die vor Jahren passiert ist. Die sind gaga."

Auch seine Attacke gegenüber Veganern sei "falsch interpretiert worden". Er habe grundsätzlich nichts gegen Veganer. "Jeder soll essen, was er will. Ich habe nur bemerkt, dass viele Veganer mit denen, die Fleisch essen, ziemlich militant umgehen. Ich attackiere keine Veganer."

Zufriedenheit mit der aktuellen Saison und Nagelsmann

Mit dem aktuellen Saisonverlauf zeigten sich die Bayern-Bosse derweil sehr zufrieden. Unter Nagelsmann werde derzeit "traumwandlerischer Fußball" gespielt. "Man sitzt da oben und denkt, das darf doch gar nicht wahr sein. Das Spiel in Leverkusen oder die zweite Halbzeit in Lissabon oder auch die ersten 20 Minuten am Samstag, da habe ich gedacht, ich bin in Hollywood. Am meisten gefällt mir, dass sie bis zur letzten Minute heiß ist, Tore zu machen", sagte Hoeneß.

Laut Rummenigge sehe alles top aus. Julian Nagelsmann mache einen tollen Job und die Mannschaft sei in einer so bestechenden Form, dass er davon überzeugt sei, dass man auch in diesem Jahr wieder Meister werde.

(jvj)

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