Die Stars des FC Bayern machen sich warm für das Champions-League-Match gegen Tottenham Hotspur.
Die Stars des FC Bayern machen sich warm für das Champions-League-Match gegen Tottenham Hotspur.
Bild: ap

Die neuen Bayern-Stars erfüllen die hohen Erwartungen noch nicht

11.12.2019, 12:1411.12.2019, 12:28

Bayern München hatte vor der Saison große Hoffnungen in seine Neuzugänge gesetzt. Für den Angriff auf Europas Fußball-Thron verpflichtete der Klub im Sommer sechs Spieler. Besonders hoch waren die Erwartungen in Philippe Coutinho und Weltmeister Lucas Hernández – doch kurz vor Weihnachten haben sich die Hoffnungen des Rekordmeisters in seine neuen Stars längst noch nicht erfüllt. 80-Millionen-Rekordeinkauf Hernández fehlt seit Wochen verletzt, genauso wie Talent Fiete Arp – und der Rest saß am Samstag beim 1:2 der Bayern in Gladbach beim Anpfiff nur auf der Bank.

Coutinho, Benjamin Pavard und Michael Cuisance wurden von Trainer Hansi Flick nicht einmal eingewechselt. Ivan Perisic durfte nach 20 Minuten immerhin für den verletzten Corentin Tolisso ran. Als echte Verstärkung hat sich bisher keiner der Neuen erwiesen. Dabei hatte der ehemalige Präsident Uli Hoeneß die Transferpolitik von Sportdirektor Hasan Salihamidzic noch vor Wochen ausdrücklich gelobt. Dieser habe "einen guten Job gemacht".

Doch vor dem Gruppenfinale in der Champions League am Mittwochabend gegen Tottenham Hotspur stellt sich die Lage anders dar.

Philippe Coutinho

Philippe Coutinho, der "kleine Magier", hat noch viel Luft nach oben.
Philippe Coutinho, der "kleine Magier", hat noch viel Luft nach oben.
Bild: rtr

Vor allem vom Brasilianer Coutinho, der für 8,5 Millionen Euro vom FC Barcelona ausgeliehen wurde, hatten sich die Bayern wesentlich mehr versprochen. Doch der Spielgestalter hat bisher allenfalls ansatzweise sein Potenzial offenbart. Drei Tore und drei Assists in zwölf Bundesligaeinsätzen lautet seine magere Bilanz.

Dass die Münchner die vereinbarte Kaufoption in Höhe von 120 Millionen Euro ziehen, erscheint angesichts der bisherigen Darbietungen von Coutinho eher unwahrscheinlich. Er fühle sich gut bei den Bayern, hatte er vor Wochen einmal gesagt, "wenn alles gut läuft, würde ich gerne bleiben". Doch gut läuft es noch lange nicht.

Benjamin Pavard

Wechselte von Absteiger VfB Stuttgart im Sommer nach München: Weltmeister Benjamin Pavard.
Wechselte von Absteiger VfB Stuttgart im Sommer nach München: Weltmeister Benjamin Pavard.
Bild: rtr

Benjamin Pavard, der für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart nach München wechselte, kam bislang über einige gute Ansätze nicht hinaus. Dass das Vertrauen in den Weltmeister nicht ganz so ausgeprägt scheint, verdeutlicht Flicks Maßnahme, in der Innenverteidigung auf Linksverteidiger David Alaba sowie Javi Martínez oder Jérôme Boateng zu setzen. Dabei stießen die beiden Routiniers zuletzt immer wieder an ihre Grenzen – auch in Gladbach. Pavard ist im Zentrum dennoch meist außen vor.

Ivan Perišić

Ivan Perišić: Ein solider Transfer, der mit wenig Risiko behaftet war.
Ivan Perišić: Ein solider Transfer, der mit wenig Risiko behaftet war.
Bild: ap

Ebenso als solider Mitläufer ist der von Inter Mailand ausgeliehene Perišić einzuordnen. Der Kroate spielte lediglich gegen den 1. FC Köln über 90 Minuten. In bisher 15 Pflichtspieleinsätzen kommt er auf vier Tore und fünf Vorlagen.

Michael Cuisance

Michael Cuisance im Bayern-Training.
Michael Cuisance im Bayern-Training.
Bild: imago images / eu-images

Noch gar keine Rolle spielt der als großes Talent gepriesene Ex-Gladbacher Michael Cuisance. Sportdirektor Hasan Salihamidzic betonte zuletzt zwar mehrfach, dass der FC Bayern auf den 20-Jährigen bauen würde. Doch der Mittelfeldspieler sammelt zumeist Spielpraxis in der zweiten Mannschaft in der 3. Liga, aktuell ist er am Sprunggelenk lädiert.

Fiete Arp

Fiete Arp pirscht sich heran.
Fiete Arp pirscht sich heran.
Bild: imago images

Apropos verletzt und 3. Liga: Bisher spielte Fiete Arp bloß 69 Minuten in der Reservemannschaft des FC Bayern. Ein Kahnbeinbruch und eine Armverletzung verhinderten weitere Einsätze des ehemaligen Stürmers des Hamburger SV. Bei Arp war allerdings bis zu seinen Verletzungen schon festzustellen, dass der Rekordmeister einige Nummern zu groß für ihn ist. Selbst in Hamburg hatte er keine besondere Bilanz, wenn man betrachtet, wie sehr er damals hochgejubelt wurde: In 18 Bundesligaspielen gelangen ihm zwei Tore, in 17 Zweitligapartien nur eins.

Lucas Hernández

Verletzungspech: Lucas Hernández wird erst 2020 wieder auf dem Platz stehen.
Verletzungspech: Lucas Hernández wird erst 2020 wieder auf dem Platz stehen.
Bild: imago images

Rund läuft es bisher auch bei Lucas Hernández nicht, der sich schnell verletzte und seitdem fehlt. Mit dem Franzosen von Atlético Madrid, der die anfällige Münchner Defensive hatte stabilisieren sollen, ist erst im neuen Jahr wieder zu rechnen.

Wenigstens konnte sich der bereits im Januar für zehn Millionen Euro verpflichtete Alphonso Davies in den vergangenen Wochen in den Vordergrund spielen – aber ein einziger Top-Transfer ist eigentlich zu wenig für die hohen Ansprüche der Bayern.

(as/sid)

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