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Jürgen Klopp ist für seine Aussagen vor dem Champions-League-Finale in die Kritik geraten.Bild: CSM via ZUMA Press Wire / Sportimage
Champions League

Champions-League-Chaos: Frankreichs Innenminister schießt gegen Jürgen Klopp

31.05.2022, 14:17

Was eigentlich ein unvergessliches Fußballfest werden sollte, endete vor den Toren des Stade de France in einem großen Fiasko. Schwere Auseinandersetzungen, Polizeieinsätze und chaotische Zustände überschatteten das Champions-League-Finale am vergangenen Samstag in Paris. Auf einer Pressekonferenz hat nun Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin gegen den FC Liverpool und auch Trainer Jürgen Klopp schwere Vorwürfe erhoben.

Pures Chaos, Verletzte und Polizeieinsätze

Tausende englische Fans sollen an jenem Samstag ohne Ticket in den Stadionbereich gelangt sein. Durch das Chaos verzögerte sich der Anpfiff um 37 Minuten. Zwischen der Pariser Polizei und Fans, hauptsächlich vom FC Liverpool, kam es zu Auseinandersetzungen.

Interior Minister Gerald Darmanin taking part in a meeting at sports ministry in Paris to identify those responsible for unrest during the UEFA Champions League football final, on May 30, 2022 at Stad ...
Frankreichs Minister Gérald Darmanin schießt gegen den FC Liverpool und Jürgen Klopp. Bild: abaca / Pierrot Patrice/ABACA

Darmanin spricht von 30.000 bis 40.000 Liverpool-Fans, die sich mit gefälschten Tickets, oder gar ohne Eintrittskarten, vor dem Stade de France eingefunden hätten. Bei dem Polizeieinsatz, bei dem auch Tränengas eingesetzt wurde, mussten über 200 Fans medizinisch betreut werden. Viele von den betroffenen Fans waren offiziellen Angaben zufolge unschuldig und nicht an den Randalen beteiligt.

"Die getroffenen Entscheidungen haben Tote verhindert."
Frankreichs Innenminister Darmanin

105 wurden in Gewahrsam genommen, 39 davon in Haft. Der Innenminister verteidigt nun das Vorgehen der Polizei: "Die getroffenen Entscheidungen haben Tote verhindert", ist er überzeugt.

Darmanin prangert "Desorganisation" an

Darmanin verurteilt das, was passiert ist und erläutert seine Sicht auf die Dinge: "Diese Probleme gibt es nur im Fußball bei bestimmten englischen Vereinen!" Damit bezieht er sich auf ähnliche Ereignisse, die in der Vergangenheit passiert waren. So erklärte er, dass es Probleme mit den Liverpool-Fans bereits beim Champions-League-Finale 2019 in Madrid gegeben hätte. Auch beim Finale der Euro 2020 in Wembley war Chaos ausgebrochen. "Und das führte zu ähnlichen Schwierigkeiten. (...) Das Verhalten, die Desorganisation und ein riesiger Markt für gefälschte Tickets", resümiert der Politiker.

Dafür macht er auch das Verhalten von Liverpool-Trainer Jürgen Klopp mitverantwortlich. Dessen Aussagen, hätten das Chaos begünstigt. So hatte der Trainer verlauten lassen, dass Liverpool-Fans auch ohne Ticket nach Paris kommen könnten, weil die Stadt groß genug sei. "Ich erinnere Sie daran, dass der Trainer von Liverpool vor ein paar Tagen die Fans aufgerufen hat, auch ohne Tickets nach Frankreich zu kommen."

Klopp hatte jedoch keinen Fan zum Versuch aufgefordert, auch ohne Ticket ins Stadion zu gelangen.

Uefa will 2700 Liverpool-Fans entschädigen

Der Politiker bedauert es zudem für alle Fans, die an den Randalen nicht beteiligt waren und dennoch Nachteile durch die Ereignisse hatten: "Ich möchte mit der Ministerin unser Bedauern zum Ausdruck bringen über die Organisation dieses Finales, weil eine Minderheit das Spiel nicht vollständig sehen konnte."

Sportministerin Oudéa-Castera bedauert zudem, dass die knapp 2700 Liverpool-Fans mit regulären Tickets nicht ins Stadion konnten. Nach ihren Angaben hat sich die Uefa zu einer "Entschädigung" der betroffenen Fans bereit erklärt. Der Fußballverband hat Untersuchungen zu den Ereignissen eingeleitet.

(ast)

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